Fülöp Éva – Kisné Cseh Julianna szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 10. (Tata, 2003)
Fényes Gabriella: Importierte Keramik und ihre lokalen Nachahmungen in Brigetio (ausser Terra Sigillaten)
2. Einige Schalen im Fundmaterial aus Brigetio sind extrem dünnwandig, haben weißen Ton und keinen Überzug. Sie ähneln der sogenannten Eierschalenware. Unter diesem Begriff versteht man erstens nur die dünnwandigen Schalen, deren Hauptherstellungszentrum in der Baetiea war, 112 zweitens alle anderen extrem dünnwandigen, weißtonigen Schalen. Weißtonige, dünnwandige Keramik wurde auch in Aquileia produziert, aber Parallelen des Fundmaterials von Brigetio sind im veröffentlichten Material nicht zu finden. 113 3. Die gelbtonigen Schalen mit gelbem "Firnisüberzug" und Ratterdekor ähneln den Produkten des Fabrikates H auf dem Magdalensberg. Laut E. Schindler-Kaudelka sind Schalen des Fabrikates H italische Erzeugnisse, aber der genaue Herstellungsort ist nicht lokalisierbar. 114 4. In Brigetio wurden auch andere Schalen und Tassen gefunden, aber ein gemeinsames Charakteristikum ist nicht feststellbar. Sie sind dickwandiger als die oben erwähnten Typen. Ihr Ton ist gelb, gelbrot oder rötlich und nicht hart gebrannt. Einige Exemplare sind rotbemalt, andere haben keinen Überzug. Im pannonischen Fundmaterial und auch unter den dünnwandigen Schalen von Brigetio spielten die Produkte der Werkstätten der Poeben eine große Rolle (Importierte Stücke und ihre pannonischen Imitationen). Für die Produktion der Poebene sind vor allem, aber nicht ausschließlich die grauen, reduziert gebrannten Gefäße charakteristisch; deren Verbreitungsgebiet grenzt bei Bologna an das der oxidiert gebrannten Schalen, die südlich häufig sind. Auch die Herstellung in der Poebene besteht aus zwei Werkstattkreisen: das westliche und das östliche Herstellungsgebiet. Die Grenze zwischen ihnen zieht sich westlich von Cremona von Norden nach Süden. Nach Pannonién wurden vor allem die Produkte der Werkstätten auf dem östlichen Poebene / an der Adriaküste geliefert. Die vermutlichen Herstellungszentren una Aquileia (fehlgebrannte Keramiken) 115 und Ravenna (Fundkonzentration). 116 Im 1. Jh. n. Chr. wurden dünnwandige Schalen auch in Pannonién erzeugt. In Emona wurde ein Töpferofen freigelegt, wo man zwischen Mitte und Ende des 1. Jh. auch dünnwandige Schalen hergestellt hat. Sie sind oxidiert oder reduziert gebrannt und mit Barbotinranken und -blättern dekoriert. 117 In Sirmium wurden hellbraune Schalen mit orangebraunem Überzug hergestellt. Die Produkte dieser Werkstatt sind mit stark plastischem Barbotindekor und dichtem Streifen-Ratterdekor verziert. Die lokale 112 Auf Grund der Ausgrabungsbeobachtungen lässt sich die Blütezeit dieser Schalen in die Epoche des Claudius, Nero und in die Zeit der Flavier einordnen, aber sie waren noch in der Regierungszeit des Traian im Handelsverkehr: RICCI 1985, 293.; MAYET 1975, 69., 148. 113 Über die weißtonigen, dünnwandigen Schalen von Aquileia siehe MASSELI SCOTTI 1984, 39-29.; RICCI 1985, 349., Tipo 2/232., 2/405., 2/296. 114 SCHINDLER-KAUDELKA 1975, 35., Taf. 30-31.; SCHINDLER-KAUDELKA 1998, 401. 115 MASELLI SCOTTI 1984, 53-55., Tav. 1., Fig. 2-3. 1.6 SCHINDLER-KAUDELKA 1998, 399. 1.7 PLESNICAR-GEC 1987, 451-464.; PLESNICAR-GEC 1990, 149-154. 34