Fülöp Éva – Kisné Cseh Julianna szerk.: Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 10. (Tata, 2003)
Fényes Gabriella: Importierte Keramik und ihre lokalen Nachahmungen in Brigetio (ausser Terra Sigillaten)
Keramikherstellung ist in die zweite Hälfte des 1. Jh. und die erste Hälfte des 2. Jh. datierbar. 118 V Gassner vermutet auch in Carnuntum die Herstellung von dünnwandigen Schalen. Die Form und der Ratterdekor der dortigen Produkte entsprechen Schälchen des Fabrikats E. 119 Dünnwandige Schalen ohne Henkel und Becher wurden m Mursella in der Mitte und in der zweiten Hälfte des 1. Jh. hergestellt. Die hier produzierten Gefäi3e sind gelblichrot oder grau mit rotem oder dunkelgrauem Überzug. Sie sind mit schematischen Barbotinornamenten, Hufeisenformen, Barbotinpunkten und Rädchenverzierung dekoriert. 120 Die für Sirmium charakteristischen Schalen haben in Brigetio keine Parallele. Auf Grund der Veröffentlichungen kommen bisher Emona, Carnuntum und Mursella als eventuelle Herstellungsorte des in Brigetio gefundenen Materials in Frage. Die sogenannte rätische Ware (geometrisch verzierte Glanztonware) wurde ab zweiten Drittel des 2. Jh. n. Chr. nach Pannonién geliefert. Ihre Blütezeit war hier die Zeit der Antoninen, aber sie waren noch während des 3. Jh. im Handelsverkehr. Die Stilgruppen existierten hier parallel. 121 Die pannonischen Funde, auch die Exemplare aus Brigetio stammen entweder aus Rätien, oder wurden in Pannonién gefertigt (Taf. IV - VII.). Es ist ohne naturwissenschaftliche Analyse nicht möglich, die importierten Stücke von den lokal hergestellten zu unterscheiden. Nach den bisherigen Kenntnissen kommen folgende Orte in Rätien als mögliche Werkstätten der in Brigetio gefundenen Gefäße in Betracht: Straubing, Schwabmünchen, Günzburg, Aislingen, Nördlingen, Regensburg, Nassenfeis, Gundremmingen, Faimingen und Westerndorf. 122 Zu nennen sind außerdem die vermuteten oder ausgegrabenen Werkstätten in Pannonién {Carnuntum (?), Aquincum, Savaria, Vindobona, Poetovio und Gorsium(?)). m Im Fall der Schwarzfirniskeramik sind die importierten Stücke von den in Pannonién hergestellten mit Hilfe ihrer äußeren Merkmale leicht zu unterscheiden. Die in Brigetio gefundenen importierten Exemplare sind in zwei Gruppen zu unterteilen (Taf. VIII. -XV). Die Becher mit Rädchenverzierung sind ins 3. Jh. n. Chr. datierbar und stammen aus rheinischen Werkstätten (Köln, Mainz?) oder aus Trier. Ihre Formen sind Niederbieber 33a, b, c. 124 Die Becher mit weißer Barbotinverzierung und weißen gemalten Inschriften wurden in Trier hergestellt. Ihre Formen sind Künzl 1.2.1., 1.2.2., 1.3.1., 1.3.2., 1.8 PREMK 1987.; GASSNER 1990, 265-266. 1.9 GASSNER 1992, 445-461. ,20 SZŐNYI 1997/98,516-524. 121 GABLER 1973, 153.; GABLER 1989, 466-468.; GRÜNEWALD 1979, 36.; GASSNER-JILEK 1988, 160. 122 Straubing: WALKE 1965, 43-44.; Schwabmünchen: CZYSZ - SOMMER 1983, 22-23.; CZYSZ 1995, 250-251.; CZYSZ-SORGE 2000, 142-144.; Günzburg, Aislingen, Nördlingen: CZYSZ-SOMMER 1983, 23., Anm. 27.; Regensburg: EISCHER 1990, 46., 198.; Nassenfeis: KUNKEL 1952, 437.; Gundremmingen, Faimingen: CZYSZ 1995, 250-251.; MÜLLER 1999, 53.; Westerndorf: PETZNEK 1999, 222. 125 Carnuntum: GASSNER 1990, 272-273., Taf. 5., 66., 67.; GASSNER-JILEK 1988, Taf. 4., 69.; Aquincum: PÓCZY 1956, 115. Zusammenfassend über die pannonische Verbreitung der rätischen Ware: SZONYI 1973, 87-108.; Poetovio: CURK-GULIC-TUSEK 1984, 61-68. 124 Über die Schwarzfirniskeramik siehe OELMANN 1914, 40.; SYMONDS 1992.; DESBAT - VILVORDER 2000,177-191. 35