Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 1. (Tata, 1968)

A Tokod-nagybereki kőfejtő felsőpleisztocén gerinces faunája

DIE JUNGPLEISTOZÄNE VERTEBRATENFAUNA VON TOKOD-NAGYBEREK (Kom. Komárom). In der weiteren Umgebung von Budapest, etwa 10 Km südöstlich der Stadt Esztergom befindet sich die Gemeinde Tokod. Unmittelbar westlich des Dorfes liegt jener Berg, an dessen nördlichen Ausläufern der kleine Travertanfleck vorzu­finden ist, dessen Gestein schon seit langer Zeit zwecks Gewinnung eines Baumate­riales abgebaut wird. Im vergangenen Jahre stiessen die Arbeiter in einem dieser kleinen Steinbrüche während des Sprengens auf grössere Knochen und die Funde wurden dem Nationalmuseum zu Budapest gemeldet. Nach einer Rettungsgrabung des Archäologen Gy. Török wurde an der Fund­stelle vom Verfasser ein planmässiges Sammeln des paläontologischen Materiales durchgeführt. I • ' - ! Die nur etwa 30 cm Dicke umfassende, — an Knochen reiche — Fundschicht lag in den sich zwischen den Travertinblöcken befindenden Nischen und Spalten, die durch Löss. bzw. sandigem Löss ausgefüllt sind. In dem in etwa 160—180 m ü. d. M. liegenden Steinbruch konnte eine etwa 6 m mächtige Lösswand beobachtet werden (Ablb. 2.). Die oberen zwei Meter, sowie die unteren beinahe vier Meter waren völlig steril und nur die oben erwä'hnte dünne Schicht enthielt die Funde. Die genannte Schicht verlief aber in westlicher Richtung unter das- Dach einer kleinen Felsnische des Süsswasser-kalkes und es kann angenommen werden, dass diese Felsnische einst die ganze Schicht bedeckte. An der einstigen Löas-Oberfiäche lagen nicht nur die Knochen der Gross — Säuger, sowie dieselben der Kleinvertebraten aus- Eulengewöllen, sondern auch Holzkohlen und einige Quarzit —Schlagsteine, jedoch kein einziges typisches Stein­werkezug. Dieser Ort war also nur hie und da ein Rastplatz des Urmenschen. Die Felsnische oder Schlucht diente aber viel öfter als Wohnung der Höhlenhyäne, deren Biss —Spuren an der Grosszahl der Knochen warzunehmen sind. Die Ver­nälitnisise sind also denjehnigen von Dorog sehr änlich — die aber leider nicht fach­rnässdg geprüft werden konnten (Janossy 1953). Unter den mehreren hundert Knochenbruchstüöken konnten die im ungari­schen Text bekanntgegebenen Funde bestimmt werden (Faunenliste siehe S. 66, Die Nummern neben den Artnamen bedeuten bei den Gross­—Säugern die Zahl der Knochen, bei den Kleinsäugern die Reste ausser den Mandibeln.) Unter den Kleinsäugern ist das Vorkommen des Pferdespringers (Allactaga ja­culua Pali.) zu erwähnen, der nach den bisherigen Funden auf dem Gebiete des Karpatenlbeclkens immer eine Rarität war. Übrigeins wurde dieses Tier auf dieser Fundstelle zum ersten Mal in Ungarn in Transdanubien gefunden. Da das Tier aus den bisherigen reichen Wurm III.Faunen dieses Gebietes fehlt, hat sein Erstheinen auch einen stratigraphischen Wert. Bemerkenswert sind die 28 Funde des Asinus hydruntinus, unter welchen bei­nahe die ganze obere Milchzahnreihe repräsentiert ist. Die Masse der Milchmolaren sind die folgenden (Länge x Breite an der Kaufläche) D' à 26 x 22, D 4 29 x 19 und D-, stark korrodiert, etwa 49 x 19 mm. Schöne Geweihreste des Riesenhirschen sprechen für die relative Häufigkeit dieses Tieres. Endlich beweist die Anhäufung von 13 Meiakarpen des Wisents die (kultische?) Tätigkeit des Menschen. Das Gesamtbild der Fauna spricht in Kenntnis der reichen Serien ähnlicher Faunen eindeutig für ein „Moustérien —Wurm I" Alter der Tiergemeinschaft. Seit 72

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