Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 1. (Tata, 1968)

A Tokod-nagybereki kőfejtő felsőpleisztocén gerinces faunája

dem Erscheinen der Asiniden —Monographie von Stehlin (Stehlin —Graziosi, 1935) wisser wir es, dass Asinus hydruntinus in den gemässigten Teilen Europas nur noch die Zeit der Moustérien —Kulturen überlebte. In dem Gebiet des KarpaUhen­beokens war, — anscheinend im Gegensatz zu West —Europa, — der Riesenhirsch höhstens bis zur Zeit des Aurignacien verbreitet. Die Häufigkeit des schweren Jungpleistozän - Pferdes (kl Ungarn im Jungpleistozän hauptsächlich die „mos­bachensis - abeli" Grössenkategorie), sowie die grosse Zahl von Bison priscus sprechen alle für das oben geschilderte Alter. Die Gross-Säugerfauna unterstreicht also eindeutig das Alter der Tiergemein­schaft. Falls der Verfasser die Kleinsäugerfauna nicht eigenhändig aus derselben Schicht wie die Knochen der grossen Tiere gesammelt hätte, würde sich der Ver­dacht aufdrängen, das® das Material geologisch nicht gleichzeitig wäre. Lemming« (Dicrostonyx torquatus Pali.) waren bis jetzt aus dem Karpathenbecken nur aus dem Wurm III. („Magdalénien") bekannt (Jánossy, 1954 usw,). Die grössere Zahl der Funde der sibirischen Wühlmaus ist ein Beweis dafür, dass der Lemming keinen Zufallsfund darstellt. Aus der Kleinvertebratenfauna fehlen übrigens die ausges­prochen „warmen" Elemente von interglazialem Gepräge, wie Crocidura und Apo­äemuis. Nach liebenswürdiger Bestimmung von J. Stieber staimrnen die 9 Stück Holzkohlen von Larix —Picea, welche Tatsache ebenso für eine kältere Phase spricht. Das Vorhandensein von Reptilien und das Fehlen der Schneehühner kann als eine Eigentümlichkeit dieser Periode aufgefasst werden. Im Falle das gleichzeitige Vorkommen des Wildesels mit dem Lemming schwer zu verstehen ist, soll vor Augen gehalten werden, dass aus der Grossfauna auch jene Arten fehlen, die nach den bisherigen Erfahrungen in hohem Masse kälteempfind­lich sind, wie das Reh, das Wildschwein und der kleine Braunbär. Wie bekannt, ist der Lemming im Moustérien Mitteleuropas keineswegs ein fremdes Element, nur das Kaltmousterien wurde «bis jetzt an klassischen umgarlän­dischen Fundstellen diesen Alters (Subalyuk, Tata usw.) nicht vorgefunden. Diese Faunen .können eben durch das Vorhandensein von Relikten eines interglazialen alters charakterisiert und in dieser Hinsicht gegenüber den späteren „Kalt —Fau­nen" gestellt werden. Die Fauna von Tokod könnte also zum ersten Mal in Ungarn als Analógon der klassischen mitteleuropäischen kaltmousterien —Tiergemeinschaften aufgefasst wer­den (Sirgenstein, Buchenloch, Wildscheuer, Cotênoher, Breitenfurter Höhle, Schmidt. 1912, Stehlin, 1933, Heller, 1906 usw.), mit jenem Unterschied, das» die genannten Fundstellen viel näher zur alpinen Vereisung, oder zwischen dem nordeuropäi­schen und dem alpinen Inlandeis lagen. Eine Gleichzeitigkeit ist also nur im weite­ren Sinne anzunehmen. Einen wichtigen Anhaltspunkt bezüglich der chronologischen Einreihung der Fauna bietet jenes Resultat einer C^-Bestimmung dar, das durch die liebenswür­dige Übermittlung von L. Vértes vom Laboratorium für Geochronologie in Cambrid­ge (Massachusetts) durchgeführt wurde G x 0196) und ± 36 200 Jahre (+2o) resultier­te, (siehe Kretzoi — Vertes, 1965). 73

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