Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 1. (Tata, 1968)

Ötvösmester hagyatéka Esztergomban a tatárjárás korából

St. Emmeram in Regensburg wurde durch ihn reformiert und zur neuen Blüte erhoben. Aber auch andere Missionäre, wie Bruno v. Querfurt, arbeiteten in dieser Richtung. In der Werkstatt dieses Klosters wurden die Greifen-und Panttherfigluren der awarischen Kunst in eine neue Kunstüfoung aufgenommen und planmäßig umgearbeitet. Hier waren diese Muster nicht mehr Attribute der heidnischen Götter, sondern wur­den Sinnbilder Christi. Auf einer solchen, charakteristischen Scheiben­fibel von Laos (Stüdtirol) trägt der zurückblickende Panther das Kreuz des Agnus Dei. Auf dem Gebiet des St. Emrneram —Klosters wurde eine emaillierte Scheibenfibel, verziert mit der awarischen Greifenfigur, ge­funden. Die Erzeugnisse dieses Klosters überschütteten Pannonién und erreichten auch die sog. schwarzen Magyaren hinter der Theiß. So ist es natürlich, dass die Pantherfigur, als Sinnbild Christi, im Motivschatz der Steinmetzen der Tempelbauten, sowie der Gold-und Silberschmiede der Hauptstadt, eine bedeutende Rolle spielte, und sie diesen Platz das ganze Mittelalter hindurch bis zur Türkenherrschaft behauptete. Die Wirkung der Kettlachkunst fängt an sich im XII. Jahrhundert zu zeigen, als sich die Steinskulpturen mit Panther-und anderen Tierfiguren vermehrten. Auf einem Kapitell von Esztergom (Abb. 8) erscheint das zurückblicken­de Tier der Kettlacher Bronzen in zwei Varianten. Auf der einen sind Sonne und Mond angebracht zu sehen. Dadurch wird die himmlische Rol­le Christi versinnbildlicht (Abb. 8,1). Dieselbe Tierfigur ohne Zeichen des Himmels, in ihren Schwanz beissend, soll Christus in seiner irdi­schen Rolle darstellen (Abb. 8,2). Der Haufen der Schlangen soll die Men­ge der Sünden (Abb. 8,3), endlich eine Menschenfiur mit Schlangen­gliedern die sündhafte Menschheit versinnbildlichen (Abb. 8,4). Die Erlö­sung der versündigten Menschheit wird hier in symbolischen Bildern veranschaulicht. Ein anderes Kapitell von Esztergora ist desselben Inhal­tes (Abb. 8,5). Die Pantherfigur blickt etwa aus dem Himmel auf die sün­dige Menschheit, die mit schwarzbemalten Lebensbäumen versinnbildlicht wird, herab. Der Panther, als Sinnbild Christi, tritt auf dem Tympanonbild von Zalaháshágy, in Rolle des triumphierenden Besiegers des magyarischen Heidentums in Erscheinung. Dieses Flachrelief sollte den Sieg der neuen Religion und Staatsordnung dem magyarisierten Awarentum des west­lichen Grenzgebietes verkünden. Demgegenüber veranschaulicht das Tympanonrelief desselben Meisters von Zalaszentmihälyfa (gelegen etwa 8 Km weit von Zalaháshágy in SO-RiChtung) den Agnus Dei vom Raven­naer Typ (Abb. 10). Dies ist kein Zufall. Das Bandgeflecht war ein be­kanntes und beliebtes Sinnbild des frühkiroatisch-dalmatischen Christen­tums. Das/ Bandgeflecht von Aracs, Monostorszeg, Pécs, Székesfehérvár, Zalaszentmihályfa galt dem slawischen Christentum. Beweise dafür, dass die Agnus Dei-Varianten planmässig gewählt und verwendet wurden, sind in Jak mehrfach zu finden. Im Tympanon des Südportals, durch das die Geistlichkeit verkehrte, ist der Agnus Dei von Ravennaer Typ zu finden, Oberhalb desselben befinden sich aber die heidnischen Tierbilder des Tympanonreliefs von Zalaháshágy, als Sinnbilder der Sünden. Im Westen des Tempels, wo das Volk verkehrte, 180

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