Komárom – Esztergom Megyei Múzeumok Közleményei 1. (Tata, 1968)

Ötvösmester hagyatéka Esztergomban a tatárjárás korából

HINTERLASSENSCHAFT EINES GOLDSCMIEDËS IN ESZTERGOM AUS DER ZEIT DES TATARENEINFALLES Im J. 1952 wurde in der Innenstadt von Esztergom, bei Bauarbeiten des heutigen Technikums, 5 m tief, unter brandingen Balken eines in der Tatarenzeit abgebrannten Hauses, das Skelett eines Mannes gefunden. Unmittelbar daruner lagen: eine Menge von verkohlten Weizen, eine bronzene Aquamanilie in Bruchstücken, eine bronzene Wege, die Hälfte eines sog. Kiewer Schlosses und ein rundes Eisenblech (in der Mitte mit einem Loch, rings herum mit 11 Löchern). Dieses Ensemble deutet auf die Hinterlassenschaft eines Goldschmiedes hin. Das brennende Haus stürzte ein, der Mann stürzte vorwärts und bedeckte mit seinem Körper die kleine Gruppe seiner ängstlich bewahrten Gegenstände. In der nächsten Nachbarschaft der königlichen Burg kann ein solcher Fund von nicht geringer Bedeutung sein. Die Konstruktion der Wage ist auf Abb. 2, 2a—c, 3a —b zu sehen. Ihr Gegenstück aus Óbuda wurde in Folia Arch. VI, 1954, S. 106 ff, Taf. XIX f veröffentlicht. In der Statistik der spätmittelalterlichen Wagen war Ungarn vorher terra incognita. Verfasser veröffentlich nun aus der Sammlung des Ung. Nationalmuseums eine ganze Serie. Ausserdem wird hier (Abb. 3, 1, 3) auch das erwähnte Exemplar aus Óbuda abgebildet und besprochen. Auch das Museum Veszprém besitz eine Wage und ein Gewicht aus der Sammlung Miháldy (Abb. 4, 2a —2b). Die Mehrzahl dieser Wagen zeigt Spuren des Feuers: allen wurde dasselbe Geschick zu teil, alle sind wie auch die von Esztergom, Dokumenete de Verwüs­tungen der Tataren in den Jahren 1241 und 1242. Das kleine Format der pantherförmigen Aquamanilie zeigt, dass sie kein profanes Gefäss war, sondern als Kinchengerät, beim Messelesen in Gebrauch war. Bereits zur Tatarenzeit war sie stark ruiniert. Zwei Reparaturen sind darauf auch heute gut zu sehen. Sie mag wahrschein­lich in Esztergom hergestellt sein, Hier arbeiteten, wie unsere Statistik der Wagen zeigt, viele Goldschmiede. Am königlichen Sitz war in jener Zeit eine gross Schar der Goldschmiede, Steinmetzen, Architechten, Illu­minatoren u. a. tätig. Van hier wurden die Bestümer dun die anderen kirchlichen Zentren des Landes mit Geräten versehen. Die nächste Analogie zur Aquamanilie von Esztergom befindet sich in der Sammlung Storno in Sopron. Wenn sie keine Fälschung ist, so mag sie zusammen mit dem Esztergomer Exemplar von derselben Meisterhand stammen. Die Pantherfigur, als Sinnbild von Christus, lässt sich in Un­garn auf awarische Überlieferung zurückführen. Die emaillierten Bron­zen der sog Kettlachkultur wurden als Hilfsmittel der Missionsarbeit in Regensburg, massenhaft erzeugt. Ihre Blütezeit dauerte von Mitte des X. Jhs. etwa bis Mitte des XI. Jhs. Der Bischof von Regensburg unter Heinrich II. Wolfgang der H., bemühte sich stark um die Bekehrung der Magyaren. Anstatt seiner schickte er Missionäre nach Ungarn. Das Kloster 12* 179

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