Borhy László szerk.: Acta Arheologica Brigetionensia. A római kori falfestészet Pannóniában. Komárom, 1998.
A konferencia előadói és résztvevői - 2. Brigetio falfestészete - László Borhy (Budapest): (FO: Komárom/Szőny-Vásártér, Ungarn) freigelegten römischen Wandmalereien
BERICHT ÜBER DIE ZWISCHEN 19924996 IN BRIGETIO FREIGELEGTEN RÖMISCHEN WANDMALEREIEN 2.2.3. Klassische Vorbilder und provinzialrömische Parallelen zum Deckengemälde 9 2.2.3.1. Die Struktur des Deckengemäldes Die Strebung nach symmetrischer Anordnung der Motive - sowohl auf Decken, als auch an den Wänden - ist in der römischen Wandmalerei allgemein zu beobachten. Im Zentrum der zur Verfügung stehenden Fläche werden in geometrischen Gebilden zentrale Szenen komponiert, worauf die gesamte Struktur der weiteren Verzierungselemente der Decke aufgebaut werden. Als Grundprinzip gilt die Strebung nach strenger Symmetrie: die Symmetrieachsen sind zwar als Trennungsmotive, bunte Streifen versteckt dargestellt, ihre „intime" Anwesenheit erlaubt jedoch keinerlei Durchbruch des Grundschemas oder Abweichung vom Grundprinzip der Symmetrie. Die auf ein zentrales Motiv aufgebaute Deckenkomposition war typisch in der pompejanischen Wandmalerei, wo z.B. in der Casa degli Amanti das zentrale Motiv - wie das von Brigetio-Vásártér - durch aus Blumenkelchen verlaufende, geradlinige Girlanden mit dem Rahmenmotiv verbunden wird. 10 Ahnlicherweise, zentral angeordnete Deckenmalerei erscheint - laut Zeichnungen von Franceso d'Olanda - auch in Rom, in der von Nero zwischen 64-68 n.Chr. erbauten Domus Aurea. 11 Aus der Zeit nach dem sog. „vierten pompejanischen Stil" ist das beste Beispiel für diese Art von Deckenmalerei aus der Regiemngszeit Hadrians in Ostia bekannt (Casa delle Volte Dipinte). 12 Diese Struktur wurde im Laufe des 3. Jhs n.Chr. sowohl von der profanen als auch von der frühchristlichen Katakombenmalerei übernommen, wie dies z.B. die Ipogeo degli Aureli" und Cripta di Lucina im Cimitero di S. Callisto illustrieren. 14 Die symmetrische Verteilung der Verzierungselemente auf der Decke war auch in den Provinzen beliebt, wie es aus der Wandmalerei im rätischen Schwangau hervorgeht, wo im mittleren Bildfeld die Entführung des Ganymeds dargestellt wird." Als engste Parallele der in Brigetio-Vásártér ans Tageslicht gekommenen Deckenmalerei ist die zentrale Darstellung von Amor und Psyche auf einem Deckengemälde im norischen Enns-Lauriacum zu erwähnen. 16 Eine ähnliche Anordnung der Motive kann man im tablinum des Centurionenhauses aus 9 Zur römischen Wandmalerei, zur Periodisierung s. bes. A. Barbet, La peinture murale romaine: les styles décoratifs pompéiens. Paris 1985; dies., La peinture murale romaine. Groupe d'archéologie antique du touring club de France, Notice technique No. 20. (o.J.); M. Borda, La pittura romána. Milano 1958; R. Ling, Roman Painting. Cambridge 1991; A. Mau, Geschichte der decorativen Wandmalerei in Pompeji. Berlin 1882. 10 Pompeii I 10, 11. 11 Die sog. „Volta Dorata": Borda a.O. (Anm. 9) 7412 Ostia, Reg. Ill, Is. V; F. Pasini, Ostia antica. Insule e classi sociali I e II secolo dell'Impero. Roma 1978, Fig. 30, 31, 35; R. Meiggs, Roman Ostia. Oxford I960, 248, Fig. 16. S. noch Joyce a.O. (Anm. 8). 13 Borda a.O. (Anm. 9) 129: um 240 n.Chr. Die Linienführung wir sehr unsicher, und trotz der Wille des Künstlers treffen sich die Linien nicht dort und nicht so, wo und wie er möchte. Der zentrale Kreis zeigt noch regelmäßige Linienführung, aber die äußeren Linien der konzentrischen Kreise gleichen nicht mehr dem gewünschten geometrischen Gebilde. 14 Ebenda 124: um 220 n.Chr.. Hier müßte noch die biblische Szene der Decke der Camera del Buon Pastore (im Cimitero dei SS. Pietro e Marcellino), aus der Zeit Galliens (60-er Jahre des 3. Jhs n.Chr.) erwähnt werden. Zitiert bei ebenda 134. 15 G. Krähe - G. Zahlhans, Römische Wandmalereien in Schwangau, Lkr. Ostallgäu. Kallmünz/OPF. 1984, Taf. 19., 20.; zur Rekonstruktion s. Taf. 35. 16 H. Kneifel, Lauriacum. Führer durch die Abteilung RÖMERZEIT. Enns 1984, 24.; L. Kottulinsky, Bericht über die Restaurierung eines römischen Deckenfreskos in Enns/Österreich. in: Restaura 88, 1982, 9 Iff. 82 ACTA •ARCHAELOGICA •RRIGETIONENSIA