Borhy László szerk.: Acta Arheologica Brigetionensia. A római kori falfestészet Pannóniában. Komárom, 1998.

A konferencia előadói és résztvevői - 2. Brigetio falfestészete - László Borhy (Budapest): (FO: Komárom/Szőny-Vásártér, Ungarn) freigelegten römischen Wandmalereien

BERICHT ÜBER DIE ZWISCHEN 1992-1996 IN BRIGETIO FREIGELEGTEN RÖMISCHEN WANDMALEREIEN dem Kastell von Echzell (Wetteraulimes) beobachten, wo im zentralen Medaillon Dionysos dargestellt wird. 17 2.2.3.2. Das zentrale Motiv Die in der Mitte des Deckengemäldes von Brigetio­Vásártér nackt, mit hinter ihrem Rückern flatterndem Mantel dargestellte Frau, die das Pferd am Zügel hält, ist aus verschiedenen Bereichen der griechischen Kunst wohl bekannt: sie ist eine der fünfzig Töchtern von Nereus und Doris Okeanis und als Nereis gehört zur jüngeren Generation der Meeresgöttinen. Nereiden werden in der griechisch-römischen Kunst 18 am meisten in Meeresungebung dargestellt, wo sie auf dem Rücken von realistischen (wie Delphin) oder fabelhaften Seewesen (z.B. Seepferd, Seepanther) nackt liegend oder reitend im Wasser schweben. Die Nereiden tauchen bereits auf dem uns als früh­estes Monument römischer Kunst bekannten Denkmal, nähmlich auf der hellenistischen Serie des sog. Census- oder Domitius Ahenobarbus-Reliefs im Meeresthiasos von Poseidon und Amphitrite auf. 19 Selbst Polyphemos hat sich in eine Nereis, in Galatea verliebt, die aber statt ihn Acis, den Sohn von Pan liebte. Sie werden auf einer Wandmalerei aus Boscotrecase dargestellt, wo der wütende Kyklops große Felsen ins Meer wirft. 20 Die auf Delphin 21 und auf Seepferd 22 reitende oder sogar - nach einer anderer Mythosvariante - von Polyphem umarmte 23 Galatea wird in mehreren campanischen Häusern dargestellt, ist uns aber dieses Thema auch aus Rom bekannt (Casa di Livia). 24 Die Darstellung sowohl der Nereiden, als auch die von tanzenden, im Wasser oder in der Luft schwebenden Gestalten ist im vierten pompejanischen Stil allgemein verbreitet und beliebt geworden: 25 diese Figuren kommen einerseits als zentrale Motive vor, tauchen aber andererseits auch als durchaus spektakuläre Ergänzungs- oder sogar als Raumfüllungsmotive auf. 26 Die imposante Kavalkade der auf fabelhaften Seemonster "reitenden", nackten weiblichen Gestalten 27 ' ' M. Schleiermacher, Die römischen Wand- und Deckenmalereien aus dem Limeskastell Echzell, SJb 46,1991, 96ff. 18 S. Lattimore, The Marine Thiasos in Greek Sculpture. Los Angeles 1976; Neuerdings s. J.M. Barringer, Divine Escorts. Nereids in Archaic and Classical Greek Art. Ann Arbor 1995. 19 D. Ohly, Glyptothek München. Griechische und römische Skulpturen. München 1986, 94ff. und Taf. 33. 20 M. L. Anderson, "Pompeian Frescoes in the Metropolitan Museum of Art," Metropolitan Mus. Art Bull. Winter (1987/88), 36ff„ bes. 50.; Ling a.O. (Anm. 9), 115, Fig 115. 21 P. H. v. Blanckenhagen - Chr. Alexander, The Augustan Villa at Boscotrecase. Mainz 1990, PI. 58, 59.2: Pompeii 17,7- Casa del Sacerdote Amando. 22 Ling a.O. (Anm. 9) 113., Fig. 113. " Zur Darstellung der Mythosvarientan der Liebe von Galatea és Polyphemos in den Künsten (z.B. Dichtung, Malerei) s. B. Adamik, Galatea. Tengeri nimfából - szerelemistennő, Ant. Tan. 38, 1994, 183ff. (s. bes. S. 185., Abb. 1). 24 L. Curtius, Die Wandmalerei Pompejis, Lepzig 1929, 91, Abb. 63. 25 E. Schwinzer, Schwebende Gruppen in der pompejanischen Wandmalerei, Bonn 1979. 26 Z.B. das Deckengemälde im Ipogeo degli Aureli (Rom), s. oben Anm. 13. 27 Zu Darstellungen auf Wandgemälden aus Stabiae s. Curtius a.O. (Anm. 24) 405ff, Abb. 221. In diesem Zusammenhang s. die Interpretation von L. Curtius über denn Sinn dieser Komposition ebenda, S. 408: „Was rauscht alles in dem Orchester dieser Meerbilder auf: die Hingabe des Menschen an das ungeheure bös­gütige, vernichtend-tragende, trennend-verbindende Element, dionysischer Festzug über die blauglänzende Flut an wolkenlosem Tage, Hochzeit von Nereus und Amphitrite und Glaube an selige Fahrt im Gefolge des Gottes nach der abgeschüttelten Last des Lebens" S. weiterhin Borda a.O. (Anm. 9) 251: „numerose figure decorative ... dip inte con grande finezza di gusto e sapienza tecnica." 83

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