Tárnoki Judit szerk.: Tisicum - A Jász-Nagykun-Szolnok Megyei Múzeumok Évkönyve 19. (2009)
Régészettudomány - Kelemen Angéla - Egy Árpád-kori településrészlet ismertetése Szolnok-Alcsi-sziget lelőhelyről
Tisicum XIX. es des gemeinen Volkes zur Arpadenzeit; im Mittelpunkt die Forschung der 1990er Jahre. In: Cseri Miklós-Tárnoki Judit (Szerk.) Népi építészet a Kárpát-medencében a Honfoglalástól a 18. századig Szentendre-Szolnok, 7-54. VÁLYI Katalin 1989-90. Külső kemencék Szer Árpád-kori településen. - Aussenöfen an dem frühmittelalterlichen Fundort Szer. MFMÉ 1989/90-1. 135-158. VÉKONY Gábor 1989. Későnépvándorláskori és Árpád-kori települések Tatabánya-Dózsakertben. In: Gombakötő Gábor (Szerk.) Komárom megye története I. kötet. Tatabánya, 283-316. Angéla KELE MEN Die Besprechung eines árpádenzeitlichen Siedlungsteiles aus Szolnok-Alcsi-sziget Resümee In der Gemarkung von Szolnok, in der sogenannten Alcsisziget-Flur wurde während den Bauarbeiten der Trasse der Hauptstraße 4 eine Sandgrube eröffnet. Erst nach dem Beginn des Sandabbaus wurden die Kollegen im Damjanich János Museum darüber in Kenntnis gesetzt, dass durch den Sandtagebau ein archäologischer Fundplatz zerstört wurde. Durch die Zerstörung wurde der größte Teil des Fundplatzes vernichtet, jedoch konnte ein árpádenzeitlicher bzw. ein keltischer Siedlungsteil freigelegt werden. Die Rettungsgrabung wurde durch László Madaras geleitet, die weiteren Mitarbeiter waren János Cseh, Róbert Kertész und Zoltán Polgár. 1 Der Fundplatz befindet sich in der Grenzzone zwischen Szolnok und Szajol, auf dem inneren Bogen eines hufeisenförmigen toten Theißarmes, auf einem seines Hochufers. Die nördliche Grenze der Fundstelle bildet die Trasse der Hauptstraße Nr. 4, die südliche ein kleiner Bach, der den Fundplatz umarmt. (Abbildung 1.) Während der Freilegungen des Museums kamen neben den árpádenzeitlichen Befunde insgesamt fünf späteisenzeitliche Häuser ans Tageslicht. Die Befunde aus der Árpádenzeit wurden auf dem südlichen Teil der Grabungsfläche lokalisiert. Auf einer Fläche von 100 X 75 Meter wurden vier Häuser und ein Graben freigelegt. Weitere Graben, die ans Tageslicht kamen konnten wegen Mangel an Funden nicht genau datiert werden. In unserer Studie wird der árpádenzeitliche Siedlungsteil besprochen. Häuser: Die Häuser waren alle klein, rechteckig, mit abgerundeten Ecken, ihre Größe variiert zwischen 6 und 10 m 2. Die Tiefenangaben dienen nicht als Beweise, da die Rettungsgrabung erst nach der Abtragung der oberen Humus1 DJM Rég Ad 1309-2002., CSEH János - POLGÁR Zoltán 1996. 27-28. schichten auf der ganzen Oberfläche durchgeführt werden konnte. Anhand ihrer Struktur konnten zwei Typen bestimmt werden. Der eine ist das aus den árpádenzeitlichen Siedlungsgrabungen allgemein bekannte, in die Erde versenkte Grubenhaus mit Pfosten und Pfätten, und einem Dach, das an der Erdoberfläche ruhte. Der zweite Haustyp wurde mit einer kurzen aufgehenden Wand ausgestattet, dieser Typ repräsentiert der Befund Nr. 2. Bei dieser unbestrittenen Form kann mit mehreren Dachkonstruktionen gerechnet werden. Bei der ersten Möglichkeit konnte das Dach direkt an der Oberfläche gestützt haben. Der untere Teil des Daches konnte aber auch unmittelbar an der Seite der Grube angegliedert werden 2, oder aber erstreckte sich ein bis anderthalb Meter außerhalb der Grube 3. Der zweite Typ der Grubenhäuser wird durch die in die Erde versenkte Häuser ohne Pfostenlöcher, aber mit Feuerungsvorrichtung versehene Gebäuden repräsentiert, namentlich die Befunde Nr. 4., 6. und 13. Die frühere archäologische Forschung nannte diese Befunde - István Méris Ansichten folgend 4 - Stall oder Erdstall. Die Tatsache, dass in jedem dieser Befunde eine Feuerungsvorrichtung ans Tageslicht kam, wurden diese Errichtungen meiner Meinung nach zum Wohnen benutzt. Zur Bestimmung der Konstruktion der Häu2 MÉRI István 1952. 58., MÉRI István 1964/a., KOVALOVSZKY Júlia 1960. 32-40., KOVALOVSZKY Júlia 1964. 125-141., KOVALOVSZKY Júlia 1980. Diese Rekonstruktionsmöglichkeit wird in der Studie von Tibor Sabján aus 1999 wiederlegt. Nach seiner Meinung wirft die, an der Seite der Grube angebrachte Dachkonstruktion ein großes statisches Problem auf. Unter dem Gewicht des mit Erde bedeckten Daches konnte die Grube rasch einstürzen. Auch die Wölbung des in die Seite des Hauses eingetieften Herdes konnte einem solchen Gewicht nicht wiederstehen. SABJÁN Tibor 1999.132. 3 SABJÁN Tibor 1999.131-176. 4 MÉRI István 1952. 58., MÉRI István 1964/a. 28-36. | 354