Agria 38. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 2002)
Bakó Zsuzsanna: Egy „nemzeti toposz” születése. Gondolatok Székely Bertalan Egri Nők című képe kapcsán
SINKÓ Katalin 1995 Egri nők. (képelemzés) in.: Történelem-kép. Katalógus Magyar Nemzeti Galéria. Budapest SZÉKELY Bertalan - MAKSAY László 1962 Székely Bertalan válogatott írásai. Budapest SZVOBODA DOMÁNSZKY Gabriella 1983 Barabás Miklós (1810-1898). Budapest Zsuzsanna Bakó Die Entstehung eines „nationalen Topos" Gedanken zu Bertalan Székelys Gemälde: „Die Frauen von Eger" In der Schatzkammer der ungarischen historischen Malerei gibt es einige Werke, die als eine Art nationaler Topos gelten, d.h. ihre visuelle Erscheinung oder bloße Erwähnung kennzeichnen eine Epoche, eventuell eine Gattung. Ein derart emblematisches Werk ist auch das Gemälde „Die Frauen von Eger"_von Bertalan Székely, das 1867 fertig gestellt, dann - den Erwartungen der damaligen Zeit entsprechend - vom Lese- und Frauenverein Eger und Egers Umgebung angekauft und dem Ungarischen Nationalmuseum für die Halle Ungarischer Künstler angeboten wurde. Zum Erfolg des Bildes trug bei, dass es den Anforderungen der Zeit an die historische Malerei, dem Patriotismus und Heroismus, vollkommen entsprach. Die Malerei der Epoche zwischen 1850 und 1875 entwickelte in der Thematik der nationalen Leidensgeschichte eine moralische Inhalte tragende symbolische Formsprache im Stil des romantischen Akademismus - genährt vornehmlich von den edlen Ideen bzw. der Niederlage der Revolution von 1848/49 und des darauf folgenden Freiheitskampfes. Die fertig gestellten Werke, Schöpfungen von Ungarns größten Künstlern: Mór Than, Viktor Madarász, Bertalan Székely, handelten vor allem von den für die Ungarn heikelsten Fragen: von der nationalen Unabhängigkeit bzw. deren erneutem Verlust. Die Niederlage in der Schlacht zu Mohács, die Hinrichtung von László Hunyadi, die Belagerung von Eger und anderen ungarischen Burgen durch die Türken dienten als Quellen und Beispiele, so dass diese zahlreiche Verarbeitungen erlebten - manchmal als Teile historischer Bildreihen. Auch Székely war jahrzehntelang mit der Realisierung eines nationalen Bildepos befasst; seine diesbezüglichen Pläne sind uns aus seinen Briefen an Kocsárd Kuun, Obergespan des Komitats Hunyad sowie an József Eötvös 321