Agria 38. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 2002)

Bakó Zsuzsanna: Egy „nemzeti toposz” születése. Gondolatok Székely Bertalan Egri Nők című képe kapcsán

(Kultusminister nach 1876) bekannt. Wir wissen nicht genau, welche Themen er verarbeiten wollte; so viel steht aber fest, dass er von 1857 bis 1885 sieben, vornehmlich den ungarischen Freiheitskämpfen entnommene Themen - haupt­sächlich mit den Türken ausgefochtene Schlachten - verarbeitet hat. Figuren und Figurengruppen seiner Bilder sind durch die - von Székely „nationales Gefühl" genannte - Vaterlandsliebe miteinander verbunden: Für das Vaterland fielen König Ludwig II und seine Soldaten in der Schlacht zu Mohács und Zrinyis Degen bei Szigetvár; die Liebe zum Vaterland verlieh den Verteidigern der Burg Eger Kraft. Die Themenwahl war für Székely wichtig: Bei der Verteidigung des Vaterlandes gegen die Türken ging es auf seinen Bildern nicht nur um das Land Ungarn, sondern auch um das christliche Europa - gekämpft wurde für allgemein menschliche, also universale Werte. Thema des bereits erwähnten Bildes „Die Frauen von Eger" ist der türkische Ansturm auf Eger im Jahre 1552, wo eine Hand voll Soldaten unter dem Kommando von István Dobó zusammen mit den Frauen, Alten und Kindern in einem heroischen und standhaften Kampf das vielfach übermächtige türkische Heer zum Rückzug nötigte. Székely stellt jedoch auf seinem Bild nicht Dobó, sondern eine Säbel zückende Frauenfigur in den Mittelpunkt; dadurch bringt er das moralische Gewicht des ungleichen Kampfes zum Ausdruck. Von Székelys Malpraxis ist bekannt, dass allen seinen Bildern eine lange Vorstudie, zahlreiche Kompositions- und Farbskizzen, Zeichnungen und Studien in Öl vorausgingen. Auch bei den „Frauen von Eger" war es nicht anders. Die ersten Skizzen waren noch 1856 in Kronstadt angefertigt worden, anschließend beschäftigte er sich mit der Komposition in der Skizze von Hermannstadt 1857 und später mehreren Skizzen in München ganz bis 1860. Das liegende Format verwandelte sich im Zuge seiner Zeichnungen zum Schluss in ein nach oben tra­chtendes stehendes Bild, während die sich aus der Masse ursprünglich kaum abhebende, Steine werfende Frauenfigur zu einem betonten Element des Bildes wurde, die mit einer energischen Geste den Säbel zückt und auf den Türken niederschmettert. Aus der Zeit vor der Fertigstellung des wahrscheinlich aufgrund Eötvös 4 Ermutigung gemalten großen Werks im Jahre 1867 sind auch mehrere Farbskizzen in Öl bekannt. Bertalan Székely schuf also ein Werk, das ein moralitäts- und gefühlserfülltes Bildsymbol der Vaterlandsliebe, Aufopferung und des heroischen Kampfes avanciert ist — nicht nur mit ungarischem, sondern auch mit universalem men­schlichem Maßstab gemessen. 322

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