Agria 37. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 2001)
Vaday Andrea–Domboróczki László: Mezőszemere – Kismari-fenék. Késő-császárkori–kora-népvándorláskori temetőrészlet
Typologische Nennung: „Variation". Die Klinge ist „von sog. Blattform", es kann aber vorkommen, daß sie nicht etwa in der Mitte, sondern im Drittel der Tülle näher breiter wird." 7. Typologische Nennung: Typ (?"). „Dem obigen Typ 540 ein wenig ähnliche Lanzenspitzen", „eine Abweichung ist, daß die Klinge im Verhältnis zum Durchmesser der Tülle sehr breit ist." 8. Ohne typologische Nennung. „Die Klinge ist ebenfalls breit und die Tülle relativ klein." 9. Typologische Nennung: ?. „Lanzenspitzen, die von denen der Gruppe 6 nicht ganz bestimmt abgesondert werden können." „Die Klinge ist im Vergleich zur Tülle relativ schmal, sie ist von länglicher Form und erinnert an ein Weidenblatt." 10. Die im Haupthügel von Geszteréd gefundene Lanzenspitze - sie kann eventuell ein römisches Exemplar sein. 541 Aufgrund der Aufgezählten können 10 „Typen-Gruppen-Varianten" und weitere „ineinander fließende Gruppen" der Lanzen nach Eszter Istvánovits und Valéria Kulcsár im sarmatischen Barbaricum des Karpatenbeckens abgesondert werden. Aufgrund dieses unklassifizierten Systems können die neulich vorgekommenen Stücke nur mit großen Schwierigkeiten in ihre überkomplizierte Ordnung eingestuft werden, da sich die Charakterzüge darin mischen. Demnach kann je eine Lanzenspitze häufig mehreren „Typen-Gruppen-Varianten" angepaßt werden. Die Frage wird einfacher, wenn das typochronologische System durch die Einordnung des Fundmaterials in ein mehrschichtiges (unter- und nebengeordnetes) Verhältnis aufgestellt wird, beachtend auch das Material der benachbarten Völker in den einzelnen Zeithorizonten. 542 Es liegt auf der Hand, daß sowohl von den Römern erbeutete als auch von den verschiedenen benachbarten Stämmen beschaffte Waffen bei den Sarmaten auftauchen können. Sogar wirkten sie aufeinander, 543 was die Wichtigkeit der Bestimmung der Waffen nach ihrem Ursprungsort betont. Über die Lanzen stehen uns zweierlei Quellen zur Verfügung: einerseits das archäologische Material, das mit Hilfe von Analogien bestimmt wird, andererseits die Angaben der antiken Quellen. Hinsichtlich der letzteren taucht das Problem auf, daß die eigenen Waffennennungen in den lateinischen und griechischen Quellen auch in Verbindung mit den barbarischen Waffen benutzt wurden, und es nur selten einen Hinweis gibt, der sich auf die davon abweichenden Züge der sarmatischen Bewaffnung bezieht. Man muß ebenfalls beachten, daß sich die römische Bewaffnung während der römisch-sarmatischen Nachbarschaft in großem Maße veränderte. Dementsprechend können wir z. B. die Feststellungen von Tacitus und Ammianus Marcellinus nicht für gleich halten. 544 540 ISTVÁNOVITS Eszter-KULCSÁR Valéria 1995, 21. 541 BÓNA István 1993, 105. 542 Die Lanzen der Przeworsk-Kultur wurden von KACZANOWKI, PIOTR 1975, 82 in 21 Haupttypen eingereiht! 543 Im Laufe der häufigen römisch-sarmatischen Kämpfe sollten sich beide Parteien einander angleichen, nicht nur die Taktik, sondern auch die Beschaffenheiten der Waffen des anderen Teiles kennengelernt. 544 Außerdem muß man auch den Wortgebrauch der einzelnen Verfasser innerhalb des gegebenen Werkes hinsichtlich der Differenzierung oder Verallgemeinerung der einzelnen Ausdrücke untersuchen. Auch das toposaitige Zitieren aus den Werken von früheren Verfassern muß gemerkt werden. 97