Agria 37. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 2001)

Vaday Andrea–Domboróczki László: Mezőszemere – Kismari-fenék. Késő-császárkori–kora-népvándorláskori temetőrészlet

Die Lanzen der römischen Ausrüstung sind sehr abwechslungsreich. In den einzel­nen Perioden wurden sie vom Gesichtspunkt sowohl der Form als auch der Benutzung aus unterschieden, und sie alle nahmen auch innerhalb der streng bestimmten Kampfordnung eine andere Stelle ein. Die Wörter contus, hasta, telum und pilum können also nicht ein­fach als Synonyme betrachtet werden. Im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden die mit pilum missile und lancea kämpfenden Römer und die contus praelongus benutzenden Sarmaten von Tacitus unterschieden. 545 Der KOVTOÇ die Waffe auch der Alanen. 546 Das römische pilum ist der Wurfspeer. Er hat einen viereckigen oder runden Durchschnitt, und es wurde am ca. 133 cm langen Holzstiel eine ebenso lange, oder beinahe so lange (!) Eisenlanze befestigt. Im Holzteil wurde entweder eine Hülse ausgebildet, in die der Stiel paßte, oder das im Stiel befestigte eiserne pilum mit Eisenbändern und Nageln am Holz festgemacht. So war das pilum ca. 2 m lang! Durch die kleine, flachwinklige pyramidale Ausbildung des cuspis wurde die Wirksamkeit des Einbohrens erhöht. 547 Im 4. Jahrhundert n. Chr. benutzte ein Teil der Legionäre pilum sicu­lum oder pilum verutum, während andere mit einer mit amentum versehenen lancea oder mit einer hasta amentata kämpften. Die Stichlanze (hasta) wurde in der Kaiserzeit von der römischen Infanterie benutzt. Die Waffe der Sarmaten wurde von Ammianus Marcellinus hasta longior genannt. 548 In der nachstehenden Tabelle werden die Angaben der im Gräberfeld gefundenen Lanzen zusammengefaßt: 549 Nr. Lanzenspitze Klinge (cm) Tülle (cm) Länge des Stiels Verhält­nis der Klinge und Tülle Typ der Spitze Länge Breite Länge Durch­messer innen Länge des Stiels Verhält­nis der Klinge und Tülle Typ der Spitze 36 19,5 3,6 5 -1,5 -80 4-1 I 42 17,8 5 12,4 -2 ? 1,5-1 1I/A 41 17,2 4,7 11,4 -2,2 max. 130 II/A 37 16,7 4 9,5 ~ 1,8 max. 120 II/B 30 13,5 5 7 -1,6 ? III 29 7,4 3,1 16,4 -1,6 67-68 IV/A 28 7,8 3,5 14,2 -1,2 -160-165 IV/B Im Falle der meisten Lanzenbeigaben von Mezőszemere kann man auf ihre Länge schließen. Da aber diese Exemplare teils gebrochen wurden, konnte die vollkommene Stiellänge in den Gräbern nicht dokumentiert werden. Auf Abb. 78 wurde die Stiellänge der Lanzen angegeben, während die Lanzenspitzentypen auf Abb. 77 angeführt werden. In Mezőszemere kommen vier Typen vor. 545 S. VADAY Andrea 1989, 112, Anm. 500. 546 Ailian. Taktiké. 2. 547 Die Rekonstruktion s. ULBET, Günther 1968, Abb. 18. 548 AMMIANUS MARCELLINUS 17. 12. 3. 549 Nach der Ergänzung der abgebrochenen Spitze wurde die Länge der Klinge ausgerechnet. 98

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