Agria 33. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 1997)

Vaday Andrea: A tipikus szarmata telepjelenség Kompolt-Kistéri tanya 15. lelőhelyén

Andrea Va day Eine atypische sarmatische Siedlungserscheinung auf dem Fundort Kompolt, Kistéri-Gehöft 15 Auf dem sarmatischen Siedlungsteil des Fundortes Kompolt, Kistéri-Gehöft 15 wur­de eine Abfallgrube freigelegt, in der ein menschliches Skelett lag. Das ist eine selten auf­tauchende Erscheinung, aber es kommt vor, daß Menschenknochen enthaltende Sied­lungsobjekte in den sarmatischen Siedlungen manchmal zum Vorschein kommen. Die Bewertung dieser war kein Thema der Forschung. In den Publikationen wurden diese Objekte entwerder als Grubengräber oder als Wohngruben behandelt, oder man richtete gar keine Aufmerksamkeit darauf. In den Beschreibungen weist auch die Bestimmung dieser Objekte auf die Ungeklärtheit dieser Frage hin. Das aber, daß diese Erscheinungen von Mihály Párducz weder bei den Gräberfeldern noch bei deren chronologischer, ethnischer und kultureller Analyse behandelt wurden, deutet auf die Eigenartigkeit der erwähnten Objekte hin. Die sarmatischen Gräber sind im Karpatenbecken bereits von der Einwanderung an bekannt, während die Siedlungen erst später, gegen Ende der halbnomadischen Periode auftauchen. Obwohl regelmäßige Gräber in den sarmatischen Siedlungen manchmal vor­kommen, sind sie mit der Siedlung nie gleichzeitig. Im Verlauf der Beschreibung und Deutung der auf dem Fundort Hódmezővásárhely Solt-Palé, Hódmezővásárhely Ko­páncs, Szőreg, Tiszaföldvár und Kompolt 15 freigelegten, in Grube geworfenen Toten konnten gemeinsame Erscheinungen beobachtet werden: 1. Auf den genannten Fundorten gibt es auch ein traditionnelles Gräberfeld, von der Siedlung in kleinerer oder größerer Entfernung. 2. Die menschlichen Reste liegen nicht in der traditionellen und gewöhnlichen Position. 3. Es gibt keine Beigaben neben den Toten. 4. Nur in einem einzigen Fall kam ein Trachtgegenstand vor, nämlich die Hälfte eines Ohrgehängepaares auf dem Toten (Tiszaföldvár, Grube 82/22). 5. Die Toten liegen nicht auf der Grabensohle. 6. Unterhalb der Toten ist die Einfüllung des Grabenteiles von typischem Abfallgraben­charakter. Auch noch in den Fällen ist das zu beobachten, wenn die Grabe ursprüng­lich die Funktion einer Speichergrabe erfüllte (s. die bienenkorbförmigen Graben). 7. Auf dem Niveau der Skelette bzw. in einer Schicht über den Skeletten befanden sich ausschließlich Verbrennungsprodukte (Asche, Holzkohle, Ruß), ferner verschiedene Bruchstücke von gebrochenen Gefäßen. All diese Beobachtungen weisen darauf hin, daß diese Objekte nicht als Gräberfelds-, sondern als Siedlungserscheinungen betrachtet werden können. Es verlangt aber eine Er­klärung, warum menschliche Reste bei einem Volk, welches über, nach rituálén Regeln belegte Gräberfelder verfügt, in Abfallgruben gelangten. In Tiszafüred konnte ein Teil der Zerstörangsschicht schon bestimmt werden. Von den dort aufgezählten Objekten enthielten das Objekt 80/A bzw. 80/23 Menschenknochen. Aufgrund der Krüge mit Ausgußrohr (Taf. 10,3-4) kann die Zerstörangsschicht zweifel­los in die Hunnenzeit (an das Ende der Hunnenzeit) datiert werden. Daraus, daß ein kenn­zeichnender hunnenzeitlicher Gefaßtyp in einer sarmatischen Werkstatt mit sarmatischer Technik und Verzierungsart hergestellt wurde, ist es darauf zu schließen, daß die Gefäße nicht in den ersten Jahren der Attila-Zeit erzeugt wurden. Da sie später in die Erde ge­105

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