Agria 31.-32. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 1995-1996)
Bakó Ferenc: Borpincék történeti-néprajzi kutatása a Felföldön
entstanden sein, aber nach den werden. Die Archäologen haben ihn nur zum Teil erschlossen. Nach deren Erkenntnis ist der Keller von unregelmäßigem Grundriß und wurde wahrscheinlich in mehreren Phasen erbaut. Bis zum XVI. Jahrhundert haben die beiden kirchlichen Landherrn, der Bischof und das Domkapitel den Keller gemeinsam benutzt. Später wurde das Domkapitel selbständig und lagerte seine Weine in der Stadt. Der an der Seite des Burgberges befindende Königsstuhl (Királyszék) enthielt eine ganze Kellerreihe. Diese war das Eigentum des Domkapitels und wird in der Abhandlung detailiert beschrieben. Am Ende der türkischen Herrschaft zu Anfang des XVIII. Jahrhunderts wurden die Zehentkeller des Domkapitels außerhalb der Burg in der westlichen Hälfte der Stadt im Tuffgestein ausgebaut. Hier wurde die bischöfliche Residenz gebaut. In deren Nähe und zum Teil darunter wurde ein Weinkeller aus weichem Vulkangestein geschnitten. Dabei wurden auch die früher angelegten und der teilweise zum Pfarramt gehörende Keller benutzt. Dieser erzbischöflich-bischöfliche Hauptkeller ist ein Bau besonderer Form und Konstruktion, die vom Verfasser nach einer 1807 gezeichneten Skizze beschrieben und detailiert analysiert wurde. Das Zentrum des Bauwerks ist ein riesiger Saal, dessen Decke von 30 aus dem Vollen gehauenen Tuffsteinsäulen getragen wird. Diese Pfeiler sind durch halbkreisförmige Bögen zusammengebunden. Der sogenannte Großkeller hat seine Fortsetzung in mehreren Nebenarmen, dazu kommen die Reste des mittelalterlichen Kellers. Es ist unbestreitbar, daß der ehemalige Zehentkeller des Bistums eines der bedeutendsten baugeschichtlichen und wirtschaftsgeschichtlichen Denkmäler darstellt, das in unseren Tagen noch ungenutzt ist. 272