Agria 31.-32. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 1995-1996)
Bakó Ferenc: Borpincék történeti-néprajzi kutatása a Felföldön
Ferenc Bakó Historisch-ethnologische Erforschung der Weinkeller im Ungarischen Hochland Am südlichen Fueße des nordungarischen Mittelgebirges befindet sich ein breiter Gürtel aus Rhyolithtuffgestein, in welchem seit Jahrhunderten Höhlen verschiedener Bestimmungen eingegraben wurden. Darunter sind die Keller zur Weinlagerung von hoher Bedeutung. Viele Tausend werden auch heute hier noch benutzt. Trotz ihrer Bedeutung für die Weinwirtschaft sind unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Frage ihrer Ordnungsform oder Chronologie auch heute noch völlig offen. Darauf gerichtete Untersuchungen haben kaum Ergebnisse gebracht. Diese wissenschaftliche Lücke versucht der Verfasser mit seiner 5-jährigen Forschungsarbeit zu füllen, die sich fast auf das ganze Gebiet des Hochlandes erstreckte. Grundlage der Untersuchungen ist die Ortsbegehung, die Dokumentation der Beobachtungen, die der Erforschung der wenigen gedruckten Literatur und handschriftlichen Aufzeichnungen in Archiven voranging und ständig begleitete. Der erste Teil der Arbeit faßt die erreichten Forschungsergebnisse zusammen und erläutert deren Methode. Der Ausgangspunkt der Untersuchung ist jeweils ein herrschaftlicher sogenannter Zehentkeller (in den unter feudalen Verhältnissen die Fronbauern einen Zehntel, den Zehent ihrer Weinernte abgeben mußten), da dessen Form und Alter festgestellt werden konnte. Zu der Geschichte des in der Feldmark des Dorfes Andornak liegenden „Százrejtekü" (Hundert Höhlen Keller) gehört dessen besondere Stellung: er hat sich in den Besitz des Bischofs von Eger eingekeilt. Adelsbesitz und in einer Gegend liegend, in der im XI-XIII. Jahrhundert der Bischof von Eger westeuropäische, französische und deutsche Siedler ansiedelte. Der Ursprung der Keller zur Wein Verarbeitung ist also in zwei Richtungen zu suchen: beim ungarisch-kabarischen Volk, das als Ureinwohner zu betrachten ist und, nach den eventuellen Erneuerungen, die westlichen Siedler. Die erste Phase der Forschung breitete sich in der östlichen Hälfte des Hochlandes auf neolateinische, also durch französisch-wallonische und italienische Bevölkerung gegründete Siedlungen und nach ihnen benannten Dörfer aus, was solche Siedlungen ergänzen, welche geistliche Gutsherren von Eger, Mönche und weltliche Personen, Familien besaßen. Die in großen Zügen vollendeten, allgemeinen Prüfungen folgten einige Ereignisstudien. Die Arbeit über die herrschaftlichen Keller des Dorfes Tállya im Komitat Zemplén beziehen sich darauf, daß auch in der Nähe von Eger wallonische Siedlungen bestanden; die geschichtliche und morphologische Darstellung des bischöflichen Zehentkellers im Dorf Harsány, und schließlich die Forschung des als mittelalterlich anzunehmenden Kellers der Ortschaft Kompolt. Dieser wird wahscheinlich einst Besitz der einen der größten adligen Familien des Hochlandes, des Abageschlecht gewesen sein. Diese Untersuchungen führen zu der Schlußfolgerung, daß unter Beachtung des geografischen mittelalterlichen Ausbreitungszentrums der kirchlichen und weltlichen Organisationen, die Rolle Egers im Weinanbau und die dazu gehörenden Kellerbauten enthüllt werden muß. In Eger wurde das Verwaltungszentrum von Kirche und Staat auf dem Burgberg erbaut, hier sind die ältesten Siedlungsspuren und hier ist auch ein großer Keller, in dem der Fronherr die Zehentweine lagerte. Der Keller kann schon sehr früh 271