Petercsák Tivadar - Szabó Jolán (szerk.): Végvárak és régiók a XVI-XVII. században - Studia Agriensia 14. (Eger, 1993)

Nagy László: Várad szerepe a Partium és Erdély életében a 16-17. században

kam die Festung wieder unter die Oberhoheit des siebenbürger Fürsten und war während eines halben Jahrhunderts eher von einer politischen als einer militärischen Wichtigkeit. Sie wurde dann von Bedeutung, als die Fürsten Zsigmond Rákóczi, Gábor Báthory, späterhin Gábor Bethlen ih­ren Trón bestiegen. Während der Kämpfe des 17. Jahrhunderts gegen die Habsburger, diente Várad hauptsächlich als Zentrum der Rekrutierung, Depot ein Sicherungsort für die militärischen Vorräte. In 1658 kam es wieder zu einem Sturm seitens der Türken. Der aus Schottland stammende András Gaudi, der aber als treuer Ungarischer Artillerieoffizier kämpfte, hatte den Angriff der Tataren, unter Leitung ihres Khanes Giraj, dem die Heere der Vasallenstaaten der Moldau und der Walachei beistanden, er­folgreich zurückgeschlagen. Der wegen des Misserfolgs erboste Grossvesir Mohamed Köprülü sandte im Juli 1660. ein grosses Heer zur Festung Várad, die zu jener Zeit, wegen der Abwesenheit des Hauptkapitäns nur von Vizekapitän Máté Balogh und 900 Soldaten verteidigt wurde. Es muss aber erwähnt werden, dass auch die Bürger der Stadt Várad, auch Frauen, ihr Anteil an der Verteidigung hatten. Die Bestürmung dauerte mehrere Wochen lang und die Anzahl der Verteidiger sank auf das Drittel. Da Hilfe von nirgends zu erwarten war, wurde die Festung neben entsprechenden Bedingungen übergeben. Sie wurde dann mehr als drei Jahrzehntelang Zentrum und Sitz des türkischen Beglerbeg. Durch den Verlust von Várad und des Gebietes Partium wurde Siebenbürgen sehr geschwächt und dem Pascha von Várad sehr ausgeliefert. Die Inhaber dieser Würde haben auf Befehl der Pforte die Kampfe der Kurutzen gegen die Habsburger unters­tützt, aber es war doch der Pascha von Várad der in 1685 Imre Thököly, den Führer der Kurutzen festgenommen hatte, das einen grosser Schlag für diese Bewegung bedeutete. In den Kriegen am Ende des 17. Jahrhun­derts spielte Várad keine bedeutende Rolle. Ihre Rückeroberung erfolgte in 1692 durch den General Donat Heissler unter dessen Führung eine grosse Anzahl ungarischer Soldaten, unter ihnen auch ehemalige Kurut­zen, teilnahmen. Die türkenfeindlichen Kriege um die Verteidigung und die Eroberung von Várad wurde von der ungarischen Geschichte und Kriegsgeschichte bis jetz vernachlässigt. Hoffentlich wird es jetzt von der heutigen Ge­schichtsschreibung nachgeholt. 54

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