Juhász Imre: Gönczy Pál, a reformer pedagógus (A Hajdú-Bihar Megyei Múzeumok Közleményei 11. Debrecen, 1969)

Zusammenfassung

stellte die Richtlinien zum Unterricht vieler Unterrichtsgegenstände zusammen. In seinem bota­nischen Leitfaden verfeinerte er auch die botanische Fachsprache. Er leistete viel in der Förderung der Veranschaulichung im Unterricht. Er plante und ver­fertigte Übersichtskarten zur Geographie, Globusse und Apparate zur Veranschaulichung des Drehens der Erde und des Monds. Die Arbeit der Lehrer der Naturwissenschaften wollte er mit verschiedenen Sammlungen und mit veranschaulichenden Karten erfolgreicher machen. Er versuchte den Unterricht des Lesens und Schreibens mit Wandtafeln, beweglichen, geschriebenen und gedruckten Buchstaben zu fördern. Schulmöbel und Schulgebäude wurden vom ihm geplant. Er erwarb sich Verdienste im Bau zahlreicher Volksschulen, in der Förderung der Lehrerbildung und des gewerblichen Unterrichts. Gönczy war auch als Landwirt tätig. In den 50-er, 60-er Jahren schrieb er eine Reihe von Artikeln zur Förderung der landwirtschaftlichen Produktion. In seiner organisatorischen Arbeit dachte er an die fortschrittlich gesinnten Landwirte. Oft ermunterte er mit seiner eigenen Praxis die mit Vernunft bewirtschaftenden Landwirte. Er machte Propaganda für die Seidenzucht, die Anlage von Wäldern, den Weinbau und den Anbau von Melonen. Er war ein eifriger Anhänger der Entwässerung und Flußregelung und drängte auf den Ausbau eines Kanalsystems. Er betonte die Bedeutung der Bewässerung im Kampf gegen die Dürre. Auf seinem Gut in Karácsond, das er sich mit mühevoller Arbeit erwarb, brachte eine wirkliche Musterwirtschaft zustande. Sein Wirken auf diesem Gebiet stellte eine wertvolle erzieherische Arbeit dar. Aus welchen ideologischen Quellen schöpfte Pál Gönczy bei seiner Arbeit in der Praxis? Seine Unterrichtspolitik ist durch die weitgehendste Berücksichtigung der Traditionen und der gesellschaftlichen Umstände gekennzeichnet. Als Politiker schöpfte er aus dem bürgerlichen Humanismus und wurde ein Anhänger der Einführung der allgemeinen Schulpflicht. Das wurde einerseits von der Zeit gefordert, andererseits wurde aber die Verwirkhchung derselben von der Zeit gehindert. Gönczy war der Ansicht, daß der Wirkungsbereich des Staates auch auf den Bau der Schulen ausgebreitet werden solle. Er trat mit dem radikalen Programm der Verstaatlichung der Schulen zwar nicht auf, aber er nahm den Standpunkt ein, daß gemeinsame Gemeindeschulen errichtet werden sollen. Er bemühte sich an der Ausgestaltung einer neuen Schulorganisation und bestimmte die Zielsetzungen der einzelnen Schultypen. Er war überzeugt, daß jeder Staatsbürger dem Unterricht teilhaft werden soll, der seinen Lebensumständen entspricht. Das bedeutete die Ausbreitung des Volksunterrichts, so kann der Demokratismus seiner Schulpolitik nicht be­zweifelt werden. Was nun seine Meinung über den Beruf der Lehrer betrifft, sind seine Anforderungenauch heute lehrreich. Er war überzeugt, daß „der Wohlstand und Glück des Vaterlandes" in großem Maße von ihrer Arbeit abhängig sei. Darum schrieb er: „wer nicht aus dem Herzen Lehrer ist, ist kein Lehrer". Er forderte das Gefühl der Berufung vom guten Pädagogen an, wobei auch die Kinderliebe, Aufrichtigkeit und Ungezwungenheit neben dem Entschluss und Diensteifer — seiner Meinung nach — erforderlich seien. Die hohe Bildung der Lehrer wurde vom ihm auch hoch ge­schätzt. Er stellte als Aufgabe vor sie, die physische Arbeit zu schätzen und zu ehren. Er erwartete vom Lehrer die Vertilgung des beim Volk noch lebenden Aberglaubens. Neben den Anforderungen an den Lehrer vergaß er die Hochschätzung nicht, wofür er zahlreiche Beispiele schuf. In Hinsicht seiner pädagogischen Ansichten war er ein Anhänger von Eötvös und den Unterricht hielt er für eine Angelegenheit vom allgemeinen Interesse, die auch der Gesellschaft dienen soll. Er erachtete die Erziehung auch als Mittel des Individuums, das zur menschlichen Ent­wicklung und zum Glück unbedingt nötig sei. Seine Ideen über die Aufgaben und Methoden der Erziehung in der Familie und Schule hat er ausführlich erörtert. Das fortschrittlichste Prinzip, das er in Verbindung mit den Zielsetzungen der Schule vertrat, war die Erziehung zur Arbeit mit der Arbeit. Obwohl er in dieser Hinsicht unter dem Einfluß von Rousseau, aber besonders von Pestalozzi (Wehrli, Fellenberg) stand, kann man mit Recht behaupten, daß zahlreiche Anregungen in seiner Konzeption vorhanden waren, die ihn aus

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