Juhász Imre: Gönczy Pál, a reformer pedagógus (A Hajdú-Bihar Megyei Múzeumok Közleményei 11. Debrecen, 1969)

Zusammenfassung

der Dunkelheit der Vergessenheit hervorheben. In der ungarischen Erziehungsgeschichte könnte man Sámuel Tessedik, den persönlichen Schüler Pestalozzis János Szabó von Várad erwähnen, deren geistige Erbe von Gönczy wachgerufen wurde. Er warf mehrere Fragen der Anforderungen, des Programms der Arbeitserziehung (z. B. der praktische Unterricht der landwirtschaftlichen Kenntnisse) auf. Die Durchführung dieser Ideen könnte man — seiner Meinung nach — durch Errichtung von Übungsgärten, praktiche Umgestaltung der Unterrichtsmethode, Erweiterung der Kenntnisse der Pädagogen verwirklichen. Schade, daß diese Bestrebungen infolge der gesellschaft­lichen Umstände scheiterten. In der Auswahl der Methoden der Erziehung und Disziplin in der Schule wurde er vom Humanismus geleitet. Er lehnte die körperliche Züchtigung entschlossen ab, und trat den Pä­dagogen entgegen, die Ansehen auf diese Weise sichern wollten. „Feige Despoten! — schreibt er — das ist kein Ansehen, sondern die Niedertretung des Menschenrechts. . .". Er betonte den Vorrang der positiven Wirkungen in der Erziehung. Sein Bildungsideal im Volksschulwesen überragte die Zielsetzungen und das Ideal der alten adeligen Welt. Den anderen großen persönlichkeiten der Erziehungsgeschichte ähnlich erweiterte er den Kreis der Naturwissenschaften im Unterrichtsplan neben der Geltung der praktischen Ziel­setzungen bedeutend. In der Methode des Unterrichts verurteilte er völlig die geisttötende Büffelei, weil sie die nachdenkende Vernunft nicht entwickelt und keine Anregung zur Selbstbildung gibt. Als positi­ves Verfahren stellte er die Veranschaulichung dar. Nach seiner Überzeugung kann man nur durch die Veranschaulichung die Schüler zum Fragen bewegen. Der Unterricht ohne Veranschaulichung ist eine Zeitverschwendung, die auch noch verdummend wirkt. Sein anderes methodisches Prinzip ist die Bestrebung, die Schüler zur Mitarbeit anzuregen. Mit überraschender Aktualität schreibt er: „Der Unterricht ist kaum nützlich, wo der Lehrer fortwährend aktiv arbeitet, und die Schüler passiv da sitzen". Er kämpfte gegen das konservative pädagogische Denken auf dem Gebiet der Methodik. Sein Standpunkt war, daß man „unterhaltend und nicht quälend" unterrichten solle. Seiner Mei­nung nach erweckt die gute Unterrichtsmethode den Wissensdrang. Gönczy umfaßte seine Ansichten über die Erziehung, den Unterricht und die Methodik in keinem abgeschlossenen System. Der Gedanke der Systematisierung wurde von ihm nicht auf­geworfen. Man soll aber klar sehen, daß er kein origineller pädagogischer Denker, der Theorien schaffen wollte, sondern ein Pädagoge mit europäischem Horizont war, der sich hoher Verdienste um die Verbreitung der fortschrittlichen pädagogischen Ideen, vornehmlich des Pestalozzianis­mus machte. Zum Schluß sei wiederholt betont, daß ein bedeutender Teil der Zielsetzungen Gönczys im Volksschulgesetz des Jahres 1868 festgesetzt wurde, dessen Verwirklichung er immer anstrebte. In seinem Wirken war die Einheit der Theorie und Praxis eine Wirklichkeit. Außer dem Humanismus und der außerordentlich großen Arbeitsleistung war die Vater­landsliebe der Hauptzug seines Charakters, die mit der Verbreitung der fortschrittlichen Gedanken Hand in Hand ging. Er schrieb noch aus der Schweiz folgendes: „ . . . obwohl der Franzose und der Engländer die Schweiz für das schönste Land halten, halte ich mein Vaterland für das schönste und beste. Wenn andere bevorzugen, ihre gelangweilten Tage in den waldigen, vom Schee bedeck­ten Landschaften der Schweiz mit Wasserfällen zu verbringen, — ich eile in meine Heimat." Gönczy kämpfte in einer anderen Zeit, unter anderen Umständen und auf einem anderen weltanschaulichen Grund für den Fortschritt. Seine Ideenwelt war modern, und deshalb verdient er auch heute unsere größte Aufmerksamkeit und unsere höchste Anerkennung.

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