A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1995-1996 (Debrecen, 1998)
Természettudomány - Szabó Sándor: Angaben zur Lebensweise einiger Flecken- oder Edelfalter im Grossen Wald von Debrecen
Sándor Szabó ANGABEN ZUR LEBENSWEISE EINIGER FLECKEN- ODER EDELFALTER IM GROßEN WALD VON DEBRECEN Angaben zur Falterwelt des Großen Waldes gibt es seit mehr als hundert Jahren. Aus diesen geht hervor, daß hier selbst vor noch wenigen Jahrzehnten eine reiche Insektenwelt vorhanden war. Der allmähliche Artenrückgang hält jedoch bis auf den heutigen Tag an, denn immer weniger Arten sind in der Lage, die Zerstörung des Biotops zu tolerieren. In der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mich mit einigen im Großen Wald noch anzutreffenden Arten einer der empfindlichsten Familien, der Flecken- oder Edelfalter (Nymphalidiae), unter denen geschützte und aufgrund ihrer Seltenheit schutzbedürftige Arten gleichermaßen vorkommen. Ich untersuchte die Ernährungsgewohnheiten der Imagines, ihre Überwinterung und die empfindlichsten Abschnitte ihres Larvenlebens. Bei den in Gruppen aufwachsenden Arten bedeutet das gemeinsam geschaffene Gespinst günstige mikroklimatische Bedingungen und gleichsam Schutz gegenüber den Prädatoren. Zu diesen Arten zählen der Kleine Fuchs, der Große Fuchs der Netzspanner, das Tagpfauenauge und der Trauerfalter. Die ausgewachsenen Raupen verlassen das Gespinst, um sich zu verpuppen und ein eigenständiges Dasein zu führen. Ihre Puppen hängen kopfabwärts, mit ihren dornartigen Auswüchsen und den metallenen Flecken sowie durch ruckartige Bewegungen vertreiben sie etwaige Angreifer. Die überwinternden Falter wählen den für ihre mehrere Monate andauernde Überwinterung benötigten Platz sorgfältig aus. Auch ihre Flügelunterseite paßt sich der schwärzlich, bräunlichen Umgebung gut an. Im Verlauf der seit den sechziger Jahren andauernden Errichtung von Neubauvierteln veränderten sich die seit Jahrhunderten bestehenden Lebensformen. Die für Debrecen so typischen Gartenviertel verschwanden, was auch den Verlust des Biotops von anderen schon geschützten Falterarten nach sich zog. Somit ist es kein Zufall, daß ich die auch heute noch im Großen Wald anzutreffenden acht Flecken- oder Edelfalterarten zum Thema meiner Arbeit machte. Die meisten von ihnen bringen es im Verlauf ihrer Lebensdauer zu zwei bis drei Generationen. Sie leben in einer artenarmen Bizonöse. Obwohl ihre Vermehrungsrate hoch liegt, kann der sich gemeinsam mit ihnen vermehrende Prädator starke Schwankungen in der Population hervorrufen, wie z.B. bei dem Kleinen Fuchs. Die vorübergehende Klimaerwärmung während der neunziger Jahre ermöglichte dem Atalantafalter eine sichere Überwinterung. Der Wechsel zur monovoltinen Lebensweise konnte im Raum der großen Ungarischen Tiefebene beim Tagpfauenauge registriert werden. 52