A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1974 (Debrecen, 1975)

Természettudomány - Aradi Csaba–Dévai György–Fintha István–Horváth Klára–Bancsi István–B. Tóth Mária–Ötvös János: Studien über Haláps Lebenswelt

Csaba Aradi, György Dévai, István Fintha, Klára Horváth, István Bancsi, István Dévai, Mária B. Tóth, János Ötvös STUDIEN ÜBER HALÁPS LEBENSWELT Eine charakteristische Gegend Ungarns ist die Nyírség (etwa: Pfützengegend), deren bedeutender Teil sich auf das Gebiet des Komitates Hajd-Bihar ausdehnt, ein Stück davon - der Haláper Wald und seine Umgebunng - gehört sogar administrativ zu Debrecen. Nun, die Lebewesen dieses Waldes und der Umgebung wurden einer kleineren Biologengemein­schaft untersucht. Zuerst wurden die Naturvelhältnisse des Waldes geprüft. Es wurde festgestellt, daß die einst zwischen den Hügeln mit Sümpfen und Birkenwäldern, auf den Hügeln mit Eichen­wäldern gezierte Gegend durch die Einmischung des Menschen ihre frühere natürliche Anischt verloren hat. Es sind hie und da nur Reste der Vergangenheit gebliben. Trotz der Kanalisation sind doch natürliche Gewässer auf diesem Gebeit erhalten. Sie wurden vor allem untersucht. Nach der chemischen Analyse des Wassers wurde die primäre Pflanzen - und Tierwelt geforscht. Aus den einfachen Pflanzen - Algen - sind 101 Taxons vorgekommen. Sie sind alle aus den Süsswässern Europas gut gekannt. Aus den einfachen Tieren wurden die Rädertierchen (Rotatoria) und Krebse (Crustacea) untersucht. Unter den Rotaria (85 Arten) waren die Mytilina acanthophora für die europäische Fauna, die Epiphanes clavulata, Enteroplea lacustris und Resticula gelida für die ungarische Tierwelt neu. Aus den Crustacea kamen 36 Arten vor, sie alle sind überall häufige, weitverbreitete Wesen. Aus den Weichtieren (Mollusca) wurden 43 Arten gefunden. Die Analyse zeigt, daß auf diesem Gebiet wasser- und feuchtigkeitfreunde Arten in der Mehrheit sind. Die Zahl der wärme- und trockenheitfreunden Arten ist auffallend klein. Als Besonderheit ist zu erwähnen, daß die Aplexa hyphorum - dieses nördliche Sumpftierchen (das bei uns nach und nach abnimmt) - auch hier, natürlich nur im kühlen Wasser des Sumpfwaldes, lebt. Die charakteristiche Art der trockenen Akazienwälder ist die Vitrina pellucida. Seltenere Ar­ten sind z. B. : Phyasa acuta (südeuropäische Art), Galba truncatula, Radix auricularia, Hippentis complanatus (im ganzen Ungarn selten, hier häufig), Vitrea cristallina, Trichia hispida. Aus der Käferwelt (Coleoptera) sind 637 Arten und Varianten da. Die geographische Verbreitung der einzelnen Arten weist darauf hin, daß der Karpatenbecken (so auch dieses Gebiet) der Treffpunkt der europäischen Käferfauna ist. In Haláp wurden 13 nördliche, 5 südliche, 12 östliche und 2 westliche Arten bemerkt. Die mitteleurpäische Lage wird durch 49 Arten bewiesen und durch das Vorkommen solcher Käfer verstärkt, die z. B. in Nord­und Mitteleuropa (62 Arten), Mittel- und Südeuropa (38 Arten), Mittel- und Osteurpa (7 Ar­ten) einheimisch sind. Nach dem Verzeichnis ist auch das festzustellen, daß aus der Fichten­Birken-Zeit (20 000-10 000 v. u. Z.) die Arten Pterostichus coerulescens, ovoideus, nigrita und Micromalus parallelepipedus im Sumpfwald vorkonnem. In der Haselnußzeit (10 000-7000 v. u. Z.), als das Gebeit eine bewaldete Steppe war, sind auch die pontischen Elemente auf der Nyírség erschienen. Solche Elemente sind die steppenfreunde Cycindela hybrida und die silvicole Codescelis melas. In der Eichenzeit (7000-5000 v. u. Z.) mit atlantischen Klima sind auch die mediterranen Elemente eingedrungen, so z. B. der Badister unipustulatus und Smycronix seriepilosus. Aus der subatlantischen Buchenzeit (5000-2500 v. u. Z.) stammen die montanen Elemente: der Lygostopterus sanguinens und Otiorrhynchus multipunctatus. Diese auf die Urzeit hinweisenden Elemente sind trotz der großen Naturumgestaltun­gen (Waldrodung, Kanalisation, Ackerbau) doch in zerbrökelten Flecken, mit wenig Vertre­tern geblieben. Aus der Vogelwelt (Aves) gelang es 135 Arten zu registrieren. Als Kurosität müssen der Zwergadler (Hieraaetus pennatus) und die Misteldrossel (Turdus viscivorus), weiter den Rotkopfwürger (Lanius senator) erwähnt werden, den man zum letztenmal 1870 hier be­merkt hat. Obwohl den Platz der Jahrhunderte alten weitverzweigten Eichen nach und nach Akazien einnehmen, die Auen mit Steppenblumen auf den Hügeln durch Ackerfelder er­setzt werden, an Stelle der Sümfe Saat schwankt, bewahrt doch die Nyirség die Vertreter der Landschaft vorhistorischer Zeiten. Obwohl auch in Haláp reliktartige Flecken existieren, haben sie bloß „Erinnerungswert", sie wären aber auch so zu schützen. 156

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