A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1972 (Debrecen, 1974)
Muzeológia - Ditróiné Sallay Katalin: Kulturpolitik und die Museen
Katalin Ditrói-Sallay KULTURPOLITIK UND DIE MUSEEN Die Gestaltung des sozialistischen Menschen ist eine der wichtigsten Fragen unserer sozialistischen Revolution, die Zentralfrage der Kulturrevolution; der Hauptinhalt unserer kulturellen Tätigkeit, dabei eine der wichtigsten Forderungen des Aufbaus unserer neuen Gesellschaft. Wir möchten die Werte der Kultur nicht nur für eine Klasse oder Schicht zugängig machen, sondern organisiert und planmässig der ganzen Gesellschaft näher bringen. In dieser Tätigkeit fällt auch auf die Museen eine bestimmte, nicht zu vernachlössigende Rolle. Zur Kultur gehören nicht nur die bildende Kunst, die Literatur, das Theater, das Kino, das Museum, usw. sondern in demselben Masse auch die Gesellschafts- und Naturwissenschaften und die Technik. Die Verhältnisse des in Ungarn eingeführten neuen Ökonomie sehen Mechanismus werfen immer dringender den Ansprach auf zeitgemässe Bildung auf. Die Erhebung des kulturellen Niveaus ist daher ein wesentliches Programm im Aufbau des Sozialismus, und die Fachbildung ist im Prozess ununtbehrlich, als die Wissenschaft Produktivkraft wird. Die in der Schule erworbene allgemeine und speziale Bildung ist nicht vollendet, nur ein Grund zur Weiterbildung, da sich die Wissenschaft und die Technik in schnellem Tempo entwickeln. Es muss also einem ein Grundwissen beigebracht werden, auf dem sich immer ein neues bauen lässt. Die Bedeutung der zugenommenen Freizeit ist in der Erwerbung der allgemeinen und zum Tach nötigen Kenntnisse immer grösser und kann zur Erhebung des kulturellen Niveaus der Einzelnen - in organisierter Form oder durch Selbstbildung - gebraucht werden. Darin müssen auch die Museen eine Rolle durch sinnreiche, veranschaulichende, Erlebnis bietende Ausstellungen einerseits, durcht Propagandaarbeit anderseits spielen. Das Bewusstmachen, dass die zunehmende Freizeit auch mit Museumbesuchen zu verbringen ist, ist in aller Welt, so auch bei uns problematisch. In der sozialistischen Gesellschaftsordnung verändeten und verändern sich die Rolle und Stellung der Museen, da sie der Demokratisierung der Kunstgegenstände helfen und Mittel der allgemeinen Bildung werden müssen. Die Tätigkeit der Museen in der allgemeinen Bildung ist mit den Ergebnissen der anderen Bildungsanstalten gleichrangig. Die Festigung ihres wissenschaftlichen Charakters ist sowohl für die Fachwissenschaften, als auch für die die Museen unterhaltenden Organe wichtig. Die wissenschaftliche und Bildungsfunktion widersprechen einander nicht, nur ihr bestehendes Verhältnis ist fehlerhaft. Die verschiedenen Aufnahmen beweisen auch mit Zahlangeben, wie unrichtig die Versorgung der Museen mit wissenschaftlichem und technischem Personal ist. An Landesberatungen wurde die Rolle der Museen in der allgemeinen Bildung auseinandergesetzt, nicht aber die Grundlage, ihre wissenschaftliche Tätigkeit. „Die konsequente und alle Gebiete umfassende Durchsetzung der Bildungspolitik der Partei ist bei der erfolgreichen Lösung der bevorstehenden Aufgaben im Aufbau des Sozialismus unentbehrlich" - hat das Referat des Zentralkomitees am zehnten Kongress der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei festgestellt. Der wissenschaftliche Charakter der Museen konnte sich erst in den letzten zehn Jahren entfalten. Er kann der Bildungspolitik der Partei nur bei richtigem Verhältnis der zwei (wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen) Linien entsprechen, da die Bildungstätigkeit der Museen nur dann vollwertig ist, wenn sie auf geeigneten wissenschaftlichen Gründen ruht. Neben der Leitung sind auf verschiedenen Stufen ratgebende, beurteilende Organe und Kollektive tätig. Diese Verwaltungsform fordert auf allen Stufen die demokratische Vorbereitung der Entscheidungen; sie ist die beste Methode, um den Subjektivismus auszuschalten, und eine Garantie dafür, dass die Eigenart der Kultur beach650