A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1972 (Debrecen, 1974)
Muzeológia - Ditróiné Sallay Katalin: Kulturpolitik und die Museen
tet wird. Das gibt den Kulturinstitutionen die Möglichkeit, auf dem eigenen Gebiet anregend zu werden. Zahlreiche beachtenswerte wissenschaftliche Erfolge sind zustande gekommen und wurden auch in der Praxis der Volksbildung angewandt, was auch durch die zunehmende Anerkennung der ausländischen wissenschaftlichen Kreise und durch die erfreuliche Ausdehnung der internationalen Verbindungen gekennzeichnet wird. In aller Welt wird unseren Filmen ernste Anerkennung gewidmet, mit unseren literarischen und anderen künstlerischen Werken, mit den Produkten unserer Leicht- und Schwerindustrie, mit zahlreichen gut zusammengestellten Kollektionen unserer musealen Sammlungen wird man auch über unsere Grenzen in bisher noch nie erfahrenem Masse vertraut. Imfolge der immer zunehmenden Touristik lernen Tausende der Werktätigen die Welt kennen, so suchen sie auch zu Hause mit grösserem Interesse unsere Ausstellungen auf. Seit der Befreiung Ungarn (1945) wuchs die Organisation der Museen auf das zweifache, die materiellen und personalen Bedingungen für die neuen Ausstellungen wurden nicht nur in den Komitatszentren, sondern auch in kleineren Städten und Gemeinden geschaffen. Es ist vorauszusetzen, dass die Zahl der Besucher nicht nach dem Verhältnis der verzweifachten Ausstellungplätze anwüchse. Beim Déri-Museum können wir allerdings über die Zunahme des Besuches sprechen. Es wurden auch vom Ausland manche Erfahrungen bekanntgegeben, die beweisen, dass im breiten Vorstellen und Beliebtmachen der Museen noch viel zu tun ist. Wir dienen der Erziehung, der Förderung des Geschmackes mit unserer regen Tätigkeit im Monat der Museen, als unsere Veranstaltungen (Eröffnung von Ausstellungen, Vorlesungen über die Museologie, organisierte Gespräche in den Betrieben) im ganzen Lande häufiger sind. Diese Veranstaltungen sichern eine grössere Selbständigkeit auch der Organisation der Museen, bewegen zur bedachteren, verantwortungvolleren Arbeit, helfen der Verwirklichung, dem Erfolg der kulturpolitischen Aufgaben. Das wird hier auch durch Beispiele illustriert. Mit den Brigadenwettbewerben haben sich auch neue Massen in den Besucherkreis der Museen eingegliedert, die das früher nicht oder sehr spärlich machten. Diese Massen sind für die Fragen der Kultur empfänglich, das haben sie auch bewiesen, indem sie sich in den Fragen der Geschichte, der Ortgeschichte der Literatur, der Musik, der Künste und der Arbeiterbewegung gut zurechtfanden. Diese Kentnisse sind dann in der Arbeit sehr nützlich, da man jede Aufgabe mit einem weiteren Blick, anregender und orientierter erfüllen, lösen kann. So ist - mit dem gleichzeitigen Erlernen der Fachkenntnisse - die unmittelbare Verbindung zwischen der allgemeinen Bildung und der Produktion verständlich. Die immer komplizierteren Maschinen, Werkzeuge, Arbeitsgänge verlangen auf allen Stufen eine höhere Qualifikation, ausführlichere Bildung. Die Frage des kulturellen Faktors ist daher auch eine Voraussetzung zum Erreichen unserer wirtschaftlichen und politischen Zwecke. Ein Mittel dieses kulturellen Faktors ist das Museum, das jeder Generation gleich entsprechendes Programm bieten kann. In der Erklärung der Künste, in der Entwicklung der Ansichtskultur werden auch den Museen grosse Aufgaben zuteil - natürlich neben den anderen Kulturanstalten. Die Mittel der Technik haben nämlich eine bedeutende Rolle in der Gestaltung unserer Kunstanschauung, da es schon selbstverständlich ist, dass die visuellen Informationen viel stärker als die gehörten oder gelesenen sind. In dieser Hinsicht ist das Fernsehen der Volksbildung kein Rival, sondern ihr Mittel und Helfer. Die Aufgabe der Volksbildung ist auch, zu erreichen, dass die Arbeitsplätze nicht nur Produktions -, sondern auch gesellschaftliche, politische und kulturelle Einheiten werden. In diesem Sinne kann festgestellt werden, dass der Aufbau des Sozialismus auf höherem Niveau bestimmte wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Forderungen hat. Den Ergebnissen der Wissenschaft und der Technik können wir uns ebenso nur mit einer gründlichen Vorbereitung aneignen, den Ergebnissen also, die unser Alltagsleben erleichtern. Die Kunst ist nicht so notwendig, wir haben aber durch die Kultur - der auch die Museen angehören - das Ziel vor uns gestellt, uns auch der Kunst unserer Zeit mindestens so anzueignen, wie die Errungenschaften der modernen Technik, damit wir die veränderte Welt wo wir leben, verstehen können. 651