A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1969-1970 (Debrecen, 1971)
Történelem - Kiss Sándor: Die Studenten und Professoren der Reformierten Hochschule in Debrecen 1849–1912
ti Közlöny") wurde herausgegeben, in dem sich die revolutionären Stimmen mit elementarer Kraft äussern. Es gab keine Sitzung des Selbstbildungsvereins, in der ein Gedicht mit revolutionärem Inhalt von Arany, Petőfi, Vörösmarty usw. nicht vorgetragen wurde. In den literarischen Werken der Studenten erschienen kühne Bemerkungen, wie ,,ich dürste nach Blut eines Tyrannen". Auch die Handlanger wurden bedroht: "ich werde Mörder, der Mörder der Handlanger". Dann wurde das Volk angeeifert, sich von seinen Fesseln zu befreien, wobei sich auch die Jugend bereit erklärte, mitzukämpfen. Die optimische Stimmung geht in hoffnungslose Entsagung über: "ewige Freiheit oder ewiger Tod". Man freut sich auch über den Ausgleich von 1867 nicht, sondern traurige, resignierte Gefühle gewinnen die Oberhand über den Studenten, indem sie in die Zukunft blickend sehen, dass "der rote Mond mit leuchtendem Gesicht aufgeht". Die Mitwirkung im Selbstbildungsverein war keine weiche Rührung von der Seite der Jugend, in der sich ablebte, sondern eine tiefe Überzeugung, die sich auch dadurch bestätigte, dass die Jugend der Hochschule an allen demonstrativen Bewegungen beteiligt war. Der tapfere General des Freiheitskrieges, Mór Perczel wurde von der Jugend bei seinem Besuch in Debrecen herzlich willkommen, die Studenten waren beim Enthüllungsfest des Denkmals vom General Bern in Marosvásárhely anwesend, sie pilgerten zum KossuthDenkmal in Szeged und drei Jahre später zum Rákóczi-Fest in Kassa. Als sie am feierlichen Empfang von Ferenc Kossuth teilnahmen, wurde vom Vertreter der Jugend entschlossen ausgesprochen, dass die Ehrenbezeigung nur dem Namen Kossuth gelte. Ferenc Kossuth folgte nämlich seinem Vater in der Politik nicht. Im Jahre 1905 sah die fugend die revolutionäre Gesinnung des Volkes, und dem Lied der Zukunft zuhörend bekannte: „der neue, erlösende Frühling ist nahe, und es wird Recht, mit dem Recht Brot, Freiheit, Boden und Gerechtigkeit geben". Das war die Überzeugung der Jugend, die in dieser Überzeugung auf eine bessere Zukunft hoffte. Die Professoren standen in politischer Hinsicht an der Seite der Studenten, wenn es nötig war, traten sie immer im Schutz der Jugend auf, was auch damit zu erklären war, dass mehrere von ihnen sich am Freiheitskampf beteiligten Professor József Lugossy bot alle seine Habseligkeiten aus und trat in die berittene Nationalgarde ein. Nach dem Fall des Freiheitskrieges musste er sich eine Zeit verborgen halten. Professor Dániel Csányi konnte seine Vorträge an der Hochschule kaum ein Jahr fortsetzen, als er wegen der Teilnahme am Freiheitskampf gefangengenommen und nach anderthalb Jahre Untersuchungshaft zu 12 Jahre Festung verurteilt wurde. Ferenc Thót, der auch im Freiheitskrieg kämpfte, wurde vom Unterricht der Geschichte verboten, weil er seine Vorträge in revolutionärem Geist hielt. Später im Jahre 1911 nahmen drei Professoren bei der Behandlung des Gesetzentwurfs im Parlament für das allgemeine, geheime und gleiche Wahlrecht in allen Dörfern Stellung. Die Jugend der Reformierten Hochschule in Debrecen war während der Zeit 1849-1914 im allgemeinen durch ernsthafte Arbeit und Mitgefühl mit dem Volk gekennzeichnet. 264