A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1969-1970 (Debrecen, 1971)

Történelem - Kiss Sándor: Die Studenten und Professoren der Reformierten Hochschule in Debrecen 1849–1912

Sándor Kiss DIE STUDENTEN UND PROFESSOREN DER REFORMIERTEN HOCHSCHULE IN DEBRECEN 1849-1912 Während des Freiheitskrieges in den Jahren 1848-49 fand kein Unterricht an der Re­mittierten Hochschule in Debrecen statt. Im November 1849 versammelten sich die Stu­enten allmählich, weil sie alle einige Monate früher an den Kämpfen der ungarischen evolution teilgenommen hatten. Viele trugen die Spuren der Schlachten am Gesicht, an en Armen oder an den Füssen. Die ehemaligen Mitglieder der ungarischen Honved­rmee durften nur provisorisch dem Studium zugelassen werden, und die angenommenen tudenten sollten sich im Kapitänamt anmelden. Die Professoren nahmen aber auch die tudenten auf, die in Kapitänamt nicht angemeldet waren. Strenge Verordnungen wurden on den Regierungsbehörden erlassen, um die Disziplin an der Hochschule zu sichern, den svolutionären Geist zu unterdrücken, und es wurde den Professoren als Pflicht vorge­trieben, die Studenten im loyalen Geist zu erziehen. Die Verwirklichung dieser Erforde­ungen bedeutete ein so schweres Problem für den Professor, der die Leitung der Schule i der Hand hatte, dass es zum Zusammenbruch seines Gesundheitszustandes kam. Bald ntstanden Gegensätze zwischen den Studenten und den Soldaten und den Gendarmen der nterdrückenden Macht, die immer schwerer wurden, und die Leiter der Studenten mit -3-monatigem Gefängnis bestraft wurden. Die Direktion der Hochschule wurde darauf ufmerksam gemacht, dass wenn es so weiter gehe, die Leiter der Studenten sofort aus­ehoben und den Strafkompanien der österreichischen Armee zugeteilt werden. Die Hoch­chule wird geschlossen und die Professoren werden zur Verantwortung gezogen. Die Straf­ompanien bestanden aus politischen Gefangen. Um die Zusammenstösse der Studenten lit den Gendarmen zu verhindern, wurde die Tätigkeit des Feuerwehrvereins der Studenten ingestellt und den Studenten verboten, bei irgendeinem Feuerbrand Hilfe zu leisten. Weil uch die Gendarmen an der Löscharbeit teilnahmen, war es zu befürchten, dass es zu inem Zusammenstoss der vom Löschen erhitzten Studenten mit den Gendarmen kommen ;önne. Das Militärkommando sah aber bald ein, dass die Studenten das Feuerlöschen viel >esser machten, und deshalb verbot es den Gendarmen, an der Löscharbeit mitzuwirken. Von den Behörden wurde strengstens angeordnet, dass der Besuch der Hochschule [en Teilnehmern an den „Unruhen" verboten werde, um die Erziehung der Jugend ,,in der ichtigen Richtung" zu sichern. Die Professoren sahen ein, dass sie die revolutionäre Auffassung der Hochschul­ugend nicht verändern können, was auch nicht ihre Absicht war, sie strebten nur an, die [efährlichen, aber erfolglosen Demonstrationen zu verhindern bzw. die Anlässe zur De­nonstration abzuwehren. Die Handlanger der unterdrückenden Macht hatten Angst vor dem Ausbruch einer teuen Revolution so, dass das Tragen eines sog. Kossuth-Huts oder einer Sándor Rózsa­chen Weste allen Studenten und Schülern verboten war, weil sie darin Grund zur Auf­egung sahen. Obwohl die Unruhen der Studenten etwas gestillt wurden, blieb der revolutionäre jeist der Studenten wach. Als der Kaiser Ferenc József im Begriffe war, Debrecen zu jesuchen, wurden die Studenten aufgefordert, Lobgedichte zur Begrüssung des Kaisers :u schreiben, aber kein Student war auch wiederholte Aufforderung bereit, so ein Gedicht :u verfassen. Die Professoren kandidierten die Studenten, die bei der Polizei angezeigt varen, oder deren Predigten ein revolutionäres Gepräge zeigten, zu den Leitern der Ju­jend, sogar zum Senior der Hochschule. Nach dem langen, stillen Schweigen, das der Hochschuljugend aufgezwungen wurde, Deginnt der Selbstbildungsverein zum Studium der Ungarischen Literatur („Magyar Iro­lalmi Önképző Társulat") seine Tätigkeit, und das Wochenblatt der Hochschuljugend (,,He­263

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