A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1962-1964 (Debrecen, 1965)

Adatközlések - Béres András: Wanderschleifer

András Béres Wanderschleifer Auf den Märkten d<r Dörfer und Städte in der Tiefebene traf man früher oft Wanderschlei­fer (im Ungarischen ,ván<forfcöszó>us' oder ^laifer*). Sie kommen auch heute noch an Landstrassen, an verkehrsreichen Marktplätzen oder an einer städtischen Strassenecke vor, wo sie mit ihren mit Fuss getriebenen Schleifmaschinen dem Publikum zur Verfügung stehen. Man kann zwei Typen der Schleifer unterscheiden : es gibt Wanderschleifer, die auf gelegent­liche Arbeit angewiesen sind, und Schleifer, die einen standinge Arbeitsplatz haben. Die letzteren sind wohlhabender, sie besitzen besseres Werkzeug, vielleicht einen „Laden" in der Stadt, wo sie mit festgesetzten Preisen arbeiten. Das Handwerk wird vom Vater auf Sohn geerbt. Zur zeit sind noch nur zwei Schleifer in Debrecen tätig, im Jahre 1940 betrug die Zahl der Meister in Debrecen 8. Ihr Werkzeug ist die „Schleifmaschine". Der Schleifstein ist auf einen Schubkarren gebaut, der vom Wagner und Schmied angefertigt wird. Das Erlernen des Handwerks vollzog sich nicht in der Form eines Vertrags. Der eine der Debrecener Schleifer ist seit 1935 im Handwerk, der andere seit 1939, also sind sie nahezu seit 30 Jahren tätig. Sie haben sich nicht einmal in ihrer Jugend diesem Beruf gewidmet, sie haben früher andere Gelegenheitsarbeit geleistet. Der Lehrmeister nahm sie einfach auf. Es ist häufig vorgekommen, dass sie eine Woche oder anderthalb Wochen fern von ihrem Heim verbrachten. Jeder Schleifer hatte eine gewohnte Reiseroute, die im Ungarischen ,ftőr' (Kreis) oder ,tur' (Tour) hiess. Die Tour 1 umfasste die Ortschaften Debrecen, Hajdúhadház, Téglás, Geszteréd, Balkány, Nyíradony, Szakoly, Nyírlugos, Nyírbéltek, Nyírmihálydi, Nyírbátor, Penészlek, Nyírábrány, Vámospércs, Debrecen. Sie dauerte 2 Wochen. Die Tour 2 bestand aus dem Besuch der Ortschaften Debrecen, Mikepércs, Sáránd, Derecske, Konyár, Esztár, Pocsaj, Ujléta, Kókad, Almosd, Bagamér, Debrecen. Sie dauerte auch zwei Wochen. Während der 3. Tour besuchte der Schleifer die folgenden Ortschaften: Debrecen, Hajdú­szoboszló, Kába, Tetétlen, Báránd, Hajdúszovát, Debrecen in 10 Tagen. Die Tour 4 dauerte nur eine Woche, in deren Verlaufe Debrecen, Balmazújváros, Debrecen aufgesucht wurden. Die Tour 5 umfasste die Umgebung von Debrecen: Józsa, Hajdúszentgyörgy, Hajdúbö­szörmény und dauerte auch eine Woche. Während der Wanderung wurden immer dieselben Quartiere aufgesucht. Die Schleifer verbrachten die Nacht meistens in den Ställen der Bauern. Das Handwerk wurde in der Familie meistens vererbt. Wenn der Mann verstorben war, wurde das Handwerk von der Witwe fortgesetzt. Die Schleifer, welche die Dorfmärkte besuchten, waren auch während der Wanderung tätig. Die Wanderschleifer fassen ihre Beschäftigung als Geschäft auf, weil sie ebenso eine Kund­schaft (ung. Jtuncsafi 1 ) haben, wie die Kaufleute. Den Sonntag verbringen möglichst daheim, obwohl es nicht immer möglich ist, weil sie besonders in den Dörfern des Komitats Szabolcs auch am Sonntag in Anspruch genommen werden. Derk Markt sichert immer gute Verdienungsmöglichkeit. Die Schleifer nehmen gleich beim Eingang am Rande des Marktes Platz. Sie bemühen sich immer denselben Platz einzuneh­men, damit die Kundschaft sie leichter finden kann. In der letzten Zeit suchen sie auch die Läden auf, und am Mittwoch und Samstag sind sie am Trödelkmart tätig. Ihre Arbeitsorganisation ist durch sehr starke Zusammenarbeit gekennzeichnet. Sie arbeiten im Kartell. Auf diese Weise ist die gute Arbeit und das gleichmässige Gehalt gesichert. 380

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