Ecsedi István – Sőregi János: A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1934 (1935)
Deutscher Auszug
402 Sümpfen, Wiesen und Weiden. Die urzeitlichen Besiedler, die verschiedenen Stämme der Völkerwanderungszeit und die mittelalterlichen Bewohner haben die Wälder fast gänzlich vernichtet. Die Gegend ist mehr und mehr versumpft. Deshalb musste die Bevölkerung am Ende des Mittelalters, besonders auch wegen der türkischen Kriegszüge im XVI —XVII. Jahrhundert auswandern. Dieselben haben sich entweder gegen die Theiss, oder nach Westen zu den noch heute bestehenden Waldzonen (Debrecen und Umgebung) gezogen. Die unbewohnt gebliebene Hortobágypuszta als geographische Einheit hat eine Ausdehnung von ca 100,000 Katastraljoch. Hievon entfällt 48,000 Katastraljoch zum Debrecener Stadtgebiet. Auf diesem Gebiet der Hortobágypuszta existierten noch im Mittelalter 12 kleine Dörfer, heute findet man nicht ein einziges. Nur die alten Urkunden und die heutigen Benennungen der einzelnen Grenzteile bewahren die Namen der verschwundenen Dörfer (z. B. Máta, Zám, Csécs, Ders, Ohat, Balmaz, Papegyháza, Elep etc.) Das allbekannte ung. Wort : Puszta bedeutet solche Gegenden, an denen einst Dörfer gestanden, die später vernichtet wurden. Vernichten = elpusztítani, hievon abgeleitet : Puszta. Die grösste Puszta Europas ist die Debrecener Hortobágypuszta. Nur als Weideplätze verwendbar, jedoch seit der Theissregulierung wegen Wassermangel und minimalen Niederschlägen verliert sie auch als Weide mehr und mehr ihre Bedeutung. Nur eine entsprechende Kanalisierung wird die Weidenverhältnisse der Puszta retten. Das Ziel des Debrecener Museums dient der Erforschung der vernichteten Dörfer der Hortobágypuszta. Von jenen Dörfern, welche eine Kirchengemeinde hatten, verblieben die Fundamente der Kirche und deren Friedhöfe. Das alte städttische Museum hat schon auf der Debrecener Hortobágypuszta vier mittelalterliche Kirchen aufgedeckt. Kustos Dr. J. Söregi hat im Jahre 1934. im östlichen Teil der Puszta, am Görbehát das Kirchenfundament des mittelalterlichen Dorfes Balmaz ausgegraben. Vom dazugehörenden Friedhof wurden bisher 7 Gräber durchgeforscht. Die Kirche ist im romanischen Stil, Ende des XII-ten oder Anfang des XIII-ten Jahrhunderts erbaut. Grundriss, Masz und Lage der Kirche zeigt die Abb. N°- 3, Seite 109, eine annähernde Rekonstruktion gibt die Abb. N°- 13, Seite 135. Über die Gräber, Funde, Technik der Mauern etc. berichten die übrigen Abbildungen mit ihren Benennungen. Die Ziegel des Fundamentes haben folgende Masze : 35x18x4 cm., 35x17x4.5 cm. — Der Turm wurde später angebaut. Dessen Ziegel sind meist Bruchstücke. — Die Ziegel der Gräber haben andere Dimensionen : Halbziegel vom 2-ten