Bíró Szilvia - Molnár Attila: Fogadó a határon. Római kori útállomás Gönyün - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 4. (Győr, 2009)
Gyulai Ferenc: Növénymaradványok a gőnyűi feltárásból
Die hier gefundenen 134 Samen/Früchte von 40 Pflanzenarten verweisen auf abwechslungsreiche Bodenverhältnisse. Mehr als ein Viertel davon sind Sumpfpflanzen. Die einstige Umgebung des Brunnens war nass, morastig mit Schilf- und hohen Seggen, Sumpfwiesenarten. Die Diasporen dieser Arten gelangten mit Donau-Hochwasser oder ständig stehendem Wasser hierher, die nasse, luftdichte Brunnenschicht hat sie erhalten. Die Halbschalfrucht der Grünen Seebinse, des Großen Wasserfenchels (Ufervegetation) stammt aus einem Schilfgürtel am offenen Wasser. Das folgende Glied der Sukzession waren die hohen Seggen. Schnabel-Segge, Blasen-Segge, Echte Sumpfbinse, Walzen-Segge gedeihen auf den offene Gewässer säumenden sumpfigen Streifen. Zwischen Schilf und Rohrkolbengewächse reiften zu Sommerende die Samen der hierher geratenen Sumpfwiesenpflanzen: Gewöhnlicher Froschlöffel, Echte Gelbe- Segge, Sumpf-Wolsmilch, Stechbinse, Sumpf-Ziest, Ufer- Segge, Faden-Segge. Vom Rande der Sumpfwiese stammen Bittersüßer Nachtschatten und Wiesenraute. Die Samen von Linde und Waldveilchen gelangten aus dem Auenwald an der Donau hierher, Eicheln von Knäuelblütiger Ampfer und Wald-Segge. Aus dem Rodungsgebiet, dem Gebüsch des Auenwaldes der Samen des Schwarzen Nachtschattens. Bei etwa der Hälfte der aus natürlicher Umgebung stammenden Arten handelt es sich um Grünflächenpflanzen (Wiesen, Weiden). Die Anzahl der von deren feuchten Teilen stammenden ist hoch: Wiesen-Sauerampfer, Raue Segge, Gewöhnliche Osterluzei, Acker-Ziest, Kriechendes Fingerkraut. Niedriger ist die Anzahl der von trockeneren Stellen stammenden: Echtes Labkraut, gewöhnlicher Odermennig, Hornklee. Die Mehrheit der Arten stammt auch hier von Flächen mit durchschnittlichem Wasserhaushalt: Bleiche Segge, Zypressen- Wolsmilch, Gewöhnlicher Andorn, Feldklee, Hopfenklee, Kriechender Günsel, eine Minzart, Wilde Möhre, Wildes Stiefmütterchen, Stängelumfassende Taubnessel. Anders gesagt: Das zum Heumachen und Tierweide genutzte Gebiet dürfte eher feucht bis durchschnittlich mit Wasser versorgt gewesen sein, nicht aber trocken. 87