Bíró Szilvia - Molnár Attila: Fogadó a határon. Római kori útállomás Gönyün - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 4. (Győr, 2009)
Crynaeus András: A gönyűi famaradványok elemzése
Die Mehrheit der zur dendrochronologischen Analyse geeigneten Holzreste waren Stücke aus dem Brunnen Nr. KE 19. Dieser Brunnen war wie so viele Brunnen aus jener Zeit aus einem überflüssig gewordenen Fass entstanden, durch „Wiederverwertung” also. Das Fass wurde als „Brunnenring” benutzt. So konnten wir die Analysen an den Fassdauben durchführen, insgesamt an 22 Stück. Die Proben vom anderen Brunnen (KE 57) waren zwei Dauben und ein Reststück mit größerem Querschnitt, das als des Reifen Fasses diente. Die Untersuchungen waren dadurch erschwert, dass das Holzmaterial völlig durchweicht und von fast puddingartiger Substanz war, und daraus mussten die zur Analyse benötigten Stücke heraus gesägt werden. Der Rest von Baumrinde konnte an keiner Daube festgestellt werden, was bedeutet, dass das ehemalige Fass eine qualitätsvolle Arbeit war. Wie im Falle der Dauben zu erwarten, enthielt etwa die Hälfte davon nicht die zu einer lohnenswerten Analyse notwendigen mindestens 30 Jahresringe. Schließlich konnten wir aus der Dicke der Jahresringe im Holz von 6 Fassdauben eine Datenreihe von 77 Jahren gewinnen, mit deren Hilfe die Datierung vorgenommen werden konnte. Beim Vergleich dieser Datenreihe mit den Angaben der schon aufgearbeiteten Funde kamen wir zu einem negativen Ergebnis: Das Fass von Gönyű ist nicht gleichaltrig mit den früher in Ménfőcsanak, Aquincum oder Alsókosály gefundenen Fässern. Zu seiner absoluten Datierung stellten wir den Vergleich des Gebiets der Herstellung dieser Fässer (oberer Donaulauf) mit der Jahresringdicke des Fasses von Gönyű an. Ebenso erfolglos. Dieses Ergebnis kann dreierlei bedeuten: 1. ) Das Holzmaterial dieser Fässer stammt nicht aus diesem Gebiet (weitiäufiges Gebiet des Schwarzwaldes); 2. ) Die Bäume lebten nicht in dem von der Chronologie abgedeckten Zeitraum zwischen 171 vor und 361 nach Chr.; 3. ) Das Baumholz stammt von diesem Gebiet, aber aus einem Zeitraum, über den die Chronologie zu wenig Angaben aufweist, um die kurze Datenreihe von Gönyű damit genau datieren zu können. Einen solchen Abschnitt gibt es in der Chronologie von 130 bis 190 nach Chr. Aufgrund der verfügbaren Angaben kann nicht entschieden werden, welche Version die wahrscheinlichste ist. 75