Molnár Attila et al.: Jöttek - mentek. Langobardok és avarok a Kisalföldön - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 3. (Győr, 2008)

Horváth Eszter: Régi leletek - új eredmények. Ékkövek és egyéb ásványi anyagok a langobartok ötvöstárgyaiban

Die Bestimmung der Kittmassezusammensetzung lieferte eher hinsichtlich der Werkstattfragen neue Ergebnisse. Das Härtungsmaterial der Einfassungen, obwohl es unabhängig von Zeitepoche und Gebiet immer dieselbe Rolle erfüllte, wurde, angepasst an Gegebenheiten der Werkstätten und erreichbare Ausgangsmaterialien in verschiedener Art und Weise, hergestellt. Die Zusammensetzung der Masse ist mit dazu geeigneten naturwissenschaftlichen Methoden rezeptmäßig zu bestimmen. Im Interesse der Wahrung des Zustandes der archäologischen Funde dürfen die naturwissenschaftlichen Untersuchungen nur mit solchen Methoden dürchgefiihrt werden, die ohne Beschädigung der Fundstücke einhergehen, bzw. ohne die Einlagen aus den Fassungen herausnehmen zu müssen. Zur grundlegenden gemmologischen Untersuchung genügt ein herkömmliches Lichtmikroskop, bzw. im gegebenen Fall noch einige kleinere optische Instrumente. Sie ist wesentlich einfacher durchzuführen als chemische Untersuchungen, die nur unter Einbeziehung von sog. Großinstrumenten und geologischer Experten als gemeinsames Forschungsprojekt zu realisieren sind. Zu erwähnen ist die Anwendung von Abtastelektronenmikroskop und Röntgendiffraktometer als die wichtigsten Geräte zur Messung und Beobachtung, die der Klärung komplexerer Fragen dienen. Das erstgenannte ist eines der allgemein am meisten gebräuchlichen Analysiergeräte, mit dem man auch bei mehreren tausendfachen Vergrößerungen Funde ideal studieren kann. Die Oberfläche von vorher in ein Vakuum versetzten Proben werden anstatt mit gesteuertem Licht mit einem gut fokusierten Elektronenbündel abgetastet. Daraufhin stoßen die Proben verschiedene Signale aus, deren Detektierung das Zustandekommen einer bildhaften Darstellung und die Feststellung der elementaren Zusammensetzung möglich macht. Das Gerät ist zur Untersuchung selbst ganzer Gegenstände geeignet, im Gegensatz zum Röntgendiffraktometer, der ausgesprochen nur die Identifizierung von Kristallstoffen in Pulverform, im aktuellen Fall also den stofflichen Aufbau der Kittmasse möglich macht. Grundlage des Verfahrens ist, dass die Röntgenstrahlen in Wechselwirkung mit der Kristallstruktur der Proben tretend eine Veränderung erfahren, die für den gegebenen Kristall „fingerabdruckhaft” spezifisch ist. Die erwähnten Methoden wurden in mehreren Fällen bei der archäometrischen Untersuchung von Kunstschmiedegegenständen mit Einlagen aus dem 6. Jh. hier im Komitat angewendet. Zu den interessantesten Funden gehören die in Grab Nr. 1 des Langobardengräberfeldes in Bezenye freigelegten violettroten Edelsteinplättchen, die wir ohne Einfassung bzw. ohne den zugehörigen Kunstschmiedegegenstand gefunden haben. Die mehr oder weniger gleich großen und gleichförmigen Steine konnten auf Grund ihrer Zugänglichkeit unter idealen Umständen untersucht werden. Schon während der gemmologischen Analyse war eindeutig sichtbar, dass das Material der glatt und glänzend geschliffenen, bearbeiteten Steine identisch ist, das Mineral aber in die Granat-Gruppe gehört. Eine nähere Bestimmung war auf Grund der fehlenden typischen Einschlüsse jedoch nur mit Hilfe des Abtastelektronenmikroskops möglich die elementare Zusammensetzung verwies so schon verlässlich auf Almandin-Granat. Dieses an Eisen reichhaltiges Aluminiumsilikat ist in den tiefer gelegenen Schichten der Erdkruste durch metamorphe Kristallbildung entstanden. 67

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