Molnár Attila et al.: Jöttek - mentek. Langobardok és avarok a Kisalföldön - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 3. (Győr, 2008)

Horváth Eszter: Régi leletek - új eredmények. Ékkövek és egyéb ásványi anyagok a langobartok ötvöstárgyaiban

Seine Verwendung zur Verzierung von Kunstschmiedeerzeugnissen war im europäischen Fundmaterial des 5—6. Jh.s allgemein verbreitet. Die Langobarden des Karpatenbeckens sind höchstwahrscheinlich über den Fernhandel zu diesen wertvollen Steinen gekommen. Die größte Ähnlichkeit mit dem Fund weist unter den bekannten Rohstoffquellen der Zeitepoche der Almandin-Typ fernöstlicher (Indien oder Sri Lanka) Fundorte auf. Trotz komplexer Untersuchungen ließ sich wegen gewissen territorialer Übereinstimmungen der physikalischen und chemischen Eigenschaften der genaue Herkunftsort nicht eindeutig identifizieren. Die Granatplättchen zeigen nicht nur hinsichtlich ihrer Zusammensetzung ein einheitliches Bild, sondern auch in ihrer Bearbeitung. In den Details der uneingefassten Steine sind die angewandten Techniken und Werkzeugspuren, sowie die Reihenfolge der Arbeitsgänge gut zu erkennen. Die Hauptphasen der Arbeit waren Flächenbildung, Polierung, Randgestaltung, Maßschneiden. Bei mehrhundertfacher Vergrößerung wurde offensichtlich sichtbar, dass die Bearbeitung der rohen Steine mit Schleifen und Polieren begann. Bei der darauffolgenden Gestaltung der Ränder wurden zwei verschiedene Methoden angewandt Maßschneiden mit Schneidwerkzeug bzw. Bewegungsabfolge mit Ritzen und Abschlagen. Spuren beider Techniken kommen gemischt auf einzelnen Steinen vor, abhängig von der Größe der Wölbung der Randlinie für die geraden Abschnitte sind gleichmäßige, regelmäßige Seitenfacetten, für die gewölbteren Abschnitte unregelmäßige Reihen muschelartiger Scharten charakteristisch. Leider hat ihre Position in den Grabgruben nicht bei der Klärung der Frage beigetragen, ob die Steine je zu einem Schmuckstück gehört haben, die erweiterte Analyse hat jedoch auch dieses Problem gelöst. Bei tausendfacher Vergrößerung wurden an den Rändern der Plättchen eindeutig die Restkörnchen der ursprünglichen Kittmasse sichtbar. Auf Grund der Messungen konnte also bestätigt werden, dass die Almandine früher eingefasst waren, zu ihrer Befestigung eine Bleikarbonat enthaltende Stoffmischung verwendet wurde (in der Minerallehre cerussite). Auf Grund von Formparallelen wurde der Fund als Verzierung einer Vogelfibel angenommen, doch könnte er auch als Zubehör mehrerlei Schmuckstücke aufgefasst werden. Ähnliche viereckige Einlagen mit geschwungenen Seiten kennen wir an den Anhängern von Halsschmuck oder an größeren Fibeln. Die 8 Steine (zwei von ihnen bildeten ursprünglich ein Stück.) könnten also für spätere, sekundäre Einfassung bestimmt und als solche im Besitz des Bestatteten gewesen sein, vielleicht als Inhalt einer Beuteltasche, wozu es aber keine greifbare Spur gibt. Ebenfalls in glücklicher Lage sind wir bezüglich der Schmuckbeigaben mit Einlagenverzierung in den beiden Bestattungen auf dem Friedhof Hegykő. Wegen der noch vor der Freilegung verursachten Beschädigungen und Abnutzungen war das Härtematerial zugänglich für die Probeentnahme zu naturwissenschaftlichen Zwecken. Die 3 Kleinfibeln (zwei rosettenförmig, eine in Vogelform) vertreten auf den ersten Blick einen Stil, doch weichen die verwendeten Rohstoffe und die Qualität ihrer Bearbeitung erheblich voneinander ab. Auf der Rosettenfibel aus Grab Nr. 72 sind die Einlagen schön und regelmäßig gestaltet und sitzen in symmetrisch angeordneten Goldfächern. Der Fund güt als einzigartiges Stück in Westungarn, genaue Parallelen sind aus Süddeutschland bekannt. 68

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