Molnár Attila et al.: Jöttek - mentek. Langobardok és avarok a Kisalföldön - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 3. (Győr, 2008)

Tomka Péter: Korai avarok a Kisalföldön

Klar geworden ist die Funktion des Köcheraufhängers, aus der merowingen Kultur ist der Taschenbügel mit Schnalle bekannt, wurde evt. auch zum Feuerschlagen benutzt, Rosetten schmückten die Waffenriemen, die kleinen Schnallen dienten zu deren Befestigung. Die Eisenkette in Grab Nr. 9 könnte auch Teil eines Kettenpanzers gewesen sein (ins Frauengrab könnte es als Zeichen der Trauer gelangt sein), die Knochen tube und das Eisenröhrchen waren verschiedentlich interpretiert, eher als Salbenbehältnis. Unbekannt ist die Funktion des nadelhalterartigen Knochenzylinders (trotzdem datierbar: Parallelen stammen aus den frühesten awarischen Gräbern). Die Gürtelverzierungen stellen eine typologische und technologische reihedar, die sich über die gesamte frühe Awarenzeit spannt. Die 4 Garnituren bedeuten die Stellvertreter von 4 verschiedenen Arten. Enge Verbindung zeigen die Gürtel in Grab Nr. 1 und 2: mit Ziernieten (Fachausdruck: Beschlagimitation) und Scheinriemenende, mit dem nicht zu vernachlässigendem Unterschied, dass die Beschläge aus Nr. 1 aus Knochen gefertigt sind — eine bisher einzigartige Lösung in der Awarenzeit. Auch in Nr. 3 waren Ziernieten, Charakteristikum für die Gürtelgarnitur ist jedoch der gepresste, schildförmige Beschlag mit kugelreihigem Rahmen und das schmale Riemenende. In Grab Nr. 10 kamen gepresste, schildförmige Beschläge des sog. Gátér-Typs zum Vorschein. Klüger geworden durch die Beispiele in Börcs (und Niederösterreich) begannen wir mit der Auswertung der frühawarischen Funde in der Kleinen Tiefebene. Bisher haben wir von 18 Fundorten etwa 30 Grabensemble (dazu noch die von Andrea Nagy freigelegten Gräber aus Győr—Pápai vám). Unter ihnen befinden sich längst bekannte Funde, Streufunde bekannter und neuerer Fundorte sowie neue Grabungsbefunde). Es stellte sich heraus, dass in der Kleinen Tiefebene, so wie auch im Großteil der Großen Ungarischen Tiefebene) die gebräuchliche Bestattungsform bei den frühen Awaren das alleinstehende Grab war, genauer: die Gräbergruppe mit mehreren, relative weit auseinander liegenden Grabgruben. Auf einer Fläche von mehreren Hektaren in Börcs—Paphomlok ist ein einziges frühawarisches Grab gefunden worden (charakteristisch für diese Alleinigkeit ist die Objektnummer 5184; Funde: Eisenarmreif, Perlen, bronzene Kette). Im Meer der urzeitlichen, keltischen, römischen und mittelalterlichen Objekte in Gyirmót-Borsódűlő gab es ein einziges awarisches Grab (mit Ohrenschmuck mit silbernem Kugelgehänge, Perlen, abgezogenem? Schafsfell). Am Westrand des Győrer Einkaufszentrums (weit von dem später zu behandelnden Gräberfeld) sind wir auf ein einziges Frauengrab gestoßen (Ménfőcsanak—Savanyító Objekt Nr. 1043, datiert durch Ohrenschmuck mit Kugelgehänge aus Goldblech). Neben Mosonszentmiklós—Pálmajor, ebenfalls auf riesengroßer Fläche, wurden zwei Gräber gefunden, 26 m voneinander: In Objekt Nr. 1982 lag Ohrenschmuck mit Blechkugelgehänge, in Objekt Nr. 2000 außer den Ohrengehängen Perlen und Schädel und Beinenden eines abgezogenen Schafes. Mehrere Unglücksfälle gab es bei dem Grab Rajka—Hosszú dűlő Nr. 1, und zwar bei der zeitgenössischen Plünderung, bei der Freilegung und bei Depotierung und Restaurierung, trotzdem hat es sich als einer der interessantesten Funde gezeigt. Den Gürtel des Mannes zierten die schon bekannten Ziernieten und Blechbeschläge, zum Vorschein kamen die Knochenbeinversteifungen des Bogens und die geschnitzten Knochenteile der Köchermündung, die Bleiverkleidungsteile einer Schwertscheide, darunter der P­­Aufhängehenkel (bisher der einzige aus Blei). 107

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