Molnár Attila et al.: Jöttek - mentek. Langobardok és avarok a Kisalföldön - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 3. (Győr, 2008)

Tomka Péter: Korai avarok a Kisalföldön

Geländebegehungen mit Metallsucher, Material aus früheren Sammlungen lieferten weitere Angaben über schon früher bekannte mittel- und spätawarische Gräberfelder. Aus Rábapordány war zwar die Existenz des goldenen Ohrenschmuckanhängers bekannt, doch blieb er unpubüziert und liegt im Panzerschrank des Soproner Museums (diesen seltenen Gegenstand nennen wir vom Typ Kudyrge—Mezöszilas nach den Fundorten im Altai und Transdanubien). Ebenso von hier stammt auch ein Ohrenschmuck mit goldenem Kugelgehänge und neuerdings ein sog. langhenkeliges frühawarisches Steigbügelpaar. Bei den Grabungen in Bágyog—Gyűrhegy zeichnete Gyula László das in Privatbesitz gekommene pyramidenförmige Ohrgehänge und einen Schaumlöffel (charakteristische Beigabe in frühen Frauengräbern). Aus Dör-Kápolnai dűlő kamen in unsere Sammlung wieder ein langhenkeliger Steigbügel, eine frühe, gegossene Gürtelgarnitur und ein Blechriemenende. Mit dem Metallsucher fanden wir nicht weit vom „richtigen” Gräberfeld in Ménfőcsanak eine ebenfalls seltene Scheinschnalle. Anzunehmen sind auch ein-zwei frühawarische Fundensemble unter den Funden auf dem allbekannten Gräberfeld Győr-T églavető. Die Einzelgräber oder kleine Gruppen bildenden Gräber erinnern in ihrer Anordnung an die Kurgane der Grassteppen. Wir können nicht anders, als damit einverstanden zu sein, dass so nur Tiere hütende, auf mehr oder weniger ausgedehnten Gebieten wandernde und nicht in ständigen, befestigten Dörfern lebende Volksgruppen ihre Toten bestattet haben. In der Flur von Mosonmagyaróvár, bei der Raststätte Mosonszolnok an der Ml fanden wir auf die Zeit datierbare Siedlungsspuren, als die Hirten Halt machten: zu Beginn gruben sie nur Brunnen, errichteten Bauten, die mit Heulagerung zu tun haben können, dann schufen sie Speichergruben - in den Erdboden eingetiefte Häuser jedoch haben sie noch nicht errichtet. Damit wäre auch die frühe Awarenzeit in der Kleinen Tiefebene in Ordnung, wäre nicht in Ménfőcsanak auf dem Gelände des Großprojekts Metro (Bevásárlóközpont) ein regelmäßiges Awarengräberfeld aus dem 7. Jh. (frühe und mitdere Zeit) zum Vorschein gekommen (s. später). 108

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