Bíró Szilvia et al.: A Vagongyár alatt - A vagongyár előtt. Római temető és középkori település a győri Árkád területén - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetői 2. (Győr, 2007)

Tomka Péter: A honfoglalás korától a török időkig. Amit Győr középkori történetéről megismertünk

Und hier nun die Lösung für das anfangs erwähnte Rätsel: überwiegend aus dem Inhalt solcher Grube stammten die im Verlauf der Sandabgrabungen im 19. Jahrhundert entdeckten einzigartigen Gefäß-Serien des Győrer Museums aus der späten Arpadenzeit. Dies alles sind Zeichen großer Veränderungen: die alten Topfgarnituren der Haushalte wurden - bei der Schließung der Gruben - einfach weg­geworfen. Nicht nur in die Verschüttungen der Gruben gelangte davon, auch in den zur selben Zeit geschlossenen Brunnen kamen unversehrte Gefäße vor (nicht auf dem Grund des Brunnens, sondern in der Verfüllschicht). In insgesamt zwei Fällen fanden wir sogar unter den Boden der Häuser mit der Öffnung nach unten eingegrabene Töpfe, mit Hähnchenknochen darin, d.h. „Bau-Opfer“ (in alten Berichten kam auch derartiges vor). Was die Qualität des Befundmaterials betrifft: keinesfalls hat es dörflichen Charakter, überall, in jeder ungarischen Stadt wäre man stolz darüber gewesen. Es sind Fragmente importierter Gefäße, darunter wirkliche Besonderheiten: das Fragment eines Wiener glasiertes mit Ausgussrohr in Form eines Widders, ein „kropfiges” Glasgefäß vielleicht aus Italien (Venedig?), Bruchstücke von tropfverzierten Gläsern, zahlreiche Fragmente der sog. Weißen Keramik, die bisher einzigen, bei Grabungen in Ungarn aufgefundenen Kästchen (Schmuckkästchen?), verziert mit Hornbeschlagung — all dies würde eine gesonderte Studie verdienen. Eigentümer der Lager, der Speicher und Gruben war nicht irgendwer: diese hielten Kontakte zu halb Europa. Ob es wohl eine Erklärung gibt dafür, warum sie ihre sichtbar gut gehenden Wirtschaften auf einmal, wie auf einen Zauberschlag hin, zum Ende des 13. Jahrhunderts hin auflösten? Ein einziger historischer Umstand kommt in Frage: Győr erhielt 1271 die Privilegien einer freien königli­chen Stadt. Wir wissen, dass in der Burg, aber auch auf dem Markt­platz des Széchenyi-Platzes zu dieser Zeit große Umbauten er­folgten. Eine der Bedingungen auf der die Privilegien sichernden Urkunde besagte: der „Gast” (sich mit Gewerbe und Flandel befas­sender Hospes) erhält die Bewilli­gung, in den Innenbezirk der Stadt umzuziehen. 87

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