Bíró Szilvia et al.: A Vagongyár alatt - A vagongyár előtt. Római temető és középkori település a győri Árkád területén - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetői 2. (Győr, 2007)
Tomka Gábor: Elvermelt leletek. Üvegedény és csontveretes ládika egy középkori gödörből
Die Werkstatt fur Knochen Schnitzarbeiten aus Schleswig ist auf das 12-13. Jahrhundert datierbar, während die Kästchenbruchstücke von Chillon aus einer in den 1200er Jahren zugemauerten Nische geborgen wurden. Von den näheren Analogien unseres Kästchens werden das Salzburger bursaförmige Reliquiar und die Churer und Chilloner Kästchen auf das 11. während das von Naumburg-Fritzlar auf das 13. Jahrhundert datiert. Die Y-förmige Beschläge scheinen in erster Linie im 12. und 13. Jahrhundert charakteristisch zu sein. All das und die Gegebheiten der Győrét Fundkollektion in Erwägung ziehend, können wir davon ausgehen, dass das Győrer Kästchen schon vor dem Ende des 13. Jahrhunderts zerstört wurde. Der Zeitpunkt seiner Anfertigung kann auf ein früheres Datum verlegt werden, da es höchst unwahrscheinlich ist, dass dieser Gegenstand von nicht besonders herausragendem Niveau, welcher zur Zeit seiner Zerstörung in verhältnismässig gutem Zustand gewesen sein dürfte, mehrere Jahrhunderte überdauerte. Ein Teil der Kästchen funktionierte ohne Zweifel als Reliquiar. Es ist allerdings ernsthaft zu bezweifeln, dass ursprünglich alle Kästchen diese Funktion hatten. Die sich im Laufe der Siedlungsausgrabungen stets häufenden Funde scheinen diese Annahme zu bestreiten. So viel ist gewiss, dass diese nach mittelalterlichem Mass ausgesprochen anspuchsvolle Gegenstände, welche sich auch mit einem Schlüsselschloss absichern Hessen, zur Aufbewahrung von zwar kleinformatigen aber sehr wohl kostbaren Gegenständen benutzt werden sein dürften. Ausser ReHquien können hier in erster Linie weltliche Schätze: Geld und Schuck, eventuell Gewürze in Frage kommen. 113