Székely Zoltán (szerk.): Arrabona - Múzeumi Közlemények 48/2. (Győr, 2010)

Tanulmányok - Mennyeiné Várszegi Judit: Dr. Kovács Pál (1808. július 1 - 1886. augusztus 13.) Válogatott bibliográfia

ARRABONA 2010. 48/2. TANULMÁNYOK bekannten Ölwerke von Alajos sind in diesem letzten Willen erwähnt.44 Es ist ins­gesamt davon auszugehen, dass Alajos als Maler auch deshalb nicht sehr produk­tiv war, da er sehr aufwändige Werke schuf. Besonders zeitintensiv war dabei das Malen auf Blech, wie im Falle der Bilderuhr. Die thematische Nähe zu Kupelwieser und den Nazarenern (Feuchtmüller 1970; Gossmann 2003) sowie (lokal-)patriotisches Kolorit ist bei Alajos’ Gemälden unverkennbar, jedoch erfolgte eine gewisse Fortentwicklung sowohl thematisch als technisch, bei der aber in allen bekannten Ölwerken seine typische, zeichnerische Pinselführung erhalten bleibt, auch wenn in seiner Heiligen Familie die harten Li­nien, das disegno, durch sfumato-Effekte aufgeweicht wurden und das Bild durch seinen Helldunkel (chiaroscuro)-Effekt eine starke Wirkung erfährt. Zumindest spä­ter wandte er sich zudem der Genremalerei zu, was eine Entfernung vom strengen Nazarenertum darstellte. Ebenso weist alle Evidenz daraufhin, dass er die Familie beim Design von Spielkarten stark unterstützte. (Wunderlich 2011) Dies ist ein Einblick in das trotzdem sehr vielfältige Werk eines frühen ungari­schen Historienmalers, der die konservative, katholische nationale Kunst zu einem Zeitpunkt vertrat, als die ungarische Kunst im eigentlichen Sinne gerade erst im Ent­stehen war. Aus seinen bislang bekannten Werken und den Namen der verschollenen Ölbilder kennen wir seine Vorliebe für menschliche Figuren, Trachten und Kleider, Landschaft sowie Architektur. Er war ein Maler mit Präferenz für extrem detailreiches und präzises Malen, wenn auch nicht im fotografischen Sinne. Leider sind uns keine Skizzen-, Tagebücher oder sonstige persönliche Evidenz aus seinem kurzen Leben er­halten geblieben. Mit seiner Historienmalerei hatte er offenbar keinen großen Erfolg, erst der fünfzehn Jahre nach ihm geborene Sohn Gyors, Sándor Liezen-Mayer, der hauptsächlich unter Piloty in München studierte, sollte dort mit dieser Kunstrichtung große Bekanntheit erlangen. Dieser Lehrer hatte die Malweise der einst in der bayeri­schen Landeshauptstadt hochangesehenen Nazarener hinter sich gelassen.45 Die Rolle der bereits von Anfang an umstrittenen Nazarener bei der Entste­hung der ungarischen Nationalkunst bleibt hierbei weiter zu untersuchen. Bei die­ser lange verpönten Kunstrichtung wurde in den vergangenen Jahren versucht, mit Ausstellungen wie der in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main 2005, eine Umbewertung vorzunehmen und ihre Rolle als Vorreiter der modernen Kunst dar­zustellen. (Gossmann 2003) Mária und József Für die am 25. Mai 1817 geborene Tochter Mária ist anzunehmen, dass sie die Rolle der verstorbenen Mutter übernahm und wie diese stark in die Kartenherstel­lung einbezogen war.46 Über sie, die ledig blieb, ist fast nichts bekannt. Sie stirbt am 20. August 1872.47 Der drittälteste Sohn József (Joseph) wurde getauft am 17. Feber 1820.48 Er, Weißwarenhändler mit dem Geschäft in der Fehérvári utca 63, besaß das Haus To­rony u. 13 (heute höchstwahrscheinlich Arany János utca 3) und heiratete die aus 146

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