Székely Zoltán (szerk.): Arrabona - Múzeumi Közlemények 48/2. (Győr, 2010)

Tanulmányok - Mennyeiné Várszegi Judit: Dr. Kovács Pál (1808. július 1 - 1886. augusztus 13.) Válogatott bibliográfia

CLAUDIA WUNDERLICH EINE UNGARISCHE KARTENMALER- UND KUNSTLERFAMILIE... Niederösterreich stammende Erzsébet (Elisabeth) Reiseihuber.49 Mit ihr hatte er acht Kinder, von denen nur Alajos II, József (Pepi) II und Géza (Viktor) das Er­wachsenenalter erreichten. Der mündlichen Überlieferung nach war er geschäftlich sehr erfolgreich, führte jedoch eine turbulente Ehe, bei der die Frau die häusliche Gemeinschaft mehr als ein­mal verlassen haben soll. Er stirbt am 18. November 1867, woraufhin Bruder Mátyás Vormund der Kinder wird.50 Die Witwe, familienintern nur „die Reiselhubersche” ge­nannt, beschwor innerhalb von wenigen Jahren den völligen finanziellen Ruin der Familie hinauf, indem sie „das Geld mit Offizieren durchbrachte”, wie tradiert wurde. Darunter ist im allgemeinen zu verstehen, dass sie oder die Offiziere spielten und die hohen Spielschulden führten zur Zwangsversteigerung des Hauses.51 Ob sie selbst dabei nur Täterin oder auch Opfer war, soll an dieser Stelle nicht thematisiert werden. Sicherlich erzeugte sie damit einen handfesten Skandal, den ihre Söhne niemals verwunden und ihr kaum verzeihen konnten. Auch die Kinder von Alajos konnten ihr nur wenig Positives abgewinnen. Alajos zog 1877 nach Sopron, wo er Beamter der Industrie- und Handels­kammer wurde, Pepi dort Marktinspektor in Steuersachen. Géza desertierte an­geblich vom Militär und heiratete in Nis in Serbien eine Juwelierswitwe, worauf ein Foto des serbischen Fotografen Milos Kostic mit einem Ehepaar hinweist,52 ohne dass dies bisher durch amtliche Quellen bestätigt werden konnte.53 Mátyás junior Erst der jüngste und gleichnamige Sohn Mátyás junior, der am 10. Dezember 1824 getauft wurde,54 sollte die Kartenmacherwerkstatt seines Vaters übernehmen. Auch er besuchte die Győrer Zeichenschule, wo er später, 1840, als Kartenmaler­schüler erscheint und Antal Frumann ihm gute Leistungen attestierte.55 1843, mit 19 Jahren, wurde er Meister. (Salamon 1998, Unger Mátyás) 1845 bot er in Vater­land neue Spielkarten an (V 15. Feber 1845) und am 15. August 1846 wird dort berichtet, dass er bei der ersten Győrer Industrieausstellung für seine besonders schön designten und gefertigten Spielkarten mit ungarischen Trachten, die es qua­litativ mit allen anderen im Lande aufnehmen konnten, ein Belobigungsschreiben erhielt. (Balázs 1963; V 15. August 1846) (Abb. 4-5.) Jedoch sind dies die letzten Quellen, die de facto belegen, dass er selbst noch in nennenswertem Umfang Spiel­karten anfertigte. Zwar wird er im Zensus von 1857 als Kartenmalermeister ge­führt, als die Familie außer József als Untermieter der Soproner Witwe Krausz im „Prälatenhaus”, also dem damaligen Apátur-ház, wohnte. Dem Adressbuch von 1857 (Schwaiger 1856) zufolge jedoch war Mátyás be­reits damals nicht nur Kartenmaler sondern auch Tabakhändler (Trafikant — un­garisch: Dohánytőzsér / Dohányáruló kicsinyben), und seine Geschäftsadresse ist als Fő tér 205 angegeben. Laut dem Steuerbuch führte er zu diesem Zeitpunkt seine Werkstatt in der Bástya utca 260 mit noch einem Gesellen.56 Einem Eintrag des Ratsprotokolls sowie dem Steuerbuch von 1868 zufolge verkaufte er später neben 147

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