Székely Zoltán (szerk.): Arrabona - Múzeumi Közlemények 48/2. (Győr, 2010)

Tanulmányok - Mennyeiné Várszegi Judit: Dr. Kovács Pál (1808. július 1 - 1886. augusztus 13.) Válogatott bibliográfia

ARRABONA 2010. 48 / 2. TANULMÁNYOK Dass das Sozialprestige eines Kartenmalers in Sopron außerdem recht hoch gewesen sein muss, wissen wir nicht nur aus der Literatur (Balla 2003,25f), sondern legt auch die Tatsache nahe, dass ein Trauzeuge bei der Hochzeit der Stadtrat Ferenc Xáver Räch war.16 Außerdem war die Familie über die Frau von Márton Unger mit den Soproner Zuckerfabrikanten Rupprecht verschwägert, seine jüngere Schwester Anna Mária heiratete Lőrinc Ofner, ebenfalls Stadtrat von Sopron.17 (Hárs 2009,2.) Da Mátyás bereits bei seiner Hochzeit als Bürger (civis) von Győr vermerkt ist, ist an­zunehmen, dass er spätestens Anfang 1811 dorthin übersiedelte.18 Aufgrund der Tatsache, dass er nicht als Meister in den Büchern der Wiener Kartenmalerzunft aufscheint bzw. die entsprechenden Unterlagen in Ungarn ver­nichtet wurden (Csatkai 1958),19 war er wahrscheinlich gezwungen, sich in Győr anzusiedeln, um als selbstständiger Meister arbeiten zu können. Zumindest jedoch bot ihm die Stadt bessere ökonomische Perspektiven. Sicherlich war auch die geo­graphische Lage der Stadt der drei Flüsse für ihn günstig, so dass es sich für ihn lohnte, sich weiter östlich in der Kleinen Ungarischen Tiefebene niederzulassen, zumal es hier keinen anderen Kartenmaler gab. In den ersten Jahren muss die Werk­statt prosperiert haben, da er bereits 1816/17 ein eigenes Haus in der Apáca utca 323 erwerben konnte.20 Dieses Haus wurde aufgrund der Insolvenz der Familie, im Jahr nach dem Tod von Anna Brandeimayer, 1839, zwangsversteigert, 1841/42 zogen die Ungers dann von dort in die Bástya utca 260.21 Das Ehepaar bekam sechs Kinder, von denen fünf das Erwachsenenalter er­reichten: Károly, Alajos, Mária, József und Mátyás junior.22 Mátyás senior mit den Kindern ist auf dem Ölgemälde von 1843 der Ungarischen Nationalgalerie (Inv. Nr. 74.83 T) abgebildet. (Abb. 1.) Seine Frau war bereits am 19. Oktober 1838 verstor­ben, er selbst verschied am 20. April 1862. Das für die Biedermeierzeit typische Familienbild zeigt, auch im Sinne des christlichen Familienideals, den engen Zu­sammenhalt der Mitglieder untereinan­der.23 Bis auf József, das einzige der Kinder, das eine Familie gründete, lebten die an­deren alle zusammen in Győr in einem Haushalt. Auch ist die nach oben gerichtete Hand, als Verweis auf die höhere Instanz, ein Hinweis auf die tiefe Religiosität der Fa­milie.24 So ist es wenig verwunderlich, dass der älteste Sohn Priester wurde, was aber auch zeigt, dass Spielkarten — einst „Ge­betbuch des Teufels” — und Religion hier Abb. l. keinen unüberbrückbaren Gegensatz dar-Alajos Unger: Familienporträt (Die Familie stellten Unger), 1843. (Ungarische Nationalgalerie) 142

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