Arrabona - Múzeumi közlemények 17. (Győr, 1975)

Tomka P.: Beiträge zur den Bestattungsarten der Bevölkerung von Kisalföld in der Awarenzeit (Orientierung)

BEITRÄGE ZU DEN BESTATTUNGSARTEN DER BEVÖLKERUNG VON KISALFÖLD IN DER AWARENZEIT II. Orientierung Das Ziel der Abhandlung bildet das pünktliche Umfassen der awarenzeitlichen Orien­tierungstypen. Dies hielt der Verfasser aus drei Gründen nötig: erstens arbeitete die Fachliteratur mit sehr allgemein beschriebenen und verleitenden Fachausdrücken, zweitens kann nur eine solche Abwägung als Grund zu weiteren, synkron-diakron vergleichenden Untersuchungen dienen, drittens wird es uns durch diese Untersuchun­gen ermöglicht, zu den, mit der Orientlierung zusammenhängenden, umstrittenen Fra­gen Stellung zu nehmen. Im ersten Teil der Abhandlung wurden diese bestrittenen Fragen durchgesehen. In der Publikation haben wir uns auf die vollständige Material-Sammlung vom, den beträchtlichen Teil vom Kisalföld (Kleine Tiefebene) umfassenden Gebiete des Komitats Győr-Sopron gestützt. Wir publizierten das für uns erreichbare Material des südlichen und östlichen Randgebietes, und verwendeten auch die publizierten Gräberfunde der, zu Österreich und der Slowakei angehörigen Gebiete. Auf die wich­tigsten Fundorte der, streng genommen dem Kisalföld nicht angehörigen westlichen Randgebiete wurde auch einen Blick geworfen. In unseren Untersuchungen haben wir die, auf das IX. Jahrhundert datierten Gräberfelder auch einbezogen. Bei den einzelnen Gräberfeldern wurde das untersuchte oder das publizierte Material nach einheitlichen Prinzipien numerisch angegeben. Die wahrgenommenen Erscheinun­gen wurden mit Hilfe einer nach 5° Klassen geordneter Häufigkeitskurve, beziehungs­weise mit einem Kreisdiagramm dargestellt. Als erster Schritt der Analyse wurde der formelle Vergleich unternommen. Die durch West —Ost (Ost —West), beziehungsweise Nordwest —Südost (Südost —Nordwest) Orientierung charakterisierten Gräberfelder wurden agbesondert untersucht. Bei den letzterwähnten wurden zwei typologische Gruppen (von 45° gegen Süden, beziehungs­weise gegen Norden abweichende Orientierungsart) festgesetzt. Bei der Orientierung in entgegengesetzter Richtung können wir vier Typen unter­scheiden: 1) Orientierung in entgegengesetzter Richtung im gemeinsamen Grab. 2) Einige Orientierungstypen von entgegengesetzter Richtung innerhalb des Gräber­feldes. 3) Oft vorkommende entgegengesetzte Orientierungstypen am Gräberfelde. 4) Durch Orientierung in verkehrter Richtung charakterisierte Gräberfelder. Die Gräber von abweichender Orientierung wurden auch systematisch geordnet: 1) Sie unterscheiden sich nicht von den anderen Gräbern. 2) Kindergräber. 3) Gräber der Gemeinschaft nicht angehörigen. Die zeitliche und die geografische Teilung des Materials wurde auch untersucht. Die davon abgeleiteten wichtigeren Schlussfolgerungen sind die folgenden: 1) Am Südrande vom Kisalföld und in der Hügellandschaft von Sukoró kommen frühawaren­zeitliche, beziehungsweise frühe Traditionen hütende Gräberfelder mit West —Ost Orientierung vor. Die Besiedlung vom Kisalföld sollte also früher, als der bisher ange­nommene Zeitpunkt begonnen werden, beziehungsweise nahmen daran auch Volks­elemente mit frühawarenzeitlichen Traditionen teil. 2) Der Südteil vom Kisalföld (Raabeck, Mosoner Ebene und Hügelland überhalb des Flusses Raab) wurde im spät­awarischen Zeit-Alter von, Gräberfelder mit Nordwest —Südost Orientierung anlegen­den Volkselementen dicht bevölkert. Die Charakteristik dieser Gräberfelder besteht aus einer bis 45° messenden Abweichung der Nordwest —Südost Axe in nördlicher Richtung. Die Orientierung jener Gräberfelder wird einer gesetzmässigen Wandlung unterzogen. Diese Bevölkerung ist ausserordentlich traditionstreu und folgt einheit­lich ihre Orientierungsbräuche. 3) Die Besiedlung des Nordteiles vom Kisalföld, des Wiener Beckens und des übrigen Flachlandes in Niederösterreich erfolgt gleichzeitig. Die Gräberfelder zeigen hier, hinsichtlich der Orientierungsbräuche, ein viel hetero­generes Bild. Wir können es annehmen, dass die traditionstreue und die neue Bevöl­kerung in gleichem Masse dazu beigetragen hat. Die Abgesondertheit wird von der, 89

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