Arrabona - Múzeumi közlemények 17. (Győr, 1975)

Tomka P.: Beiträge zur den Bestattungsarten der Bevölkerung von Kisalföld in der Awarenzeit (Orientierung)

hier regelmässig auftretenden Orientierung in entgegengesetzter Richtung betont. Die andere Variante der Nordwest —Südost Orientierung (von 45° nach Süden ab­weichend) bezeugt eine dritte ethnokulturelle Komponente. Auf den Berührungs­gebieten ist ein gegenseitiger Einfluss wahrzunehmen. 4) Im IX. Jahrhundert hat sich das Schicksal beider Gebiete in verschiedener Weise gestaltet — dies wird auch von den Orientierungsbräuchen wiederspiegelt. In der Abhandlung wird auf die, in der Einleitung erwähnten strittigen Fragen auch reflektiert. 1) Die Orientierung zeigt in den bearbeiteten Gräberfeldern bedeu­tende Dauerhaftigkeit, war also für die Zeremonie verrichtende Gemeinschaft wichtig. 2) Der zeitliche Unterschied bei der West —Ost Orientierungsarten war auf unserem Gebiete nicht zu beweisen. Der Grund der sich bei uns wiederspiegelnden Praxis hatte sich schon vor langer Zeit vom wahren Sonnenaufgangspunkt losgelöst. Es war nur ein in der Tradition verstauter Brauch. Diese Orientierungs-Art war so weitverbreitet dass sie zurzeit für die ethnische Bestimmung ungeeignet scheint. Nur das Wieder­spiegeln einer anderen, sich von der Nordwest —Südost Orientierung unterscheidenden Tradition sei anzunehmen. 3) Bei der Nordwest —Südost Orientierung wurden zwei Arten unterschieden. Durch Folgen der zeitlichen Wandlung der gegen Norden ab­weichenden Orientierung konnte ein, von der Typologie unabhängiger, chronologischer Stützpunkt gewonnen werden. Dies ist das bedeutendste Ergebnis der Abhandlung. In den 150 Jahren des späten Awarenzeitalters hat sich die Axe der Orientierung mit 30° (manchmal auch mit 45°) abgewandt, und sich allmählich der Nord —Süd Axe genähert. Diese Wandlung ist in den meisten Gräberfeldern auf Grund der inneren, relativen Chronologie zu beobeachten. Bei den Gräbern von sicherer Datierung (auf das ganze Gebiet bezogen) und durch die formelle Analyse gebildeten Gruppen „a" (durchschnittlich 35—45°), „b" (durchschnittlich 25—30°), und „c" (durchschnittlich unter 22,5°) führt die zeitliche Reihenfolge der Gräberfelder zum gleichen Ergebnis. Die Erklärung dieser Tatsachen ist uns noch nicht bekannt, die Wanderung vom Magnetpol der Erde zwischen den Jahren 650—800 zeigt eine auffallende Parallelität. Die Orientierung in Nordwest —Südost Richtung halten wir aus diesem Grunde für die Variante der Nord —Süd Orientierungsart (méridionale Orientierungsart). Diese Orientierung ist bei den, auf dem nördlichen, waldigen Gebiete lebenden eurasiatischen Völkern, beziehungsweise bei den von dort wegziehenden und auf grasige Ebenen geratenen Völkergruppen üblich. So bei den finnischugrischen Völkern, bei den, eine archaische türkische Sprache sprechenden Bulgaren und bei den, ihnen sprachlich am nächsten stehenden Mongolen, etc. Péter Tomka

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