Arrabona - Múzeumi közlemények 7. (Győr, 1965)
Mollay K.: Die Denkwürdigkeiten der Helene Kottannerin
Schatzkammer der Königin. Das Vorzimmer war durch eine Tür jauch mit dem benachbarten haws, d. h. den Gemächern der Königin verbunden (vgl. auch Anm. 22 ung Abb. 00). Zum neuen Kronhüter wurde Graf Georg (III.) von St. Georgen und Bösing bestelli. Vgl. IIa, Bálint: Turul XLIV, 37—71; Anm. 34. 1& Die Namen der betreffenden ungarischen Adelsherren sind uns nicht bekannt. Immernin vgl. Anm. 33, 34. 19 Graf Nikolaus (II.) von St. Georgen und Bösing, und Graf Georg (II.), sein Sohn, Onkel, bzw. Vetter des Kronhmers (vgl. Anm. 17), waren Hauptleute auf der Plintenburg (vgl. auch Anm. 25). 20 Von Plintenburg kehrten Albrecht und Elisabeth zuerst nach Ofen zurück, wo Albrecht vom 11—16. Juli 1439 /bezeugt ist. Wegen der drohenden Türkengefahr mußten sie die in den Lagern Südungarns gesammelten Krieger aufsuchen. Im Segediner Lager ist Albrecht am 29. Juli, in der Stadt Segedin am 1—2. August bezeugt, dann in verschiedenen Lagern (Kabal, Kisdi, Slankamen, Tüeler Furt, Peterwardein, Futták), zuletzt am 1. Oktober im Lager bei Slankamen (Syrmien). Elisabeth ist am 15. August in Kisdi an der Theiß, am 17. September im Lager bei der Titeler (Furt bezeuge (SoprOkl. 1/3, 186—7; CodDipl. XI, 315). 21 Nach dem zeitgenössischen, um 1450 aufgezeichneten historischen Volkslied Kiefenbergers (Chiphenberger), eines in Albrechts Diensten stehenden österreichischen (Fahrenden blieben von den Landesherren nur Michael Országh von Guth und Stefan von Rozgony (der Ältere? der Jüngere?) an der Seite des Königs, und begleiteten ihn aus dem Lager von Slankamen nach Ofen: „der Urs Michel und der Rostmistsen (di zugen mit dem kunig davon) und pelibn pei im unez auf das lallerleste". Weiter heisst es da: „der kunig, ich hab also tvernum, war nit lebntig gen Ofen chumn, di selbign herren tetn an im das peste" (vgl, Liliencron, Rochus v.: Die \historischen Volkslieder der Deutschen. Leipzig 1865 ff. I, 371; Wenzel, Gusztáv: Kifenberger és Radler két XV. századbeli német költeményeik méltatása a magyar történelem szempontjából. Űj Magyar Múzeum 1856, II, 401; Hermann Menhardt in Wolfgang Stammlers „Verfasserlexikon". Berlin und Leipzig, 1933 ff. I, 372). Michael Országh von Guth war 1438—1439 Truchseß des Königs Albrecht, Stefan von Rozgony d. J. in derselben Zeit Gespan des Preßburger, d. Ä. Gespan des Temescher Comitates (vgl. Hóman—Szekfű: Magyar történet. (Budapest, 1935—1936 2 ), II, 376/a,, 528/a; CodDipl. XI, 32, 76, 329). Demnach ist die Königin noch vor ihrem Gemahl nach Ofen zurückgekehrt 22 Albrecht ist in Plintenburg am 13. Oktober 1439 bezeugt. Der hof ist das königliche Palast am Fuße des Burgberges (vgl. Abb. 00) und wird von den Gemächern der Königin (haws) in der Höhenburg stets unterschieden. Vgl. Anm. 17. 23 Vgl. Anm. 91; für das haws vgl. Anm. 17, 22. 24 „Durch Abwischen oder Streichen mit dem eigenen oder einem fremden Hemd behandelt man Krankheiten bei Menschen und auch bei Tieren oder beugt Krankheiten vor" (Handwörterbuch den deutschen Aberglaubens. Berlin u. Leipzig, 1927 ff. III, 1729). Vgl. phaiitel ,Hemdchen'. Bei den erwähnten zwei Bildern (pilden) handelt es sich wohl um ein Bild-Amulett (Bildzauber!), als Teil eines sog. Komposit-Amuletts, zu dem auch die Erbsenschoten (arbais schaid) gehören. Die Erbsen sind in der deutschen und auch in der ungarischen Volksmedizin als ein Mittel bekannt, das Krankheiten und Behexung vom Menschen anwendet. Nach der schwäbischen Volksmedizin darf tman am Felde die grünen Schoten der Erbse nicht brechen, da man sonst ein „böses" Maul (Hautausschlag!) bekommt (a. a. O. Szendrey, Zsigmond: A növény-, állat- és ásványvilág a varázslatban. Ethnographia 1937, 157). Hier (— im Ok x ober 1439 — kann es sich nur um getrocknete Erbsenschoten handeln. Das Amulett hieß bis in das 18. Jahrhundert im Volksmund Zauber. 25 Ladislaus von Gara war Banus von Matschowien (südlich von Syrmien, zwischen Bosnien und Serbien) und Vetter der Königin Elisabeth, da ihre Mütter, nämlich Anna, Gattin des Palatins Nikolaus (II.) von Gara, und Barbara, zweite Frau des Königs und Kaisers Siegmund, Geschwister, und als solche Töchter des Grafen Hermann (II.) von Cilli waren. In der Zeit, als die oben erzählten Ereignisse eintreten, am 18. Oktober 1439 nennt Elisabeth ihren Vetter in einer Urkunde das erstemal „Hauptmann der Plintenburg" (Capütaneum Castri nostri Visegradiensis Teleki a. a. O. X, 72). Die Grafen Nikolaus (II.) und Georg (II.) von St. Georgen und Bösing waren also zu diesem Zeitpunkt als Hauptleute der Plintenburg (Anm. 19) bereits abgesetzt. Die Güter, auf welche Elisabeth sich nach der Aussage der Helene Kottannerin begab, sind uns näher nicht bekannt. ! 281