Arrabona - Múzeumi közlemények 6. (Győr, 1964)
Timaffy L.: Altungarische Glaubensforschung in der kleinen ungarischen Tiefebene
tenek át a másvilágra. Elmúlásuk, temetésük mindig szélviharral (tátorjánszéllel), rossz idővel jár együtt. Ezek az emlékek nemcsak elszigetelten élnek egy-egy községben, vagy egykét öreg ember esetleg máshol összeszedett meséiben, hanem a Kisalföld egész területén megtalálhatók (1. a térképeket), tehát ethnikus sajátságok. Sok honfoglaláskori ősi hagyományunk él még népünk halottas, temetkezési hagyományaiban 22 a kuruzslásokban, rontásokban, gyógyító eljárásokban, 23 jelesnapi szokásokban. Ezek további kutatása még sok munkát igényel, sok lelkes gyűjtő bekapcsolására van szükség. Szeretném, ha ez az összefoglaló tanulmány esetleg indítékokat, kedvet ébresztene a további kutatásokba való bekapcsolódáshoz. Timajjy László ALTUNGARISCHE GLAUBENSFORSCHUNG IN DER KLEINEN UNGARISCHEN TIEFEBENE Die landnehmenden Ungarn bekannten sich wie die ihnen verwandten finnischugrischen und türkischen Völker zum Schamanismus. Noch sind Reste dieses Glaubens in den Volkssagen und in abergläubischen Vorstellungen auch in der Kleinen Ungarischen Tiefebene erhalten. Unsere Denkmäler der Urreligion, die mit wissenschaftlichen Forschungsmethoden am exaktesten nachweisbar sind, gruppieren sich um die Person des Schamanen, den ungarischen „tátos" (táltos), den „Wissenden", der über übernatürliche Kräfte verfügt. Diese mit außergewöhnlichen Fähigkeiten begabten Männer werden in der prosaischen Volksdichtung vom Augenblick ihrer Auserwählung bis zu ihrem Tod von urmythologischen Motiven, wie sie uns von den verwandten Urvölkern Asiens bekannt sind, begleitet. Schon ihre Erwählung, ihre Geburt ist außerordentlich: sie kommen mit Zähnen zur Welt manche werden schon im Augenblick der Empfängnis erwählt, der Schamane selbst zeugt sie in Gestalt einer feuerspeienden Schlange. Bereits als Kind unterscheiden sie sich von den andern, der eine ist melankolisch, ist ein Sonderling, der andere ist über alle Maßen stark: vergebens wird er nachts mit einem Zwirnfaden festgebunden, die ihm gutgesinnten Geister tragen ihn fort. Sie werden krank, das ist die „tátos-Krankheit", und liegen in der Regel besinnungslos, während ihre Seelen weit fort sind, um sich das „Wissen" anzueignen. De eine wird von einem weißen Stier bedrückt, der andere auf der Spitze einer hohen Pappel vom Teufel selbst mit Blut bespritzt, den dritten macht der „tátos-Vogel", eine Eule zu einem Wissenden, oder Geister vom Jenseits erscheinen ihm. Zu manchen kommen überirdische Wesen in der Gestalt von Schmeißfliegen oder als weißer Hund, oder der Teufel entreißt des Auserwählten Seele. In ihrer Ekstase zerlegen sie ihren Körper, zählen ihre Knochen, legen sie wieder zusammen und kleben sie entweder mit dem eigenen oder mit dem Blut eines Tieres zusammen. Sie sind Wissende geworden, nur müssen sie noch die Probe bestehen. Sie klettern auf einem Baum, dessen Wipfel bis zum Himmel reicht, — auf eine Pappel oder auf eine Birke — wenn kein Baum in der Nähe ist, steigen sie auf eine Leiter oder in den Schorstein und kämpfen dann den Schamanenkampf gegen ihren Widersacher. Die uralte passive Erwählung bezeugen unsere Sagen, in denen Lernbegierige abgeschreckt werden, entweder durch einen madigen Kadaver, von Teufeln, Hexen, oder durch eine Brummfliege, die in ihren Mund hineinfliegen will. Ursprünglich war es der helfende Geist, der durch den offenen Mund in den Auserwählten einzog. Der Brauch, vor dem Essen den ersten Bissen hinter sich zu werfen, oder den ersten Schluck Wein auf den Boden zu gießen, erinnert an das Speiseopfer, das den guten 22 Timajjy L., Nagycsaládi hagyományok a Szigetköz népi temetkezésében. Arrabona 2. (1960) 167. 23 Timajjy L., i. m. (1962) 207—216. 332