Demeter Zsófia (szerk.): Alba Regia. A Szent István Király Múzeum évkönyve - Szent István Király Múzeum közleményei. C. sorozat 37. (Székesfehérvár, 2008)
Tanulmányok, közlemények - Régészet - Gábor Váczi - Máté Stibrányi: Neue Erdburgen der Vatya-kultur im Komitat Fejér
Alba Regia 37 (2008) GÁBOR VÁCZI* - MÁTÉ STIBRÁNYI** NEUE ERDBURGEN DER VATYA-KULTUR IM KOMIT AT FEJÉR Ercsi-Holdhegy An der Grenze von Százhalombatta und Ercsi am Rand des Lößrückens, der sich über der Donau erhebt, sind direkt auf dem Hochufer der Donau Spuren einer Erdburg mit einem Ausmaß von 8,8 ha zu erkennen (Abb. 1). Am südlichen Rand des Holdhegy („Mondberg“), auf dem der Fundort liegt, erstreckt sich eine dreieckförmige Landzunge, in NW-SO - Ausrichtung lang gezogen und nach Südosten hin schmaler, darauf ein leicht abfallendes Plateau. An seiner Ostseite liegt die Steilwand des Donauufers, nach Westen hin wird es von einer ca. 10 m tiefen, steilen Auswaschung begrenzt. Endang der beiden Längsseiten des Plateaus verlaufen zwei Schanzen, beide sind im Unterholz gut zu erkennen. Die Höhe der Schanzen beträgt 0,5 bis 1 m, ihr Verlauf ist innerhalb des beschriebenen Abschnitts gut zu verfolgen. Auf der südwestlichen Seite liegt die Schanze direkt oberhalb der steilen Auswaschung, am nördlichen Ende der Schanze sind an deren Außenseite Spuren eines künstlicher^?) Grabens zu erkennen. Im nördlichen Drittel der Landzunge verlaufen zwei Schanzen parallel zueinander. Das Gebiet der Terrasse, das von diesen zwei Schanzen umfasst wird, kann auch als die untere Burg der Festung angesehen werden. Am südöstlichen Ende dieser unteren Terrasse beginnt ein schmaler, leicht abfallender Hang, der sich bis zum Donauufer erstreckt. Dies könnte ein zur Donau führender Weg gewesen sein, der dem natürlichen Geländeverlauf folgte.* * 1 Von den in zwei Reihen hegenden Schanzen wurde der Zugang zur Terrasse geschützt, hier konnte vielleicht ein Tor gestanden haben. Im südlichen Drittel der Landzunge sind auf dem steilen Berghang Spuren weiterer Terrassen zu sehen, die schon außerhalb des Gebietes hegen, welches von den Schanzen umschlossen ist. Der gegenüberhegende Ostrand des Plateaus mit Bhck auf die Donau wurde ebenfalls von einer Schanze geschützt, die ganz bis zum steilen südhchen Ende des Plateaus verfolgt werden kann. An seiner südöstlichen Seite sind Spuren von Schützengräben und Geschützständen aus dem II. Weltkrieg zu sehen, diese haben wahrscheinlich auch die Schanzen gestört. Am steilsten südhchen Rand der Erdburg wurde keine Schanze gefunden. Auf dem nördlichen Abschnitt der Landzunge, die hier mit dem Lößrücken verbunden ist, können keine Spuren einer Schanze beobachtet werden, aber auf der Fläche, die landwirtschaftlich genutzt wird, sind Reste eines flachen Grabens zu erkennen. Derzeit ist die Erdburg bewachsen: sie ist mit Gebüsch und wild wachsendem Wald bedeckt. Trotz des Bewuchses wurde praktisch im gesamten Gebiet des Plateaus, sogar auch auf den Schanzen, Keramik gefunden. Das bewertbare Fundmaterial von Ercsi-Holdhegy stammt vom oberen Plateau der Burg. Es kann nicht als ein für Bodenbegehungen typisches Material bezeichnet werden, die im Folgenden vorgestellte Keramik wurde nämlich aus der Umgebung von Raubgruben gesammelt, die in der oberen Burg gefunden wurden. Bei der Vermessung der Burg wurden etwa 7-8 frisch ausgehobene Gruben, 1,5-2 m tief und mit 1x2 m Grundfläche, gefunden, in deren Seitenwänden zahlreiche Siedlungsschichten beobachtet werden konnten. Während der gründlicheren Begehung der oberen, mit Wald bedeckten Burg stellte sich heraus, dass die Anzahl der offenen oder halb eingefallenen Gmben auf dem Plateau mehr als 30 betrug. Neben den zuletzt ausgehobenen Gmben war das Fundmaterial jedes Mal am Ort belassen worden, dies ermöglichte das Einsammeln und Aufmessen „pro Grube“. Die Mehrheit des Fundmaterials, das zur Aufarbeitung geeignet ist und bewertet werden kann, besteht aus Fragmenten von Schüsseln und Vorratsgefäßen. In den einzelnen Fundgruppen fehlen aber gleichzeitig die Becher, die sonst in den befestigten Siedlungen der Vatya-Kultur häufig sind.2 * Institut für Archäologie der Eötvös Loránd Universität ** Fachdienst für Kulturellen Denkmalschutz; Topographische Abteilung 1 Spuren einer künstlichen Geländeregulierung konnten wegen des dichten Bewuchses nicht beobachtet werden. 2 Die oft in vollständigem Zustand vorkommenden kleinen Gefäße konnten zu den illegalen Ausgräbern gelangt sein. 205