Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 29. 1998-1999 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (2000)

Szemle – Rundschau - Fitz Jenő: Epigraphica XV. p. 159–165.

beiden Inschriften stammen aus zwei verschiedenen Tempeln, der eine wurde um die Wende vom 2. zum 3. Jahrhundert errichtet, der andere wurde zur gleichen Zeit wiederhergestellt, er gehört in die erste Periode des heiligen Bezirkes, in den den Markomannenkriegen vorausgehenden Zeitabschnitt. Da die entsprechenden Beweise fehlen, kann man die Annahme, daß zu Beginn des 2. Jahrhunderts in Gorsium für DU Magni ein Tempel existierte, nicht riskieren. Genauso wenig kann man auch nicht beweisen, daß in dieser Zeit auch nur Spuren für einen derartigen Kult in Pannonién vorhanden gewesen wäre. Die Ergänzung der Bauinschrift aus Sárpentele auf DU Magni ist aufgrund obigen unannehmbar. Dieser Versuch, mit dem der Autor die Namen der beiden orientalischen Gottheiten auf der Bauinschrift von Sárpentele ergänzte, überbewertet den Kult weitgehend. Für das Zugegensein dieses Kults in Pannonién gibt es ­außer der zweifelhaften Ergänzung der Gorsiumer Inschrift - ein einziges Denkmal. Man kann sich schwer vorstellen, daß die Kaiser Septimius Severus und Cara­calla gerade den Tempel eines Götterpaares wieder­herstellen ließen, die weder in der Religion der beiden Kaiser noch in der Glaubenswelt Pannoniens eine Rolle spielten. Die area sacra war eine Fläche von 9 ha, mit zahlreichen Tempeln, mit zur Aufnahme einer be­deutenden Menschenmenge geeigneten Hallen, Gästehäu­sern, Speisesälen und einem riesigen Amphitheater. Das vermutlich einzige Denkmal und die Maße des heiligen Bezirkes für die dort stattfindenden Feierlichkeiten sind irgendwie überhaupt nicht in Einklang zu bringen. Aufgrund aller Baudaten wurde der heilige Bezirk in den ersten beiden Jahrzehnten des 2. Jahrhunderts er­richtet. Im Vergleich zu den sich an die griechisch­römische Glaubenswelt bzw. den örtlichen Kult knüp­fenden Denkmälern ist die Anzahl der auf den orientalischen Kults weisenden Gegenstände verschwin­dend gering. Ersterer ist durch 7 Iuppiter-Denkmäler (darunter ein Skulpturfragment), 2 Minerva- (ein Skulpturfragment), 3 Herkules- (ein Skulpturbruchstück), eine Diana- (Skulpturbruchstück) 4 Silvanus- (2 Skulpturen), eine Liber-Pater-, eine Fortuna(?)­(Skulptur), 2 Teutanus- und eine Sedatus-Inschrift ver­treten. Die Denkmäler des Herkules und des Silvanus kamen an verschiedenen Stätten zum Vorschein, vermutlich in einem Tempel. Aufgrund einer Inschrift wurde auch zu Ehren Mark Aureis ein Tempel errichtet. Ausschließlich an den griechisch-römischen Glauben sind die mythologischen Skulpturen und Reliefs zu knüpfen. Von den Denkmälern des orientalischen Kults ist in einer Inschrift ein Tempel angeführt, und zwar zu Ehren des Deus Sol Elagabalus. Dieser sowie der Dolichenus-Altar stehen mit dem Besuch des Septimius Severus im Zusammenhang. Persönlichen Charakters ist der Dom­nus und Domna aufgestellte Altar aus dem ersten Jahr­zehnt des 3. Jahrhunderts, die bronzene Statue des Sabasios gehörte zusammen mit zwei Venus- und einer Luna-Statue zum Inventar eines Tempels {Gebäude XVI). Die 3 unbedeutenden Mithras-Fragmente stammen aus einem bescheidenen Mithräum, das allerdings nicht in der area sacra, sondern auf dem Gelände der Stadt gestanden haben kann. Die wenigen Denkmäler, die an die orientalischen Kulte geknüpft werden können, sind aus dem 3. Jahrhundert und haben nichts mit der Gründung des heiligen Bezirks zu tun. Sie konnten zwar in dem die Glaubenswelt repräsentierenden großen heiligen Bezirk eine Stätte gehabt haben, aber von einer bestimmenden Rolle kann keine Rede sein. Die Rolle des Staates bei der Entstehung und der Funktion ist ein Charakteristikum des heiligen Bezirkes. Er wurde auf dem Territorium des liquidierten Mili­tärlagers, das heißt auf staatlichem Gebiet errichtet. Zu der Zeit, als das Militärlager noch existierte, führten die Straßen des Straßenknotenpunktes durch das Lager. Als der heilige Bezirk angelegt wurde, verlegte man auch die Straßen, diese führten nicht mehr durch die area sacra und auch die Straßenkreuzungen befanden sich außerhalb dieses Geländes, denn der bedeutende Durchgangs­verkehr war offensichtlich nicht mit der Bestimmung des heiligen Bezirks vereinbar. Die Untersuchung der mythologischen Denkmäler zeigt, daß diese an drei offizielle Feiern geknüpft werden können, und zwar an das 900- und an das 1000jährige Bestehen Roms bzw. an die ludi-saeculares-Feieû'ichkeitùn zur Zeit des Septimius Severus. Außer den sich an den Besuch des Septimius Severus im Jahre 202 knüpfenden Inschriften (AnnEp 1973, 437bis = RIU, 1490; CIL, III, 3346 = RIU, 1500; CIL, II, 3342 = RIU, 1537; CIL, III, 3343 = RIU, 1528) sind auch zwei Inschriften in Verbindung mit dem Besuch des Caracallas bekannt (CIL, III, 10333 = RIU, 1492; AnnÉp 1973, 437 = RIU, 1501). Dieser offizielle Charakter stimmt in großem Maße mit der wahren Bedeutung der Bauinschrift aus Sár­pentele überein: Auf dem Gebiet des heiligen Bezirks ließen die beiden Kaiser den Tempel - offensichtlich von herausragender Bedeutung - wiederaufbauen. Die Kaiser ließen auf eigene Kosten in den einzelnen Provinzen nur ausnahmsweise und nicht nach Gutdünken Tempel errichten bzw. wiederherstellen. In Pannonién sind davon insgesamt nur zwei bekannt: Außer dem Tempel in Gorsium wurde nur in Carnuntum aus Anlaß des Kaisertreffens im Jahre 308 (Vorbeck 1980, 68, Nr. 293) ein Mithräum errichtet. In diesem Fall ist es ganz selbstverständlich, daß es sich nicht um irgendein unbedeutendes Heiligtum zu Ehren einer Gottheit handeln kann, die weder für die Herrscher noch für die Provinz charakteristisch ist und weder über Aktualität noch Bedeutung verfügt. Man kann es kaum als Spiel des Zufalls betrachten, daß die Bauinschrift von Sárpentele für einen einzigen Tempel (Gebäude LXX) in dem heiligen Bezirk in Frage kommen kann. Das ist nicht nur der größte bekannte 163

Next

/
Thumbnails
Contents