Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 29. 1998-1999 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (2000)

Szemle – Rundschau - Fitz Jenő: Epigraphica XV. p. 159–165.

Tempel (der freigelegte Teil beträgt 14x40 m) des heiligen Bezirks, sondern auch beider Pannonién, der an einer hervorgehobenen Stelle, auf dem zentralen Platz der area sacra stand und nach den Markomannenkriegen erneuert wurde. Sowohl der zentrale Standort des Tempels in dem 9 ha umfassenden heiligen Bezirk als auch seine Maße weisen auf seine hervorgehobene Bedeutung hin: Allein bei diesem kann in Betracht gezogen werden, daß seine Wiederherstellung den Kaisern zu verdanken ist. Die Septimius Severus, Caracalla und den caesar Geta begrüßende Inschrift {CIL, III, 3342) gehört in die Serie, die mit dem Besuch der Kaiser im Jahre 202 in Verbindung gebracht werden kann (Fitz 1959, 237-263). Demzufolge ist es wahrscheinlich, daß die Übergabe des von den Kaisern wiederher­gestellten Tempels im Jahre 202, aus Anlaß des Kaiser­besuches erfolgte. Die Tatsache, daß der durch Trajan errichtete zentrale Tempel des heiligen Bezirks von Septimius Severus und Caracalla wiederhergestellt wurde, und zwar vermutlich aus Anlaß ihres Besuches im Jahre 202 in Pannonién, unterstreicht nicht nur seine Bedeutung, sondern be­stimmt auch den Charakter des an den Tempel gebun­denen Kults. Es handelt sich hierbei um die Tempel­rekonstruktion eines Gottes, der auch vor 100 Jahren im Mittelpunkt des Kults im heiligen Bezirk stand, und nicht eine der von der Severer-Dynastie verehrten Gottheiten war. Der sich aus der Gründung des heiligen Bezirks ergebende offizielle Charakter kommt auch in der Wiederherstellung durch Severus zum Ausdruck. In diesem Sinne muß die Haltung des Septimius Severus hervorgehoben werden. Zu seinen ersten Taten gehörte nach seinem Machtantritt die Erhebung des Pertinax in die Reihe der Götter, der dann die Annahme des Kognomen Pertinax in seiner eigenen offiziellen Be­nennung folgte. Zur Anerkennung seiner Legitimation war aber mehr als nur das nötig: Im Jahre 197 kon­sekrierte er auch Commodus, den der Kaiser zu seinem Bruder erklärte. Durch seine Zugehörigkeit zur Dynastie der Antonini, als Sohn des Divus Mark Aurel, wurde auch er zum divi imperatores. Die Praxis, die seit Augus­tus (Divi Caesaris filius) zur Legitimierung des göttlichen Ursprung gehörte, bekam bei Septimius Severus eine hervorgehobene Bedeutung (Turcan 1978, 1004). Es ist bekannt, daß er in jungen Jahren zur Zeit seines Aufenthaltes in Hispanien im Traum den Befehl be­kommen hatte, in Tarraco den baufälligen Tempel des Augustus zu restaurieren (SHA Sev, 3, 4).' Die Wichtigkeit des Kaiserkults, als Nachricht im Traum, brachte er mit sich, kontinuierlich beschäftigte ihn seine eigene Göttlichkeit. Bei seinem Besuch in Pannonién, der den Feierlichkeiten zum 10. Jahrestag seiner Herrschaft Deininger (1965, 121-122) berichtet anhand der SHA von der Wiederherstellung des Tempels irrtümlich als Tatsache: „Von Restaurationen unter Hadrian und noch später unter Septimius Severus weiß die História Augusta zu berichten." vorausging, kann es sich im Rahmen der Ereignisse in Gorsium um nichts anderes handeln, als um die Wiederherstellung des zerstörten Tempels der zum Gott erklärten Kaiser. Diese Geste war in der Provinz, die ihm zur Macht verholfen hatte, gleichzeitig ein Fest der eigenen Göttlichkeit. Die Bedeutung des Tempels, die kaiserliche Wieder­herstellung, die Datierung von 202 und die auf die Legitimation des Septimius Severus ausgerichteten Bestrebungen bestätigen übereinstimmend die Hypothese Mommsens, der aufgrund der Bauinschrift und des aus den Jahren der gemeinsamen Herrschaft des Septimius Severus und des Caracalla - vermutlich ebenfalls aus dem Jahre 202 - stammenden Gorsiumer Dolichenus­Altar der pannonischen Priester (CIL, III, 3343) auf das Zentrum des concilium provinciáé Niederpannoniens schlußfolgerte. Der Tempel allerdings war - entgegen Mommsens Hypothese - nicht Mark Aurel geweiht: Der zentrale Tempel wurde, so wie zahlreiche Gebäude des heiligen Bezirkes, zur Zeit der Markomannenkriege zer­stört bzw. beschädigt, das heißt noch zu Lebzeiten Mark Aureis. Der Mark-Aurel-Tempel (CIL, III, 3345) konnte frühestens unter Commodus errichtet worden sein, vetustate conlapsum kann sich also keinesfalls auf diesen beziehen. Aufgrund seiner Ausmaße, seiner zentralen Lage, des mutmaßlichen Zeitpunktes seiner Errichtung und Wiederherstellung kann der fehlende Teil der Inschrift in der Form von d[ivorum Augustorum] ergänzt werden (Fitz 1997,63). Alle die, die auch jetzt noch eine andere Deutung anstreben - Stätte militärischer Feierlichkeiten (!), hei­liger Bezirk des Dolichenus, Kultstätte von orientalischen Gottheiten usw. -, müssen auch darauf eine Antwort finden: Wo, wenn nicht in Gorsium, war der Schauplatz des niederpannonischen concilium provinciáé? Aquincum kommt nicht in Frage: Es ist nicht nur keine area sacra, den Maßen der in Gorsium ähnlich, zum Vorschein gekommen, sondern es fanden sich auch keine Spuren, die auf einen heilige Bezirk deuten würden. Damit kann man allen bisherigen Kenntnissen nach auch nicht rechnen. Auch von anders woher sind keine Spuren bekannt. Aufgrund der bekannten Oberpriester der Provinz jedoch muß man es als Tatsache ansehen, daß es eine Stätte für den Kaiserkult gab, den heiligen Bezirk.

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