Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 29. 1998-1999 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (2000)
Szemle – Rundschau - Fitz Jenő: Epigraphica XV. p. 159–165.
Buchstaben nicht eindeutig ist. Die Lesung [Dis] Magn[is] kann höchstens als Hypothese bestehen bleiben. Entgegen der vom Autor vorgenommenen früheren Mitteilung stammt die Inschrift von der Basis einer Säule und wurde nicht sekundär bei der Errichtung von Gebäude IV aus dem 4. Jahrhundert benutzt (Fitz 1996, 31). Die Basis gehörte zu einer zehnmal untergliederten Säulenreihe aus der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts, die im Laufe der Markomannenkriege zerstört worden war. Ende des 2. Jahrhunderts, zu Beginn des 3. Jahrhunderts wurden zwei der zu dieser Säulenreihe gehörenden Basen in die Nordwand eines aus drei Zellen bestehenden, an der Ostseite mit sechs Säulen verzierten Tempels (Gebäude XXVII) eingebaut. Die erwähnte Basis, die nicht abgerissen worden und an ihrer ursprünglichen Stelle verblieben war, ragte etwas aus der Fläche der Wand hervor. Die Inschrift gehörte vermutlich zu den in dem Heiligtum gepflegten Kulthandlungen. In diesem Fall konnte sie zur Zeit des Tempels, um die Jahrhundertwende, in den Stein eingemeißelt worden sein. Bei der Ergänzung des Götternamen kann man auch ohne darauf zu beharren - von einigen SilvanusDenkmälern ausgehen. An der Nordseite der decumanus maximus stand in der Linie von Gebäude XXVII das Gebäude III, aus dessen Mauerüberresten vier SilvanusDenkmäler zum Vorschein gekommen sind (zwei Skulpturen und zwei Inschriften). Diese Stücke stammten ursprünglich aus einem zerstörten Heiligtum und waren hier sekundärer verwendet worden. Das Heiligtum kann aufgrund seines Grundrisses - nicht mit Gebäude XXIII, das im 2./3. Jahrhundert an der Stelle von Gebäude III stand, identifiziert werden. Im Prinzip kann Baumaterial für das später als frühchristliche Basilika dienende Gebäude von überallher transportiert worden sein, das heißt das Heiligtum mit den Skulpturen und Altären mußte nicht in der Nähe gestanden haben. Daß dies aber dennoch so sein konnte, wird durch ein Silvanusrelief aus Terrakotta aufgeworfen, das ebenfalls vor Gebäude XXVII, und zwar aus der Kanalisation, zum Vorschein gekommen ist. Für eine - eventuelle, aber nur mutmaßliche - Identifizierung mit dem Silvanus-Heiligtum kann die bekannte Tatsache angeführt werden, daß unter den Attributen des Silvanus auch magnus vorkommt, und zwar in Pannonién in Aquincum (Kuzsinszky 1934, 206, Nr. 449; Kuzsinszky 1937, 127-128, Nr. 48). Letztere Inschrift ist datiert vom 11. Juni, der auf den IuppiterOptimus-Maximus-Teutanus-Inschriften regelmäßig vorkommende Tag (Soproni 1990, 133-142; Póczy 1998, 29-32; Fitz 1998, 83-87; Póczy 1999, 201-223). Dieses Datum erscheint auch auf dieser Inschrift aus Gorsium, die 178 von Aquincumer duumviri aufgestellt und vermutlich Iuppiter Optimus Maximus Teutanus geweiht worden war (CIL, III, 3345; RIU, 1493). Der Aquincumer Silvanus-Altar ist in Óbuda in der Kerék Straße zum Vorschein gekommen, auf dem Gelände der canabae, nicht weit von dem Bereich, aus dem nach Annahme Klára Póczys die Iuppiter-Teutanus-Steindenkmäler in Aquincum stammten. Die im Bereich von Gebäude XXVII zutage gekommenen Silvanus-Denkmäler, das Vorkommen des Mügn^-Attributes in Aquincum und dessen mutmaßliche Verbindung mit der IuppiterTeutanus-Feierlichkeit kann zusammen mit dem Altar in Gorsium, der dem gleichen Fest diente, eventuell die Annahme gestatten, daß der in der Inschrift nicht lesbare Göttername Silvanus sein kann. Géza Alföldi ergänzte außer der DU Magni geweihten Basis auch das Inschriftbruchstück, das an den Wiederaufbau unter den Kaisern Septimius Severus und Caracalla in den Markomannenkriegen zerstörten Tempels erinnert, mit den Namen des Götterpaares (CIL, III, 3342): Imperatores d[d(omini) nn(ostri) L(ucius) Septümius S]everus et M(arcus) [Aurelius Antoninus I P(ius) F(elix) Aug]usti templu(m) D[eorum Magnorum I vetust]ate conlap[sum a solo resti\tuerun]t cura[nte—]. Aufgrund von templu(m) in der Bauschrift kann - von epigraphischen Gesichtspunkt aus - die Ergänzung zu Ehren divus Marcus Aurelius (CIL, III, 432) (dem tatsächlich in Gorsium ein Tempel geweiht war, CIL, III, 3345) oder zu Ehren des nur auf einem Altar erwähnten Dolichenus (Alföldi 1940, 215-220) genauso aufgeworfen werden wie bei den früheren Versuchen. Die Zeile könnte auch auf ein mit D beginnendes Götterpaar eines vor noch nicht so langer Zeit zum Vorschein gekommenen Altars, nämlich auf Domnus und Domna, ergänzt werden (RIU, 1523b). Wie bekannt, ist auch der Name Dianas in der Forschung aufgetaucht (RómerDesjardins 1873, 62, Nr. 113; Egger 1960, 168; G. Alföldy 1961, 300-302.), das wird aber mit Ausnahme des Buchstaben D durch nichts weiter begründet. Diese Versuche fanden bis in die fünfziger Jahre hinein solange der identische Fundort der beiden Inschriften die die Phantasie anregenden Verbindung schuf - Gefallen, boten aber in Wirklichkeit die Möglichkeit zu auf schwachen Beinen stehenden Schlußfolgerungen. Die in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts durchgeführten Grabungen und Forschungen allerdings gestatten es nicht mehr, daß die an einen Ort zu knüpfenden Inschriften unabhängig von den Forschungsergebnissen, nur auf epigraphischer Grundlage bewertet werden. Die „DU Magni" erwähnende Inschrift kam - wie oben bereits beschrieben - in dem nach den Markomannenkriegen errichteten, aus drei Zellen bestehenden Gebäude mit Portikus (Tempel) zum Vorschein und war in eine Basis aus der vorhergehenden Periode eingemeißelt. Die Inschrift war nicht ausgemerzt, nicht mit Mörtel abgedeckt worden, sie gehörte eindeutig zum Kult und wurde zu der Zeit als dieser bestand angefertigt. Das Fragment aus Sárpentele berichtet über eine Wiederherstellung, nicht über den Bau eines neuen Tempels. Die 162