Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 29. 1998-1999 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (2000)

Tanulmányok – Abhandlungen - Fitz Jenő: Pannonische Ritter. p. 115–136.

Die Iulii kommen nur in Carnuntum und in Aquincum, also in den Pro-vinzhaupstädten vor. Den Grabstein des im 13. Lebensjahr verstorbenen M. Iulius Candidianus hatte dessen Großvater C. Iulius Proculus, Dekurio von Mursa, aufgestellt. Die Inschrift stammt aus dem 2. Jahrhundert. Der Großvater war vermutlich italicus, eventuell stammte er aus einer norditalischen Familie Mócsy 1959,148). Die anderen Iulii sind aus dem 3. Jahrhundert, der aus jüngster Zeit ist C. Iulius Victorinus, II uir, dessen Inschrift aus dem Jahre 259 stammt. Bei den Iulii aus Carnuntum kann man in erster Linie mit italischer Herkunft rechnen, die Aquincumer Iulii können im 3. Jahrhundert auch aus Afrika und aus dem Orient gekommen sein (Barkóczi 1964, 276). Das Nomen Claudius trug in ganz Pannonién nur die mittel italische Familie, die die Besitzungen in Baláca erworben hatte. Die Flauii sind außer durch einen Ritter aus Carnunrum, einen aus Brigetio und einen aus Aquincum noch durch drei aus Sirmium stammende Ritter vertreten. Die Flauii konnten hier mit der vespasianuszeitlichen Stadtgründung im Zusammenhang gestan-den haben. Diese Überlegung taucht in erster Linie im Falle des T. Flavius Gogaenus auf, der aus dem Stamm Cornacates gekommen sein kann und das Bürgerrecht vermutlich bei der Stadtgründung erworben hatte. Tabelle 3 Nr. Name eq.R. eq.p. Ort Zeitpunkt munizipale ritterliche hoher Rang Familien­beziehung Karriere Karriere 54. G. D(— ) Victorinus eq.R. Siscia Gordian dec. col., II vir Sohn: eq.R. sac.prov.Pann.Sup. 55. G. D(— ) Victorinianus eq.R. Siscia Gordian dec. col. Vater: eq.R. 56. Ti. Claudius Patinus eq.R. Baláca Mitte des 3. Jh. 57. Flavius [Dig]nus eq.p. Aquincum Mitte des 3. Jh. augur 11 vir 58. C. Iulius Victorinus eq.p. Aquincum 259. aedil., II viral. pontif.qq.col. 59. M. Aurelius Cemesus eq.p. Aquincum 284. aedilic, II viral.,qq. 60. M. Aurelius Polydeuces Aquincum 284. aedilic, II viral. vir egr. flam. 61. Aelius Exuperatus eq.R. Aquincum 286. II vir 62. Aurelius Tertullus Aquincum ? 63. Anonymusö eq.R. Aquincum ? Die munizipale Aristokratie Ein Teil der Ritter gehörte zur munizipalen Aristokratie. Abhängig davon, wann sie den Ritterrang erhalten hatten, kann man sie in drei Gruppen unterteilen. Vermutlich sind die Persönlichkeiten als am wenigsten bedeutend zu betrachten, die die verschiedenen Stufen des städtischen Magistrats den Regeln entsprechend durch­liefen und danach in den Ritterstand erhoben wurden. Wahrscheinlich sind zu diesen Aelius Exuperatus und M. Aurelius Cimes, II uiri von Aquincum, die von Amts wegen auf den I.O.M.Teutanus-Altären angeführt waren, zu zählen. Ihre Laufbahn ist in den Inschriften nicht angegeben. Bei den bekannten Personen bedeutete der Ritterrang im allgemeinen der Höhepunkt ihrer Karriere. Allein die Laufbahn des [M. Ulpius —] stellt eine Ausnahme dar, er war auch sacerdos prouinciae Pannóniáé Inferioris und durch die Rangerhöhung wurde er in die Reihe der Dekurionen der colonia Mursa aufgenommen. Letztendlich diente er dann als Ritter in einem Truppen verband, er war tribunus militum in der legio XX Fulminata. C. Valerius Tettius Fuscus erwarb den Rang eines Ritters nach der aedilitas, als er praefectus fabrum wurde. Dann allerdings setzte er seine munizipale Beamten­laufbahn fort, er wurde // uir von Poetovio und wirkte dann in einer Priesterkörperschft als augur [loc]a collegio magno Larum [et i]maginum domini n. Caesaris. Letztendlich erwarb er den tribunatus in einer Legion. C. Valerius Scribonianus wurde bereits als Dekurio in den Ritterstand aufge-nommen, er wurde ebenfalls praefectus fabrum und übernahm dann in seiner Geburtsstadt weitere munizipale Ämter, wie //// uir aed. pot. quinquennalis, II uir iure dicundo und II uir quinquennalis. Die in die dritte Gruppe gehörenden Personen waren bereits vor ihrer munizipalen Laufbahn Ritter, wie Ti. Claudius Április, und stammten aus einer Ritterfamilie. Letzterer war an Savaria, wo er Mitglied des ordo war, und an Carnuntum, wo er, obwohl er zur Grund­besitzerfamilie des latifundium von Baláca gehörte, 131

Next

/
Thumbnails
Contents