Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 28. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1999)

III. STADTMAUERN IN PANNONIÉN Die Zivilstadt von Carnuntum war von einer Stadt­mauer umgeben. 1976 wurde sie erstmals in einer Wasserleitungskünette mehrfach angeschnitten (Schedivy 1986a, 60, 95.) und konnte von E. Schedivy kartiert werden (Schedivy 1986b,113, 115 ff, Faltpläne 3 und 6.). Im Sektor 0/1 bestand das 2,30 m breite Mauerwerk aus großen, teilweise wiederverwendeten Quadern. In einem abgelassenen Fischteich vermutlich an der Stelle eines antiken Wasserkastells wurde 1983 der westliche Zug mit einem Tor freigelegt (Stiglitz 1983.). Auch hier kam wiederverwendetes Steinmaterial, ein Fragment einer monumentalen Inschrift und ein Reliefstein, vermutlich ein Eckstein einer Grabädicula mit einem aus einem Kantharos wachsenden Akanthusbäumchen, zum Vor­schein. Wahrscheinlich war auch hier Steinmaterial von der nach Westen verlaufenden Gräberstraße, die vor allem aus Luftbildern bekannt ist (Vorbeck-Beckel 1973, Abb. 24-25; Ertel u.a. 1999, 126.), sekundär in der frühestens am Ende des 3. Jhs. errichteten Stadtmauer verwendet worden. Die bisher nicht näher erforschte West- und Nordstrecke der Stadtmauer ist im Auwald sehr gut zu erkennen und dürfte noch hoch erhalten sein. Es wird angenommen, daß das an der Nordseite abgeschrägte Grundrißquadrat des Schlosses Petronell auf den Verlauf der Stadtmauer Rücksicht nimmt. Um eine spätantike Stadtmauer handelt es sich auch in Scarbantia. Die 1,1 km lange, 3 - 3,2 m breite und bis zu 8,5 m hohe Mauer wurde am Beginn des 4. Jhs. errichtet und verschlang 40.000 m 3 Steinmaterial (Póczy 1977, 32 ff; Hajnóczi-Mezös 1995, 23 f.). Das aufgehende Mauerwerk bestand auch hier aus Gußmauerwerk, das mit großen Kalksteinquadern verkleidet war. K. Póczy konnte keine Verwendung von Spolien wird im Zusammenhang mit der Stadtmauer von Scarbantia feststellen (Póczy 1967, 141.). Dies bedeutet nicht unbedingt, daß keine sekundär verwendeten Steine benutzt wurden. Sie sind vielleicht nur nicht sichtbar, auch wurden in der jüngeren Zeit keine Mauerteile abgerissen. Auch Savaria besaß eine Stadtmauer, von der eine ältere und eine jüngere Phase zu unterscheiden ist. Die ältere Stadtmauer wurde von Domitian in den Jahren 80 bis 82 n. Chr. errichtet (Szentléleky, Die Gebäude des Ruinengartens aus dem 3. und 4. Jahrhundert n. Chr. in: Buocz u.a. 1993, 22.). Das westliche Stadttor mit einspringenden Türmen südwestlich der Bischofskirche und der im István Járdányi Paulovics-Ruinengarten aufge­deckte gerade Zug mit einem ebenfalls einspringenden Zwischenturm scheinen zu dieser Anlage zu gehören (Buocz u.a. 1993, Faltplan 1.). Ein römischer Wachtturm wurde von dem mittelalterlichen Graben der Burg gestört (E. P. Hajmási, Die mittelalterliche Burg von Szombat­hely. In: Buocz u.a. 1993, 36 f.). Die drei Meter starken Mauern mit polygonalem Verlauf (Póczy 1976, 23.) weichen von dem in claudischer Zeit angelegten Straßennetz (Tóth 1971.) ab und sind wohl mit Sicherheit als spätantik zu bezeichnen. Erst in jüngerer Zeit werden intensivere Forschungen zur Stadtmauer von Savaria angestellt (O. Sosztarics, Fa-kő periódusváltás Savaria városfalánál. Vortrag bei der Gedächtnistagung für S. Soproni am 7.10. 1998 in Bölcske. Unpubliziert.). Auch aus der spätrömischen Festung Iovia-Alsóhetény wurden Spolien bekannt (Tóth 1988, 28 ff.) Diese größte innerpannonische Festung an der Grenze zwischen Pannónia prima und Valeria entsprach in der Funktion vermutlich dem spätantiken Gorsium-Herculia. Frag­mente von Grabstelen kamen in einer Verstärkung der nördlichen Befestigungsmauer zum Vorschein. Sie waren in der 2. Bauperiode der Anlage nach 374 10 , als die hufeisenförmigen Türme aus dem 2. Drittel des 4. Jhs. durch Rundtürme ersetzt wurden, verarbeitet worden. Auch im Mauerwerk des ebenfalls aus der 2. Periode stammenden Horreums in der Nähe des Nordtores fanden sich neuerlich vermauerte Fragmente von Grabstelen. In einer Mauer neben dem Osttor kamen Fragmente einer Kaiserstatue ans Tageslicht. Aus dem Turm Nr. 34 stammt ein Eckstein einer Ädicula mit der Darstellung eines Dioskuren und eines Jünglings (Beszédes 1996.(Zu einem Grabdenkmal gehörte auch der an gleicher Stelle genannte Firstakroter mit der Darstellung von Jupiter Ammon oder eines Silens (Beszédes 1996, 150, Abb. 15.). Unter Verwendung älteren Steinmaterials wurde auch die Ummauerung der spätrömischen Legionslagers von Aquincum hergestellt (Facsády 1976, 145.). Gy. Parrági beobachtete im Mauerwerk des Südtores Fragmente von Grabsteinen und Pfeilern im Mauerverband, auf zwei Abbildungen ist ein Rankenrelief zu sehen (Parragi 1976, 137, Abb. 112, 113.). Von diesem Fundort stammt ein Aufsatz eines Grabaltares (Aquincum-Museum, Lapi­darium Süd. o. Inv. Nr., im Grabungsbericht nicht erwähnt, It. Angabe des Inventarbuchs: Ertel, Grabaltäre, Nr. 2.8.) A. Facsády berichtete über profilierte Steine im Gußmauerwerk eines hufeisenförmigen Turmes, die sich noch in den Mörtelabdrücken des ausgerissenen Guß­mauerwerks erkennen ließen. Auch im Mauerwerk eines weiteren Hufeisenturmes der Südfront der spätrömischen Festung wurden Grabstein- und Gesimsfragmente festgestellt, mit deren Hilfe man noch in römischer Zeit, aufgrund der gefundenen Ziegelstempel vielleicht in valentinianischer Zeit, das Bodenniveau im Inneren '" Soproni 1978, 138 ff: abweichende (ältere) Datierung der 1. Periode in konstantinische Zeit, der 2. In die Regierungszeit des Constantinus II. (späte 50iger Jahre des 4. Jhs.), die 3. Bauphase in valentinianische Zeit. 42

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