Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 28. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1999)

begnügte man sich mit einfacheren Grabformen. Die Laufzeit der Grabumfassungen als eines einfachen, sehr flexiblen Bautypus könnte man vielleicht bis zum Beginn der Ausbreitung der großen spätrömischen Gräberfelder in der Mitte des 4. Jhs. ausdehnen, obwohl es hierfür noch keinen archäologischen Beweis gibt. Bei den zitierten Datierungen ist zu beobachten, daß Grabädiculen aus der 1. Hälfte des 2. Jhs. nicht aus Spolien rekonstruiert, sondern aufgrund von Grabungs­funden erschlossen wurden. Spolien, die sekundär für neue Bestattungen, z. B. als Steinplattengräber verwendet wurden, streuen stärker in der Zeitsetzung. Im Gegensatz zu der Errichtung eines neuen Bauwerks aus Altmaterial entstanden diese späten Bestattungen nach und nach und venützten das jeweils zur Verfügung stehende Material. Es ist nicht zu erwarten, daß im Spolienmaterial der Stadtmauer sehr viel Material aus dem 2. Jh. enthalten ist. Die Benutzungszeit von Grabbauten betrug wohl nur bei hervorragenden Familiengrabmälern, wie z. B. dem Tumulusgrab bei der Villa von Baláca (Fitz 1996b, 233 ff.), mehr als 50 Jahre. Dieses hervorragende Grab­denkmal wurde von der Zeit nach den Markomannen­kriegen bis vermutlich zu dem Roxolaneneinfall von 260 n. Chr. belegt. Aus diesen Erwägungen ist das gesamte Fundmaterial, vielleicht mit einzelnen Ausnahmen, ebenfalls in diese Zeitspanne zwischen 180 und 260 n. Chr. zu datieren. Aus der 1. Hälfte des 2. Jhs. könnten höchstens einzelne Steine stammen, da diese Grab­denkmäler vermutlich 260 nicht mehr in Verwendung standen und ihr Steinmaterial längst einen andere Verwendung gefunden hatte. 41

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