Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 28. – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (1999)

nehmen, daß die Platten nicht an einer Grabädicula, sondern in einer Grabumfassung Verwendung fanden. Von der Gesamthöhe der Platten blieben 83 bis 87 cm sichtbar, diese Höhe stellte vermutlich die Höhe der Umfassungsmauer dar. Das Stück 26 zeigt an der oberen Seitenfläche zwei Klammerbettungen, während bei der Platte 2 beide Ecken ausgebrochen sind. Es folgt daraus, daß die Platten durch die Klammern mit Nachbar­elementen, vielleicht der Inschriftplatte, verbunden waren. Von Grabumfassungen sind meist nur die Ecksteine sicher zuzuweisen, in Aquincum finden sich jedoch auch einige Grabinschriften, die in dieser Verwendung vorstellbar sind. Es handelt sich dabei um längsrecht­eckige Platten mit breitem Rand und ohne Seitenmotive (z. B. trauernde Genien) (Kuzsinszky 1934, 204, Nr. 409; Ertel, Grabbauten.). Die Verwendung dieser Platten zeigt die im Ruinengarten wieder aufgebaute Grabumfassung (Kuzsinszky 1934, Abb. 150; Garády 1936, 94, Abb. 58; Nagy 1971, 134, Abb. 62; Erdélyi 1974, 83, Nr. 97.), die den einfachsten und kleinsten Typ dieser Grabmalform zeigt. Die beiden Platten mit Kränzen gehörten sicher zu einer größeren Anlage. Eine Seite mußte der Inschrift­platte, den beiden Kranzdarstellungen und mindestens noch zwei Eckelementen Platz bieten. Wie die Position der Klammern zeigen, folgten weitere Bauteile neben und nicht hinter den beiden Platten. Für eine Eckposition sind diese auch zu dünn. In Aquincum findet sich eine ganze Reihe von gleich aufgebauten Grabstelen, auf denen das Mittelfeld über der Inschrift von einem großen Kranz geschmückt ist (A Művészet Története 1906, 529, Abb. 672, 673; Kuzsinszky 1934, 172 ff, 202, 217; Nr. 159, 208, 405, 464, 465; Németh 1999, 28 ff, Nr. 59, 60, 63, 66, 67, 71, 72, 73, 74, 75, 80, 129.). A. Burger teilte die 12 Exemplare zwei im 2. Jh. n. Chr. tätigen, zeitlich aufeinander folgenden Werk­stätten zu 8 Burger 1959.). Die Lorbeerkränze werden oben von einem Clipeus geschmückt, der auch auf den Steinen immer als metallisches Objekt erkennbar ist. Unten sind die Kränze mit einer Schleife mit herabhängenden, oft kunst­voll geschwungenen und eingerollten Schleifen umwun­den. In der Mitte des Kranzes findet sich manchmal eine Rosette, die in Zusammenhang mit verstorbenen Veteranen gebracht wurde, oder eine Weinranke, die von römischen Bürgern bzw. Zivilpersonen gewählt wurde 8 Burger 1949, 13.). Der Kranz wies auf eine militärische Auszeichnung, die Corona militaris (Kuzsinszky 1934, 172, Nr. 159.) des Verstorbenen hin und wurde seit der Stationierung der Legio II adiutrix in Aquincum 8 Nagy 1971, 110 f.) als Schmuckmotiv gebräuchlich. Später wurde der Lorbeer­kranz unabhängig von dieser konkreten Bedeutung als dekoratives Motiv und Abbildung der allgemein üblichen Grabkränze verwendet (Schober 1923, 51 ff, 168 f.). 1.9.2 Glatte Wandplatten 4 Wandplatte L:72, B:71,H: 14. Auf der oberen Schmalseite erkennt man zwei leicht schräg gestellte Klammerbettungen. Die Platte war bis zu einer deutlich sichtbaren Linie eingemauert, denn auf dem schmäleren Streifen entlang der Klammerseite fehlt der sekundäre Mörtel. (Abb. 41; Taf. XXXIII) 14 Wandplatte H: 89, B: 45,5, T: 19,5. Die Platte stand hochkant, wie aus den Klammerbettungen einer Schmalseite zu erkennen ist. Die Klammern greifen 15 cm weit auf die Platte über und enden mit einem Dübelloch. (Abb. 42; Taf. XXXIII) 66 Wandplatte H:66,B:25,T: 16,5. An der Oberseite der hochkant stehenden Platte ist die Vertiefung einer Klammerbettung erhalten. (Abb. 42; Taf. XXXIV) 166 Trapezförmige Platte L: 105, H:94, T: 12. Das Stück zeigt die Form eines regelmäßigen, gleichschenkeligen Trapezes. In der Mitte der kürzesten Seite ist eine Klammerbettung erkennbar. Auffällig ist auch die geringe Stärke der Platte. Für eine Bodenplatte ist das Stück zu dünn, für eine Dachplatte fehlen dagegen die Übertrittfalze und Dübellöcher. (Abb. 41; Taf. XXXIII) I Platte L: 107, B: 55,11: 14,5. Fine Schmalseite der Platte ist abgebrochen, parallel zu der anderen ist ein 18 cm breiter Streifen 3,5 cm tief abgearbeitet. Vermutlich bildete die Platte hier mit einem anderen Stein eine Ecke aus. (Abb. 42; Taf. XXXV) II Platte L: 140, B: 98, II: 21. Die in zwei Teile gebrochene Platte weist entlang einer Schmalseite einen ca. 25 breiten, geringfügig erhabenen, gröber bearbeiteten Streifen auf, möglicherweise eine Stoßtläche zu einer anderen Platte. Die gegenüberliegende Seitenfläche ist in einem nach oben weisenden Streifen von 9 cm Breite fein bearbeitet, darunter gröber. (Abb. 43; Taf. XXXV) Alle drei Wandplatten mit Klammerbettungen an den Schmalseiten waren vermutlich in ähnlicher Funktion hochkant stehend mit benachbarten Platten verbunden. Sie könnten an Grabumfassungen Verwendung gefunden haben, die häufig zu einem großen Teil aus unverzierten Platten bestanden. Ein Spolienkomplex aus Brigetio, der ans Nordufer der Donau transportiert worden war und im Mauerwerk einer barocken Mühle in Nővé Zámky Verwendung gefunden hatte, enthielt einige derartige Wandplatten (Nővé Zámky 1998.). Dort fand sich auch eine dreieckige Platte (Nővé Zámky 1998, Nr. 20, 49, 54, Taf. 6, 12.), die als Parallele zu dem trapezförmigen Stück 166 herangezogen werden kann. Während die dreieckige Platte jedoch an der Grundlinie des gleichschenkeligen Dreiecks verklammert war, verband sich das Trapez an der schmälsten Seite mit einem anderen Stein. Die genaue Verwendung der beiden Platten scheint allerdings unklar. Zu Plattenkonstruktionen im sepulchralen Bereich ge­hören auch die Platte 1 und 11, die Eckstöße ausbilden. Die Konstruktionsweise mit Steinplatten war in der "großen" Architektur unüblich. Höhere und dickere 28

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